Tempo 140 stößt wohl noch auf geringes Interesse

Tempo 140 Teststrecken auf der A1 in Betrieb genommen

Mittwoch, 01. August 2018 | 16:17 Uhr

Auf zwei Teststrecken der Westautobahn (A1) ist seit Mittwochfrüh Tempo 140 erlaubt. Auf rund 88 Kilometern zwischen Melk und Oed in Nieder- sowie auf den 32 Kilometern zwischen Haid und Sattledt in Oberösterreich wird in beiden Richtungen die höchstzulässige Geschwindigkeit somit um zehn km/h angehoben. Das Pilotprojekt soll ein Jahr dauern und wird mit Vorher-Nachher-Messungen durchgeführt.

Der mit 44,6 Kilometer längste Abschnitt (Oed bis nach der Melkbrücke in Fahrtrichtung Wien) lässt sich mit der höheren Geschwindigkeit um 88 Sekunden schneller bewältigen. Den kleinsten Zeitvorteil bringt mit 28,4 Sekunden die kürzeste Teststrecke von Sattledt bis zu den Überkopfanzeigern für den Großraum Linz in Fahrtrichtung Wien.

Tempo 140 ist bei Autofahrern und Polizei vorerst aber auf Zurückhaltung gestoßen. Bei einer Probefahrt der APA waren in Oberösterreich kaum Schnellfahrer zu beobachten. Die Polizei führte möglicherweise eine gut versteckte Tempokontrolle durch. Schon bei der Anfahrt zur A1 auf der Mühlkreisautobahn (A7) in Linz und im Bereich Ansfelden im Bezirk Linz-Land, wo Tempo 80, bei einer Baustelle 60 und danach 100 gilt, hielten sich alle Lenker an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit.

Die oberösterreichische Polizei hat über den ersten Tag mit Tempolimit 140 am Mittwoch eine “positive Bilanz” gezogen. “Die Lenker haben die erlaubte höhere Höchstgeschwindigkeit eingehalten,” resümierte der Pressesprecher der Landespolizeidirektion Oberösterreich David Furtner.

“Keine Auffälligkeiten”, meldete auch die Landesverkehrsabteilung Niederösterreich am Mittwochnachmittag auf Anfrage. Auf der Westautobahn (A1) zwischen Melk und Oed (Bezirk Amstetten), wo nunmehr Tempo 140 erlaubt ist, sei bisher “alles so gelaufen, wie an anderen Tagen auch”. Es sei “viel zu früh, um etwas zu sagen”, hieß es unter Hinweis darauf, dass es einen Beobachtungszeitraum brauchen werde. “Heute ist der erste Tag”.

Wer schneller als die erlaubten 140 km/h fährt, kann mit einer gewissen Toleranz bei den Messungen rechnen – und damit in Oberösterreich theoretisch sogar mit knapp unter 159 km/h straflos davonkommen. Gegner des Testbetriebs kritisieren eine höhere Unfallgefahr, und dass mehr gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe wie Stickstoffdioxide sowie Treibhausgase ausgestoßen würden.

Von: apa