Der IS bekannte sich zu dem Angriff in der afghanischen Hauptstadt

Terrormiliz IS beansprucht Raketenangriff in Kabul für sich

Dienstag, 20. Juli 2021 | 15:37 Uhr

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat einen Raketenangriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul für sich beansprucht. Dienstagfrüh (Ortszeit) waren laut Innenministerium in der Nähe des Präsidentenpalastes mindestens drei Raketen eingeschlagen. Die Geschosse gingen im Stadtzentrum unweit einer Zeremonie nieder, an der Afghanistans Präsident Ashraf Ghani teilnahm. Laut der Nichtregierungsorganisation Emergency wurden mindestens sechs Menschen verletzt.

Aus dem Innenministerium hieß es zudem, eine Rakete habe ein nur wenige Meter vom Präsidentenpalast entferntes Regierungsgebäude getroffen. In einem Video des Senders ToloNews war zu sehen, wie Ghani, Vizepräsident Amrullah Saleh und weitere hochrangige Politiker trotz des Raketenangriffs weiter beteten.

Der IS teilte auf seiner Plattform Nashir News mit, “Soldaten des Kalifats” hätten den Präsidialpalast des “afghanischen Tyrannen” angegriffen. Sie hätten mit sieben Raketen des Typs Katjuscha den Palast und innerhalb der sogenannten Grünen Zone von Kabul angegriffen und die Ziele direkt getroffen.

In einer Ansprache kurz nach dem Vorfall hatte Präsident Ghani die militant-islamistischen Taliban für den Anschlag verantwortlich gemacht. Die Islamisten hätten weder den Willen noch die Absicht, die anhaltenden Konflikte politisch beizulegen, sagte er. Man könne das Land nicht mit Raketen erobern, sondern nur, indem man die Herzen der Menschen für sich gewinne.

Der IS hat in Afghanistan zuletzt Territorien, Kämpfer und Führungsfiguren verloren. Neben der afghanischen Regierung bekämpfen auch die Taliban die Extremisten. Einem UN-Bericht von 2020 zufolge ist der IS aber weiter in der Lage, Angriffe in verschiedenen Teilen des Landes zu verüben. Zuletzt hatte der IS wieder vermehrt Angriffe für sich reklamiert. Insgesamt hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan zuletzt zugespitzt. Die Taliban kontrollieren nach mehreren Offensiven seit Anfang Mai mittlerweile knapp mehr als die Hälfte aller Bezirke des Landes.

Von: APA/dpa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

3 Kommentare auf "Terrormiliz IS beansprucht Raketenangriff in Kabul für sich"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Peerion
Peerion
Tratscher
16 Tage 10 h
Der Vormarsch der Taliban geht schneller als prophezeit. Obwohl die Offiziellen bei der NATO das sicher angenommen haben. Bei den Taliban handelt es sich aber nicht um Gotteskrieger, sondern in der Führung um Verbrecher, die irgendwelchen Kleinbauern, Kleinhändlern und Landarbeitern Versprechungen gemacht haben. Es wurde sich lediglich ein islamischer Mantel umgehägt, weil man ein paar Suren auswendig kann. Sonst ist da nicht viel. Ausser Brutalität. Von Staatsführung hat man keine Ahnung. Man wird es sehen, wenn die kitschigen Paläste mit Brausebrunnen, viel Beton und üppigen Marmor gebaut werden für die Offiziellen. Dann beginnt nämlich auch bei denen Korruption Einzug zu… Weiterlesen »
Tratscher
16 Tage 11 Min

@Peerion
Kategorie deiner Post: Geschichten aus Fantasien…

Tratscher
15 Tage 12 h

“Man wird es sehen, wenn die kitschigen Paläste mit Brausebrunnen, viel
Beton und üppigen Marmor gebaut werden für die Offiziellen.”
Na verteidigt mal diese Aussage, ihr Minus-Drücker… 😏

wpDiscuz