Die Explosion ereignete sich zwischen zwei Stationen

Terrorakt in St. Petersburg doch Selbstmordanschlag

Montag, 03. April 2017 | 22:54 Uhr

Bei dem Anschlag in der U-Bahn der russischen Metropole St. Petersburg dürfte es sich doch um ein Selbstmordattentat handeln. Das erfuhr die russische Agentur Interfax aus Justizkreisen über die vorläufigen Ermittlungen. Demzufolge haben die Behörden auch die Identität des mutmaßlichen Selbstmordattentäters herausgefunden. Es soll sich um einen 23-Jährigen aus Zentralasien handeln.

Der junge Mann habe die Bomben in einem Rucksack in die Metro gebracht. Er sei mit radikalen Islamisten in Verbindung gestanden.

Ein Mann, der von Überwachungskameras aufgenommen worden war und der unter Verdacht stand, mit der Explosion zu tun zu haben wandte sich an die Polizei und sagte laut Interfax aus, er habe mit der Bluttat nichts zu tun. Medien hatten sein Fahndungsfoto veröffentlicht.

Bei dem Anschlag wurden elf Menschen getötet. Weitere 45 wurden verletzt, zahlreiche von ihnen schwer, wie die Behörden am Montag mitteilten. Ein Sprengsatz explodierte am Nachmittag in einer fahrenden U-Bahn tief unter dem Zentrum der Fünf-Millionen-Einwohner-Stadt. Das staatliche Ermittlungskomitee geht von einem Terroranschlag aus.

Behördenquellen schätzten die Sprengkraft der Bombe auf 200 bis 300 Gramm TNT. Der Sprengsatz sei mit Metallteilen versehen gewesen, um die tödliche Wirkung zu verstärken.

Die Behörden verstärkten in der Hauptstadt Moskau und in St. Petersburg die Sicherheitsvorkehrungen. Ein am Flughafen von St. Petersburg in einem Restaurant entdeckter herrenloser Gegenstand erwies sich als harmlos – die Behörden gaben Entwarnung. Zuvor hatte es ähnliche Berichte über Gegenstände in einer Straßenbahn gegeben.

Wenige Stunden nach einem Terroranschlag in St. Petersburg nahmen die U-Bahnen ihren Betrieb wieder auf. Die Metro der Linie 2, auf der es zu der Explosion kam, werde zunächst jedoch nur einige Stationen anfahren, teilte der U-Bahn-Betreiber am Montag der Agentur Interfax zufolge mit.

Präsident Wladimir Putin, der sich zum Zeitpunkt der Explosion in einem Vorort St. Petersburgs aufhielt, sprach den Familien sein Beileid aus. Die Sicherheitsbehörden würden die Explosion aufklären, versprach er.

US-Präsident Donald Trump reagierte mit Entsetzen auf die Explosion in St. Petersburg reagiert. “Schrecklich. Schreckliche Sache”, sagte Trump am Montag in Washington auf eine entsprechende Frage. “Es passiert überall auf der Welt. Eine absolut schreckliche Sache.

Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres drückte den betroffenen Familien sein tiefes Mitgefühl aus. “Die Verantwortlichen dieser schrecklichen Tat müssen zur Rechenschaft gezogen werden”, teilte sein Sprecher mit.

Der Sprecher von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel, Steffen Seibert, schrieb auf Twitter: “Das sind furchtbare Nachrichten aus St. Petersburg: Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen und ihren Familien.” Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte in Berlin: “Mit Entsetzen und Trauer verfolge ich die Nachrichten aus St. Petersburg, wo ein zur Explosion gebrachter Sprengsatz zahlreiche Tote gefordert hat.”

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zeigte sich “schockiert und betrübt” über den Anschlag und betonte: “Nichts kann solche barbarischen Handlungen rechtfertigen.” Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini kondolierte.

Die Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, Christine Muttonen (SPÖ), bekundete den Opfern des Anschlags ihr Beileid und verurteilte die Gewalttat scharf. In einer Aussendung zeigte sie sich bestürzt, dass auch viele Kinder durch die Bombenexplosion zu Schaden gekommen seien.

Der Fußball-Weltverband FIFA regierte betroffen. Die Explosion sei “schockierend und traurig”, hieß es in einer Stellungnahme des Verbandes am Montag. St. Petersburg ist als wichtiger Spielort für die Fußball-WM 2018 und den Confederations Cup in diesem Sommer vorgesehen.

In der Vergangenheit hatte es mehrere Anschläge auf die U-Bahn in der russischen Hauptstadt Moskau mit zahlreichen Toten gegeben. Die meisten davon wurden in Verbindung mit islamistischen Terroristen aus Tschetschenien gebracht. In St. Petersburg gab es bisher keine Anschläge mit Toten.

Von: APA/ag.

Kommentare

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38 Kommentare auf "Terrorakt in St. Petersburg doch Selbstmordanschlag"


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moler
moler
Grünschnabel
21 Tage 12 h

😥iets geats wieder weiter
Lai angst und schreckn verbroatn
I hoff daß des nit in a poor johr zum 3ten weltkrieg ausortet

denkbar
denkbar
Superredner
21 Tage 10 h

Solch schreckliche Taten gibt es leider immer wieder und – wie aus der Chronik der Anschläge auf U-Bahnen ersichtlich – in Russland und Ländern rund um Russland auffällig oft:
1977 Moskau
3/1994 Baku (Aserbaidschan)
5/1994 Baku
1995 Tokio
1995 Paris
1996 Moskau
2/2004 Moskau
8/2004 Moskau
2005 London
2010 Moskau
2011 Minsk
2016 Brüssel
Der Terrorismus ist wohl das größte Problem unserer Zeit. Bleibt zu hoffen, dass man “weise” aber vehement ihn bekämpft, damit das nicht in einen Krieg ausartet.

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
21 Tage 10 h

wia wars wenn mir ins und die russen sich aus den konflikten im nahen osten raushalten?
mir tian die unschuldigen opfer leid.

dei sollen im nahen osten ihr mittelalter ausleben.

Orchideen2016X
Orchideen2016X
Tratscher
21 Tage 9 h

Der dritte Weltkrieag hot schun ungfongen.Ischt der Unfong vom Ende.

Septimus
Septimus
Tratscher
21 Tage 8 h

Wir befinden uns schon mitten im Krieg…der Krieg gegen uns und unsere Freiheit….

Popeye
Popeye
Tratscher
21 Tage 8 h
@Orchideen2016X Blödsinn, in den 70er Jahren war der Terror viel präsenter, aber dann wärst wohl noch nicht auf der Welt…. Italien Terror von allen Seiten mit als Tiefpunkte die Anschläge in Mailand, 1969, Bo!ogna, 1980, Auch bei Bologna 1974, Entführung und Ermordung von Aldo Moro 1978, Bomben in Südtirol, in Deutschland die RAF Terror, in Holland 2 Mal eine Zug-Geiselnahme (1975,1977), Besatzung mit Mord in Assen, In NordIrland und England ständig IRA Terror und Gegenterror der Unionisten, in Spanien die ETA, GRAPO, in Belgien die CCC in den 80ern, dann Palästinenserterror, Undsoweiter. Und es gab da noch eine Atomdrohung. Also,… Weiterlesen »
Mistermah
Mistermah
Superredner
21 Tage 7 h

Dann hoffen wir einmal das sich keine Verbindungen zur ukraine herstellen lassen ..,

ThunderAndr
ThunderAndr
Superredner
21 Tage 6 h

@Septimus

Vielleicht erinnern sich einige nicht mehr so ganz: seit dem 11. September 2001 sind wir im sogenannten “War on Terror”. 

Bis vor einigen Jahren war es für uns, mit Ausnahme der Anschläge in London und Madrid, wie am Anfang des zweiten Weltkriegs der sogennannte “Sitzkrieg” (bei den Deutschen) oder “Phoney war” (bei den Engländern). Erst durch die Anschläge in Frankreich, Belgien und Deutschland ist der Krieg gegen den Terror jetzt vor aller Augen da wir ja jetzt  so etwas wie eine “Heimatfront” haben.

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
20 Tage 19 h

@Mistermah 
das kann jetzt aber nicht dein Ernst sein, oder? 

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
21 Tage 11 h

Putin soll weiterhin Assad unterstützen,dann wird er sehen wie weit er kommt,was nicht heisst dass ich diesen Terrorakt als gut empfinde,dass wir uns richtig verstehen.Aber solche Diktatoren und machtgeile Typen wie Putin,werden in Zukunft öfters wahrscheinlich dumm aus der Wäsche schauen. Wer weiss vieleicht war es das eigene frustrierte arme Volk,das er unterdrückt,würde mich nicht wundern!😢😢😢

DasFitteFlittchen
DasFitteFlittchen
Grünschnabel
21 Tage 9 h

Von Weltpolitik scheinst Du nicht viel zu verstehen, bzw. davon wie es wirklich ist und nicht so wie es westliche Medien erzählen. Wenn alle Machthaber (in Sachen Aussenpolitik!) so wären wie Putin hätten wir weniger Probleme auf der Welt.

Eppendorf
Eppendorf
Grünschnabel
21 Tage 9 h

Hast du bei den Anschlägen in Paris auch Hollande die Schuld gegeben oder da doch den Terroristen?

ThunderAndr
ThunderAndr
Superredner
21 Tage 8 h

@Eppendorf

Der Hollande gehört zu den “Guten” und der Putin ist “böse” deswegen darf ihm die Schuld für alles geben!

denkbar
denkbar
Superredner
21 Tage 8 h

@Eppendorf Allerdings ist es schon so, dass seit Putin die Macht 1999 übernommen hat, es schon drei Anschläge in Moskau und einen in Minsk an U-Bahnen gab. Gott sei Dank gab es das sonst nirgendwo so oft.

Eppendorf
Eppendorf
Grünschnabel
21 Tage 8 h

@DasFitteFlittchen
Putin würde ich jetzt nicht unbedingt als Vorbild für Außenpolitik verwenden.
Seine Rolle in Syrien ist recht zweifelhaft und auch seine Annäherung an die Türkei. Er schmiedet gerade eine Allianz im Osten um den Westen Paroli bieten zu können.

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
20 Tage 19 h
@DasFitteFlittchen  ganz genau du Weltpolitik-“Versteher” …. dann hätten wir aber auch keine Meinungsfreiheit mehr, sehr stark eingeschränktes Demonstrationsrecht, Vetternwirtschaft wo das Auge hinschaut uvm …. und was glaubst du eigentlich wie die rusische MEdienlandschaft ausschaut? Dass dort alle wertefrei berichten dürfen oder was? Russia Today lässt grüßen .. und ich kann dir noch andere “Putin”-Medien aufzählen. Wohl eher könntest du ja mir die Frage beantworten, welches Medium in Russland nicht system-gesteuert ist? du als Versteher musst das ja wissen. würdest du so in Russland gegen das System (und somit auch gegen Putin) schreiben, hätte dich der Geheimdienst schon längst im… Weiterlesen »
matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
20 Tage 19 h

@denkbar 
Minsk ist NICHT in Russland und hat somit auch nichts mit PUtin zu tun. 

denkbar
denkbar
Superredner
20 Tage 17 h

@matthias_k Das weiß ich, deshalb schreib ich im ersten Kommentar “… und Ländern rund um Russland”. Trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass die meisten Attentate auf U-Bahnen in Russland stattfinden! 

denkbar
denkbar
Superredner
20 Tage 17 h

@Matthias_k Es gibt nachweislich keine Stadt auf der Welt in der es so viele U-Bahnen Attentate gab wie in Moskau! Ihr Hinweis, dass Minsk nicht in Russland liegt – ich weiß es ist seit der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 Hauptstadt von Weißrussland – ist da schon ein bisschen eine Erbsenzählerei. 

Tschoegglberger.
20 Tage 17 h

@DasFitteFlittchen
und nirgends mehr eine Opposition, keine freien Medien, gefälschte Wahlen, Korruption.

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
20 Tage 13 h

denkbar keine Erbsenzählerei, war nur eine wertefreie Ergänzung von mir

dubiei
dubiei
Grünschnabel
21 Tage 9 h

diese Feigeschweine kemmn olle in der Hölle

traktor
traktor
Tratscher
21 Tage 8 h

wir können nachhelfen…

Staenkerer
21 Tage 8 h

na, de kemmen in himml, je mehr se umderbringen desto weiter u. kriegn als belohnung 74 jungfrauen, u. drum sein de jo so brandgefährlich!

Sag mal
Sag mal
Tratscher
20 Tage 22 h

wenns es so etwas wie die Hölle geben würde.

Nathan
Nathan
Grünschnabel
20 Tage 9 h

@Staenkerer hahaha auf die wartet Luzifer und der macht sie den ganzen Tag bücken und das Fegefeuer schüren und Luzi steht dahinter – capisc? Nix mit Jungfrauen – die werden von ihren eigenen Leuten beschissen!!!

ThunderAndr
ThunderAndr
Superredner
21 Tage 11 h

Traurig!
St. Peterburg ist eine wunderschöne Stadt und eine Reise wert.

Popeye
Popeye
Tratscher
21 Tage 12 h

Es erinnert mich an Bologna 1980. Feige, fies, schrecklich.

gauni2002
gauni2002
Superredner
21 Tage 8 h

Der Islamterrorismus ist eben nicht nur ein Problem Europas, sondern der ganzen Welt, es wäre schön, wenn sich auch die EU Staaten bei der Bekämpfung einbringen lassen, anstatt die Islamisten weichzustreicheln 

Saftl
Saftl
Neuling
21 Tage 10 h

Es heart oanfoch net au 😪

Denker97
Denker97
Neuling
21 Tage 7 h

Wo sind den die Monumente die in russischer Flagge beleuchtet werden im Zeichen der Verstorbenen??

speckbrot
speckbrot
Tratscher
21 Tage 6 h

@gauni2002
Da muss ich dir widersprechen. Den islamischen Terrorismus gibt es eben nicht auf der ganzen Welt. Denk mal an Japan, Südkorea, Brasilien, Chile etc. Warum wird es dort wohl keinen geben?

Tabernakel
Tabernakel
Universalgelehrter
19 Tage 13 h

Japan: dort sind Muslime integriert 1974 kam es zur Gründung einer „Japan Muslim Federation.“
Südkorea: ebenfalls bestens integriert https://www.nzz.ch/feuilleton/der-halbmond-ueber-itaewon-1.18691940
Brasilien: d,Du erinnerst Dich an die olympischen Spiele? https://www.nzz.ch/feuilleton/der-halbmond-ueber-itaewon-1.18691940
Chile: lies selber

Fazit Islamhass wie du ihn verbreitest führt zum Gegenteil. Versuch es mal mit Hirn einschalten und Integration.

knoflheiner
knoflheiner
Tratscher
20 Tage 22 h

Selbstmordanschlag , oder Terrorist…….
beides gleich !
sind da, um Ungläubige auszurotten.

Staenkerer
20 Tage 20 h

auszurottn eher wieniger, eher panik u. ongst zu verbreitn, mocht zu zoagn u. machtlosigkeit zu vermittlen um damit mit der zeit de mocht in form eines ilamisch- diktatorisch regierten großstaates auszuspieln!

Tabernakel
Tabernakel
Universalgelehrter
19 Tage 13 h

Den Russen traue ich nicht. Da ist was seltsam:
eine DNA Analyse dauert einen Tag im Labor. Die hatten schon nach ein paar Stunden einen angeblich Verdächtigen. Wie geht das?

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
20 Tage 19 h

einfach nur furchtbar … großes Beileid an alle Betroffenen

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