Es regt sich Widerstand gegen die Taliban

Tausende demonstrieren in Kandahar gegen Taliban

Dienstag, 14. September 2021 | 14:56 Uhr

In der südafghanischen Stadt Kandahar haben Tausende Menschen gegen die radikal-islamischen Taliban protestiert. Die Menge habe sich vor dem Regierungssitz des Gouverneurs versammelt, nachdem rund 3.000 Familien aufgefordert wurden, eine Wohnsiedlung des Militärs zu räumen, sagte ein Mitarbeiter der ehemaligen Regierung am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem waren auf Videoaufnahmen örtlicher Medien Menschen zu sehen, die eine Straße in der Stadt blockierten.

In der Siedlung leben bisher Angehörige von Armee-Mitgliedern, manche von ihnen schon seit über 30 Jahren. Nach Angaben des Ex-Regierungsmitarbeiters wurden ihnen drei Tage Zeit gegeben, um das Areal zu verlassen. Von den Taliban war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

In Kabul wies ein Sprecher der Islamisten Berichte über tödliche Machtkämpfe in der Spitze der Gruppierung zurück. Der stellvertretende Ministerpräsident Mullah Abdul Ghani Baradar habe in eine Sprachbotschaft Behauptungen widersprochen, er sei bei einer Schießerei mit Rivalen getötet worden, twitterte Taliban-Sprecher Sulail Shahin. Zudem veröffentlichten die Taliban ein Video, das Baradar bei einem Treffen in Kandahar zeigen soll. Reuters konnte die Authentizität des Videos zunächst nicht überprüfen.

In Kabul gibt es Spekulationen, dass es zu Zusammenstößen zwischen Anhängern Baradars mit denen von Innenminister Sirajuddin Haqqani gekommen sein soll. Bisher haben die Taliban immer Machtkämpfe in ihrer Spitze bestritten.

Baradar ist seit einiger Zeit nicht mehr in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten. Dasselbe gilt für den obersten Taliban-Führer Mullah Haibatullah Akhundzada. Die Spekulationen über den Verbleib der Männer werden befeuert durch den Umgang mit dem Tod von Taliban-Mitbegründer Mullah Omar, Staatsoberhaupt während der ersten Taliban-Herrschaft von 1996 bis 2001. Omars Tod wurde 2015 offiziell bestätigt, zwei Jahre nach seinem Ableben. Dies hatte damals heftige gegenseitige Anschuldigungen in der Taliban-Spitze ausgelöst.

Von: APA/Reuters

Kommentare

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7 Kommentare auf "Tausende demonstrieren in Kandahar gegen Taliban"


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Peerion
Peerion
Tratscher
5 Tage 22 h

Wie geht es eigendlich den Menschen im Jemen, im Irak, in Syrien, im Libanon, in Libyen , in Zentralafrika , Haiti etc.? Schliesslich meint man doch Europa ist für alle verantwortlich.

Faktenchecker
5 Tage 16 h

Wie geht es Dir eigentlich?

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
5 Tage 22 h

Zu spät! Der Zug ist abgefahren.

Faktenchecker
5 Tage 16 h

Stimmt nicht. Die Taliban brauchen die Bevölkerung. Oder kennst Du einen Staat ohne Bürger?

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
5 Tage 4 h

Fakty@

Natürlich brauchen die Steinzeit Muslime (Taliban) die normale Bevölkerung.
Denn die Taliban haben nur Morden, Foltern, Vergewaltigen, Köpfeabhacken und Richtung Mekka Beten gelernt.

Wie gesagt, der Zug ist endgültig abgefahren……. Bye Bye!

heris
heris
Tratscher
5 Tage 7 h

Über 20Jahre wurde denen dort gezeigt wie Demokratie gelebt werden soll. Auf dieser Basis müssen die Menschen dort weiterbauen  damit Frieden und Wohlstand einkehrt in Afghanistan. Gesuchte  Bodenschätze sind dort ausreichend vorhanden – da heißt es dann Arbeiten  statt Kämpfen und Waffen zu Pflugscharen. 

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
5 Tage 3 h

Heris@

Die Taliban wollen die Unterstützung der westlichen Staaten in Form von $ u/o € bekommen und das werden sie auch.
Gleichzeitig wird geplündert, gemordet, vergewaltigt usw. usf.
Ich würde mal sagen, alles im grünen Bereich was das treiben der Taliban angeht.

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