Geplante Anhebung von Pensionsantrittsalter umstritten

Tausende bei Protesten gegen Pensionsreform in Frankreich

Samstag, 21. Januar 2023 | 22:31 Uhr

In Paris sind am Samstag erneut mehrere Tausend Menschen gegen die geplante Pensionsreform auf die Straße gegangen. Ein Dutzend Jugendorganisationen und Frankreichs Linke LFI hatten zu Protesten gegen die Anhebung des Rentenalters aufgerufen. Die Veranstalter sprachen von 150.000 Demonstrierenden, laut Polizei waren es rund 12.000

Weil sich das Pensionssystem wegen der alternden Bevölkerung langfristig nicht finanziert, will Frankreichs Regierung das Pensionsantrittsalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre anheben. Außerdem soll die Zahl der notwendigen Einzahlungsjahre für eine volle Pension schneller steigen. Etliche Einzelsysteme mit Privilegien für bestimmte Berufsgruppen sollen abgeschafft werden. Die monatliche Mindestpension soll auf etwa 1.200 Euro steigen.

Derzeit liegt das Pensionsantrittsalter bei 62 Jahren. Tatsächlich beginnt der Ruhestand im Durchschnitt aber später: Wer nicht lang genug eingezahlt hat, um Anspruch auf eine volle Pension zu haben, arbeitet auch länger.

Am Donnerstag hatten sich bei einem Großstreik und Massenprotesten landesweit über 1,1 Millionen Menschen den Pensionsplänen der Regierung entgegen gestellt. Allein 80.000 protestierten demnach in Paris.

Jean-Luc Mélenchon von der Linkspartei LFI warf dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei der Kundgebung am Samstag vor, mit seiner Politik “alles zu beschmutzen, alles zu reduzieren, alles zu quantifizieren”. “Seien Sie verflucht, dass Sie alles in eine Ware verwandeln wollen”, sagte er an den Präsidenten gerichtet. Rückenwind für ihre Reformpläne bekam die Regierung hingegen von Tech-Milliardär Elon Musk. Er twitterte am Freitag, dass Macrons Pläne schwierig, aber richtig seien.

Macron hatte bereits 2019 versucht, das komplizierte französische Pensionssystem zu vereinfachen und durchzusetzen, dass Franzosen länger arbeiten. Dies hatte zu der längsten Protestwelle seit der Studentenrevolte 1968 geführt. Das Reformprojekt wurde dann wegen der Corona-Pandemie zunächst auf Eis gelegt.

Der aktuelle Gesetzentwurf soll am Montag im Kabinett vorgestellt und anschließend in der Nationalversammlung debattiert werden. Für den 31. Jänner haben die Gewerkschaften einen neuen landesweiten Protesttag angekündigt. Am ersten Protesttag am Donnerstag hatten in ganz Frankreich ein bis zwei Millionen Menschen teilgenommen.

Von: APA/dpa/AFP

Kommentare

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9 Kommentare auf "Tausende bei Protesten gegen Pensionsreform in Frankreich"


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Doolin
Doolin
Kinig
14 Tage 16 h

…in Italien bereits 67 Jahre…

N. G.
N. G.
Kinig
14 Tage 10 h

Falsch! Denn es kommt drauf an wieviel Jahre man gearbeitet hat. Also …
FALSCH!

N. G.
N. G.
Kinig
14 Tage 10 h

Ich gehe mit 59 in Rente und hab dann 44 Jahre gearbeitet. 67? Grins

L.G
L.G
Grünschnabel
14 Tage 39 Min

N.G weisst du wo General L. sich rumtreibt?

thomas
thomas
Kinig
14 Tage 15 h

und wir lassen uns weiter alles gefallen

faif
faif
Superredner
14 Tage 13 h

…es fehlt das geld! wenn immer mehr menschen immer älter werden , in rente gehen und gleichzeitig zuwenig junge leute nachrücken, um das alles zu bezahlen.
….da werden wir in italien auch noch unsere wunder erleben.

DontBeALooserBeASchmuser
14 Tage 21 h

Im Protestieren sind die Franzosen geübt 😁

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
14 Tage 10 h

Wer soll denn die Renten bezahlen? Irgendeiner muss es sein.

Zugspitze947
13 Tage 18 h

Der Vorschlag von Macron ist gut und sollte eingeführt werden. Aber die Gewerkschaften wollen lieber CHAOS einführen 😡😢👌

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