Tausende gingen für Flüchtlinge auf die Straße

Tausende Menschen demonstrierten in Madrid für Flüchtlinge

Sonntag, 18. Juni 2017 | 06:45 Uhr

Tausende Menschen haben in Madrid für die Aufnahme von Flüchtlingen demonstriert. “Kein Mensch ist illegal”, skandierte die Menge bei dem Protestzug in der spanischen Hauptstadt. Auf Transparenten und Schildern war unter anderem zu lesen “Brücken keine Mauern” und “Genug Ausreden, keine Barrieren”.

Die Demonstranten zeigten sich enttäuscht über die schleppende Umverteilung von 160.000 Flüchtlingen in der EU (Relocation) und forderten die spanische Regierung auf, ihren Verpflichtungen zur Aufnahme von mehr als 17.000 Migranten nachzukommen. Zu der Demonstration aufgerufen hatten dutzende Nichtregierungsorganisationen, darunter Amnesty International. Am Dienstag ist der Weltflüchtlingstag.

Die EU-Innenminister hatten im September 2015 gegen den Widerstand mehrerer osteuropäischer Länder die Umverteilung von 120.000 Asylbewerbern beschlossen, die mehrheitlich aus Syrien, Eritrea oder dem Irak stammen. Sie sollten bis September 2017 nach einem Quotensystem von den Erstankunftsländern Italien und Griechenland aus in andere Mitgliedstaaten gebracht werden. Zuvor hatten sich eine Reihe von Mitgliedstaaten freiwillig verpflichtet, 40.000 Flüchtlinge aufzunehmen. Nach jüngsten Zahlen der EU-Kommission wurden bisher von den insgesamt 160.000 Flüchtlingen nur 20.869 auf andere EU-Staaten verteilt. Gegen Polen, Ungarn und Tschechien hat die EU-Kommission Vertragsverletzungsverfahren wegen fehlender Aufnahme von Flüchtlingen eingeleitet. Österreich hat bisher keine Flüchtlinge über das Relocation-Programm aufgenommen, will dies aber nun tun.

Von: APA/ag.