NGOs arbeiten in Afghanistan unter erschwerten Bedingungen

Taliban bitten um internationale Hilfe für ihre Gebiete

Mittwoch, 05. April 2017 | 09:49 Uhr

Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan rufen erneut internationale Hilfsorganisationen dazu auf, in Gebieten unter ihrer Kontrolle zu arbeiten und notleidenden Menschen zu helfen. Man garantiere ihre Sicherheit, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Botschaft auf einer Talibanseite im Internet.

Nach US-Militärangaben sind rund 40 Prozent des Landes mittlerweile entweder in der Hand der Taliban oder umkämpft. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur hatte Sprecher Sabiullah Mujahid am Montag gesagt, in der bevorstehenden Frühjahrsoffensive würden die Kämpfer versuchen, jene Provinzen vollständig einzunehmen, in denen sie bereits zusammenhängendes Territorium kontrollieren.

Es ist bereits die dritte ähnlich lautende Botschaft innerhalb kurzer Zeit und möglicherweise ein Versuch, sich angesichts der Landgewinne als verantwortungsbewusste Machthaber darzustellen. Im März hatten die Islamisten Helfer und internationale Regierungen dazu aufgerufen, vom harten Winter betroffenen Afghanen zu helfen. Im November hatten sie Schutz für große Entwicklungshilfeprogramme versprochen.

Gleichzeitig gibt es weiter viele Übergriffe gegen NGOs und andere Organisationen. Afghanische Mitarbeiter gelten als “Kollaborateure” der verhassten Regierung und der ausländischen “Besatzer”. Viele nehmen auf Reisen keine Dinge mehr mit, die sie als Angestellte internationaler Organisationen ausweisen, weil sie befürchten, entführt oder getötet zu werden. Hilfsorganisationen klagen über massive Zugangsprobleme zu von den Taliban kontrollierten Gegenden.

Von: APA/dpa

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