Mit dem Begriff "Fake News" wird die Presse diskreditiert

Tag der Pressefreiheit: “Entwicklung besorgniserregend”

Mittwoch, 02. Mai 2018 | 13:36 Uhr

Die weltweite Entwicklung im Umgang mit Journalisten sei “besorgniserregend”, konstatierte die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp am Mittwoch anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit am Donnerstag. Sie verwies dabei auf “Länder mit Despoten an der Macht, wie etwa in der Türkei”. Aber auch auf die Situation in Österreich, wo “Angriffe auf die Pressefreiheit zunehmen.”

Bezüglich der Türkei stellten die Vorsitzenden Eike-Clemens Kullmann und Gerhard Moser fest: “Dort wurden gerade erst Kollegen zu langen Haftstrafen verurteilt.” Seit Monaten seien Journalisten weltweit außerdem auch Gewaltakten ausgesetzt, erinnerten Kullmann und Moser zudem unter anderem an die Mordanschläge auf Malta und in der Slowakei.

“Freier, unabhängiger Journalismus gehört zu den Grundpfeilern einer Demokratie. Und dieser Grundpfeiler ist auch in Österreich in Gefahr”, hieß es weiter. Angriffe auf die Pressefreiheit würden auch in Österreich zunehmen. “Seit Monaten stehen der öffentlich-rechtliche Rundfunk ORF und dessen MitarbeiterInnen im Fokus der rechtskonservativen Regierung”, so Moser. Mit Brachialangriffen und subtilen Drohszenarien würden die Unabhängigkeit der Berichterstattung und die Existenz des gesamten Unternehmens laufend infrage gestellt.

Aber auch im Print-Bereich beobachtet die Gewerkschaft mit großer Sorge eine wachsende Zahl von Attacken und Diffamierungen, mit denen Kolleginnen und Kollegen, die für die Freiheit der Berichterstattung und Kommentierung einzustehen bereit sind, eingeschüchtert werden sollen, so Kullmann. Massiv zugenommen hätten Stimmungsmache und Hetze vor allem in den sozialen Netzwerken, diese Stimmungsmache werde von Vertretern einer bestimmten politischen Gruppierung sogar noch gefördert.

“Dieser Hass gegen Journalisten muss umgehend und mit allen Mitteln gestoppt werden”, forderten Kullmann und Moser und nahmen dafür nicht nur die Regierung in die Pflicht. Journalistinnen und Journalisten müssten solidarisch zusammenstehen. “Das hohe, hart erkämpfte Gut freier Berichterstattung lässt sich nur gemeinsam verteidigen”, betonten die beiden Journalistengewerkschafter, die auch gerechte Entlohnung und eine Absicherung der wirtschaftlichen Basis der Medienmitarbeiter forderten: “Stichwort Presseförderung.”

Kritik übte die Gewerkschaft auch an der zunehmenden Ausdünnung der Redaktionen. “Pressefreiheit muss auch finanziell garantiert sein”, so Kullmann und Moser: “Hier bedarf es einer deutlichen Kurskorrektur bei den Medienunternehmen selbst. Wenn nur noch Profit und Rentabilität die ausschlaggebenden Kriterien sind, dann ist es um die Presse und um ihre Freiheit wirklich schlecht bestellt.”

Von: apa