Blumenmeer in Gedenken an das Opfer

Tatverdächtiger von Chemnitz kommt aus U-Haft frei

Dienstag, 18. September 2018 | 15:20 Uhr

Rund drei Wochen nach der tödlichen Messerattacke auf einen 35-jährigen Deutschen in der ostdeutschen Stadt Chemnitz ist einer der beiden inhaftierten Tatverdächtigen vorerst auf freiem Fuß. Nach einem Haftprüfungstermin habe das Amtsgericht Chemnitz am Dienstag den Haftbefehl gegen den 22-jährigen Iraker aufgehoben, sagte sein Rechtsanwalt. Vom Gericht war zunächst keine Bestätigung zu bekommen.

Ein zweiter Tatverdächtiger bleibt hingegen in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht lehnte am Dienstag die von den Anwälten beantragte Aufhebung des Haftbefehls gegen den 23-jährigen mutmaßlichen Syrer ab, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Chemnitz sagte. Sie bestätigte zudem, dass der Haftbefehl gegen einen tatverdächtigen 22-jährigen mutmaßlichen Iraker aufgehoben wurde.

Der Rechtsanwalt des Irakers betonte auf seiner Homepage, es sei “ein Phantasiegebilde der Staatsanwaltschaft”, dass sein Mandant einer der Mittäter gewesen sein könnte. “Kein Tatzeuge bezichtigte meinen Mandanten der Tatbeteiligung. Zeugen konnten ihn auf Lichtbildern nicht identifizieren. Die Polizei fand ein Messer mit Blutanhaftungen der Opfer. Aber Fingerabdrücke meines Mandanten befanden sich daran nicht”, erklärte Rechtsanwalt Ulrich Dost-Roxin.

Die beiden Asylbewerber waren verdächtigt worden, am 26. August einen 35 Jahre alten Deutschen auf offener Straße niedergestochen und zwei weitere Männer durch Messerstiche zum Teil schwer verletzt zu haben. Als weiterer Tatverdächtiger wird ein 22-jähriger Iraker mit Haftbefehl gesucht. Nach ihm wird international gefahndet. Der Tatvorwurf lautet auf gemeinschaftlichen Totschlag.

Im Anschluss an das Gewaltverbrechen am Rande des Chemnitzer Stadtfestes war es mehrfach zu Demonstrationen von rechten Kräften und fremdenfeindlichen Übergriffen gekommen. An den Kundgebungen gegen die Migrationspolitik der deutschen Regierung hatten Rechtsradikale aus ganz Deutschland teilgenommen.

Gegen mehrere Personen laufen Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Zwei Männer sind wegen des Zeigens des Hitlergrußes bereits zu fünf Monaten Haft beziehungsweise acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Von: APA/ag.

Kommentare

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1 Kommentar auf "Tatverdächtiger von Chemnitz kommt aus U-Haft frei"


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krakatau
krakatau
Universalgelehrter
1 Monat 2 h

Der wird sich über die deutsche “Justiz” totlachen

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