Demonstranten sind gegen Freihandel

Tausende Teilnehmer bei Demos gegen TTIP und CETA

Samstag, 17. September 2016 | 18:43 Uhr

Hunderttausende Menschen haben am Samstag in Österreich und Deutschland gegen die geplanten EU-Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada demonstriert. In Wien gingen mehrere Tausend Menschen auf die Straße und auch in Linz, Salzburg, Graz und Innsbruck gab es Kundgebungen. In Deutschland sprachen die Veranstalter von rund 320.000 Teilnehmern in sieben Großstädten, die Polizei von etwa 180.000.

Ein Bündnis von Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, Umweltverbänden und kirchlichen Initiativen hatte zu den Demos in Österreich sowie sieben deutschen Städten und einigen Orten in Schweden aufgerufen. Mit Pfiffen und lautstarken Parolen wurde ein Stopp der beiden Freihandelsabkommen verlangt, auf Transparenten wurde gefordert, “Mensch und Umwelt vor Profit” zu stellen. Teilgenommen in Wien haben auch mehrere Politiker von SPÖ und Grünen.

In Wien schätzten die Veranstalter die Teilnehmerzahl zum Auftakt auf 10.000, die Polizei sprach von rund 3.000 Demonstranten. Die Organisatoren schätzen, das insgesamt 25.000 Menschen in Österreich auf die Straße gingen.

In Deutschland zogen die Kundgebungen große Menschenmassen. Allein in Berlin gingen nach Angaben von Veranstaltern und Polizei 70.000 Menschen auf die Straße. Auch in Hamburg, Köln, München, Stuttgart, Frankfurt und Leipzig gab es Proteste. Viele Teilnehmer trugen Plakate mit Aufschriften wie “TTIP nein danke!”. In Köln protestierten Landwirte mit einem Traktor-Korso.

Die Organisatoren forderten insbesondere die deutschen Sozialdemokraten auf, CETA zu stoppen. Ein SPD-Konvent soll am Montag über die Zustimmung zum parteiintern umstrittenen Abkommen zwischen der EU und Kanada entscheiden. Die politische Zukunft von SPD-Chef und CETA-Befürworter Sigmar Gabriel hängt davon ab.

Die Befürworter der Abkommen versprechen sich davon einen Wachstumsschub auf beiden Seiten des Atlantiks, die Schaffung Hunderttausender neuer Arbeitsplätze und das Setzen von Normen, die zum globalen Maßstab werden. Die Gegner fürchten etwa um Arbeitnehmerrechte und andere Sozialstandards sowie den Verbraucher- und Umweltschutz. Das CETA-Abkommen ist seit zwei Jahren ausverhandelt und soll Ende Oktober unterzeichnet werden. Es gilt als Blaupause für TTIP, das derzeit noch zwischen der EU und den USA verhandelt wird. Die Chancen für eine Verwirklichung von TTIP gelten als beschränkt, da diese an den US-Präsidenten Barack Obama geknüpft werden, dessen Amtszeit im Jänner endet.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström verteidigte die Abkommen. In der Debatte gebe es “viele Missverständnisse, Schauermärchen und Lügen”, sagte sie der deutschen “Bild”-Zeitung. “Unsere Demokratie wird selbstverständlich nicht ausgehöhlt, wie manche zu glauben scheinen.”

Von: apa

Kommentare

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8 Kommentare auf "Tausende Teilnehmer bei Demos gegen TTIP und CETA"


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OrB
Grünschnabel
11 Tage 53 Min

Nein zu TTIP und CETA.

Tabernakel
Tratscher
10 Tage 23 h

Warum?

iuhui
Grünschnabel
10 Tage 9 h
@Tabernakel  Wieso meinst du überhaupt, dass die Menschen immer KRANKER werden anstatt immer gesünder, trotz “fortschreitende” Medizinische Kenntnisse???? Hast du dich (und Millionen andere Bürger) nie diese Frage gestellt??? Gentechnik, Pestizide, Grasbekämpfungsmittel, Hormone, Umweltverschmutzung, chemische Düngemittel: unsere Lebensmittel sind verseucht, wir essen Gift, zwar winzige Mengen, aber TAG FÜR TAG!!! Dazu kommt noch Stress, Stress und Stress!!! Pubmed (die grösste medizinische online Bibliothek der Welt) ist voll von Studien die seit Jahrzehnte(!!!) dies schon beweisen. Doch großteils der Bevölkerung ist dies anscheinend Egal und den von ihnen gewählten Politiker noch mehr!!! Und dann wundert man sich noch wenn man erkrankt…… Weiterlesen »
OrB
Grünschnabel
10 Tage 13 h

@Tabernakel
Warum?, weil es reichen muss wenn ich sage das ich kein Genfutter will.

der Rote Wichtel
Grünschnabel
10 Tage 23 h

@Neumi
Wenn du willst, dass dein Steuergeld (sofern du überhaupt eines bezahlst) in Zukunft im Rachen der US-Konzerne landet, weil das in TTIP vorgesehene Schiedsgericht der Ansicht war, der ital. Staat oder die EU hätten dem Konzern durch ihre Verbraucherschutz-, Umwelt- oder Sozialgesetze einen Schaden verursacht, dann befürworte ruhig das umstrittene Abkommen.

ExSuedtiroler
Grünschnabel
10 Tage 23 h

Stopp TTIP und CETA – Stopp den aktuellen Führungspolitikern !
Wir brauchen einige Abkommen, aber diese sollten technisch ausgearbeitet werden von Pro- und Contra-Vertretern und dann vom EU-Volk abgestimmt werden.
Keine Macht mehr den Marionetten der Profitindustrie die sich Führung nennen!

Neumi
Grünschnabel
11 Tage 21 Min

Wo bleiben die Demos für ie Abschaffung der bereits existierenden Freihandelsabkommen? So was gibt’s ja nicht erst seit letztem Jahr. Über die vorigen waren wir noch viel weniger informiert als über diese und daran stört sich anscheinend keiner.

iuhui
Grünschnabel
10 Tage 23 h

Aus den USA kommen nur dumme Moden, den Bushs können wir danken für weltweiten Terrorismus und ISIS, mit ihren Genmanipolationen haben unsere Lebensmittel verseucht und bald werden wir auch einen Trump bekommen. Von Übersee nur das Schlimmste!!!!

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