Unbewaffneter 47-Jähriger von Beamten in Ohio erschossen

Tödlicher Polizeieinsatz gegen Afroamerikaner empört die USA

Freitag, 25. Dezember 2020 | 01:15 Uhr

In den USA sorgt erneut ein tödlicher Polizeieinsatz gegen einen unbewaffneten Afroamerikaner für Entsetzen. Am Donnerstag verbreitete Aufnahmen von der Körperkamera eines Beamten zeigen, wie dieser den 47-jährigen Andre Maurice Hill in der Garage eines Hauses in Columbus im Bundesstaat Ohio durch mehrere Schüsse tötet. Der Bürgermeister von Columbus, Andrew Ginther, zeigte sich “empört” über den Vorfall.

Bereits drei Wochen zuvor war in der Stadt ein Afroamerikaner von der Polizei erschossen worden. Wieder einmal hätten Polizisten einen Schwarzen gesehen und gefolgert, “dass er kriminell und gefährlich ist”, kommentierte der Anwalt Ben Crump, der mehrere Familien von Opfern von Polizeigewalt vertritt, den Tod Hills.

Die Aufnahmen zeigen, wie Hill am Montagabend auf den Polizisten zuging. Er hält ein Handy in seiner linken Hand, seine rechte Hand ist nicht zu sehen. Nur wenige Sekunden später feuert der Beamte, und Hill bricht zusammen. Der Polizist war wegen eines geringfügigen Vorfalls zu dem Ort gerufen worden. Dabei ging es laut Medienberichten um einen Mann, der in einem Auto saß und dieses wiederholt startete und abschaltete.

Warum der Polizist schoss, ist unklar. Das Video ist ohne Ton. Hill trug keine Waffe. Laut Lokalmedien sollen gegen den Polizisten schon früher Beschwerden wegen unverhältnismäßigen Gewalteinsatzes eingegangen sein.

Anfang Dezember war in Columbus der 23-jährige Casey Goodson Jr. von einem Polizisten erschossen worden, als er nach Hause zurückkehrte. Nach Angaben seiner Familie hielt er ein Sandwich in seiner Hand, das der Beamte für eine Schusswaffe hielt.

Im ablaufenden Jahr gab es in den USA monatelange landesweite Proteste gegen exzessive Gewalt und Rassismus. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch den Tod des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota. Am Rande der überwiegend friedlichen Proteste kam es wiederholt zu Ausschreitungen.

dja

250103 Dez 20

Von: APA/AFP

Kommentare

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26 Kommentare auf "Tödlicher Polizeieinsatz gegen Afroamerikaner empört die USA"


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Ars Vivendi
26 Tage 17 h

Ob ein anderer Präsident diese andauernde Polizeigewalt stoppen kann, wage ich zu bezweifeln.

freindlich_bleiben
freindlich_bleiben
Grünschnabel
26 Tage 15 h

Uaner kannt amoll ounfongen.
Hoben dei amol sou Ongst, dass dr Gegenüber a Pistol hot odr warum weart gefühlt sou schnell gschoßen? I muan es muass woll ollm a Überwindung sein auf an Mensch zu schiaßen …

Faktenchecker
26 Tage 13 h

Ars..
So Leute wie Du haben schon von vorherein verloren. Vorauseilender Gehorsam schadet allen Veränderungen.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
26 Tage 9 h

Weil derzeit ja “defund the police” in ist und man der Polizei die Mittel streicht und somit das training der Beamten schlechter wird werden sich solche Episoden leider häufen. Egal ob der Trump oder der Biden Präsident ist.

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
23 Tage 17 h

@6079_Smith_W 
wie sieht “defund the police” genau aus bzw. was beinhaltet dies und warum ist das jetzt schon eine schlechte Idee? du scheinst dich dazu informiert zu haben

Ars Vivendi
23 Tage 16 h

@Faktenchecker..ich bedauere dich ob deiner Verwirrtheit. Was habe ich zu verlieren, wenn es in den USA eine nicht zu kontrollierende Polizeigewalt gibt ? Vorauseilender Gehorsam ? Hä ? Hatte ich vielleicht, als meine Frau noch lebte 😉. Diese tiefverwurzelte Diskriminierung der “dunkelhäutigen Bevölkerung” in den USA wird kein !! Präsident, egal ob Demokrat oder Republikaner, in seiner/n Amtszeit/en beenden können. Und das mit der Diskriminierung Dunkelhäutiger ua. gilt nicht nur für Nordamerika. Da sollten besonders einige europäische Staaten sehr zurückhaltend sein…😡

sophie
sophie
Universalgelehrter
26 Tage 14 h

Es braucht eine Anderung der Grundgesetze die die Polizei in America besitzt, Gesetze die auch für Afro und Latinos gelten, nicht nur für weisse, Biden hat dringenden Handlungsbedarf die Polizeikräfte in ihren Taten etwas ein zu schränken

Faktenchecker
26 Tage 13 h

Hast Du mal die Links zu den unterschiedlichen Gesetzen?

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
26 Tage 8 h

@sophie
ich würde sagen, wenn sich die Afro und Latinos mehr an die geltenden Gesetz halten täten, würden sie weniger oft erschossen. Loyd, womit die Proteste anfingen, war ein Krimineller und kein Held. In einem Land wo jeder mit einer Waffe rumlaufen kann ist es viel gefährlicher das man erschossen wird.

sophie
sophie
Universalgelehrter
26 Tage 7 h

@der echte Aaron
Diese Probleme waren schon vor Floyd present nicht erst seid seinem Tode. Es kann nicht jeder Selbstjustiz üben, mit einer Waffe in der Hand

sophie
sophie
Universalgelehrter
26 Tage 7 h

@der echte Aaron
Da ich über 20 Jahre in den Staaten zu tun habe, glaube ich sagen zu können dass ich nicht der Meinung bin, dass sich Afro und Latinos nicht an die Gesetze halten, dieses Phänomen wird es auf der ganzen Welt geben, nicht nur in den Staaten…..

OrtlerNord
OrtlerNord
Neuling
26 Tage 6 h

@der echte Aaron
Er hatte eine Handy ,der andere ein Sandwich in der Hand und wurden mit mehreren Schüssen erschoss. Für mich ist das ganz einfach MORD.
Wenn ich mit dem Knie dir Luft abschnüre bis du Tot ,dann ist das ganz einfach Mord.

Echt iaz
Echt iaz
Grünschnabel
26 Tage 6 h

@der echte Aaron

Genau so ischs👍👍👍 niamand weart lei so erschossn, von nicht kimp nicht. Und wegn Rassismus, in Amerika wearn mehr weiße erschossn wia forbige lei das ba die weißn nicht wegn Rassismus gsog wearn kon und deswegn net so viel wierbl gemocht weart

In Amerika geaz holt hörtor zua wia ba ins do und wenn die Cops sem sich ols gfolln losatn tat gonz oanfoch die Anarchie ausbrechen

Echt iaz
Echt iaz
Grünschnabel
25 Tage 19 h

Jedor wos sich an die Gesetze holtet weart a nicht zu befürchten hobn, lei aus Spaß setzt a Polizist sichor net sein Job und Privatleben afs spiel

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
23 Tage 16 h

@der echte Aaron 
und weil Floyd ein Krimineller war (das nie jemand bestritten hat), darf sich der Polizist so an ihm vergehen, dass er stirbt? 
Minutenlanges misshandeln, das ist dann in Ordnung? 
Vor allem wenn man betrachtet wie es zu der Situation kam, kann man den Polizisten nicht in Schutz nehmen. 
Aber genau wie in jeder Gruppe gibt es überall “schwarze Schafe”, die die gute Arbeit der vielen anderen in den Dreck ziehen. 
Dieser Polizist war so einer, wie man ihn verteidigen kann ist mir schleiherhaft. 

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
23 Tage 16 h

@Echt iaz 
geh in die Tiefen des Internets und schaue dir die Videos zum Tathergang an. Dann brauch man auch nicht meinen zu glauben, dass Floyd das Problem war. “von nicht kimp nicht” ist hier sehr fehl am Platz.
Und dein Gedankenspiel mit “mehr weiße werden getötet” ist auch Augenauswischerei, denn du solltest diese auch in Relation zur Bevölkerungsgruppe setzen, da sind nämlich Schwarze an Nr1: 
https://de.statista.com/infografik/5487/toedliche-polizeigewalt-in-den-usa/

rm8882
Grünschnabel
26 Tage 15 h

Mehr als rassismus ist es ein problem von einer weit ausklaffenden sozialen ungleichheit, die usa sind eben ein extrembeispiel. Es gibt genügend arme weisse die erschossen werden von der ausserkontrolle geratenen polizei, nur sind diese keine notiz wert. Diese polizeigewalt ist politisch motiviert, weil die reichenkaste der usa mächtig angst hat von einem aufbegehren der wachsenden teile der bewölkerumg die in armut lebt. Die obere schicht will die privilegien bewahren, und koste es menschenleben, kein problem.

Faktenchecker
26 Tage 13 h
ahiga
ahiga
Superredner
26 Tage 9 h

..wenn die beiteiligten an so einer schiesserei oder ähnlichem, erst über das nachdenken müssten was du da schreibst…dann gute nacht.
schiss haben die ..und fühlen sich nebenbei fast göttlich..

Kingu
Kingu
Grünschnabel
26 Tage 6 h

Faktenchecker bleib lieber bei deinen gecheckten Wahnvorstellungen ist besser, Amerika gehört wahrscheinlich zu den tolerantesten aller Staaten, neben Kanada. Leute wie du, sollten mal in die arabischen Länder gehen, wo auf Ausübung einer anderen Religion die Todesstrafe steht, vietnamesische und andere asiatische Leiharbeiterinnen wie Sklaven behandelt werden. Gründe für ein potenzielles Profiling und nicht Rassismus, findest du in FBI Statistiken, die sind übrigens öffentlich zugängig.

ivo815
ivo815
Kinig
25 Tage 21 h

Die Statistiken beweisen das Gegenteil von dem, was du da von dir gibst

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
23 Tage 16 h

@ivo815 
diese Statistik wird interessanterweise immer ignoriert von jenen die sagen “es werden mehr Weiße getötet” …… 

sepp2
sepp2
Superredner
26 Tage 13 h

man kann sagen was man will, aber in den gefährlichsten Gegenden in den Usa wohnen ausschließlich schwarze. Wurde bei meinem Usa Aufenthalte oft gewarnt nicht in solche Gegenden zu gehen. Selbst in new York da wollte ich zwei Straßen vom Zentrum gehen,da hat ein Polizist zu mir gesagt ich sollte nicht weiter gehen da es dort für weiße gefährlich ist.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
26 Tage 11 h

Das ist dann wohl eine Frage der Perspektive. Wenn Sie ein Farbiger wären, müssen Sie in bestimmten Straßen und Gegenden um Ihr Leben fürchten.

brunner
brunner
Universalgelehrter
26 Tage 13 h

Anhaltende Polizeigewalt? Wo lebst du? Die Kriminalität in Europa ist im Vergleich zu den USA ein besseres Märchen…..möchte einmal wissen wieviele Polizisten in den USA jährlich im Dienst erschossen werden…übrigens ist es mir vollkommen egal ob der Täter weiß oder schwarz oder gelb ist….

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