Trump ist mit seinen Äußerungen wenig diplomatisch

Ton zwischen USA und Nordkorea deutlich verschärft

Mittwoch, 09. August 2017 | 19:14 Uhr

Im Krieg der Worte zwischen den USA und Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump am Mittwoch noch einmal nachgelegt. “Mein erster Befehl als Präsident war, das nukleare Arsenal zu erneuern und zu modernisieren”, schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter. “Jetzt ist es weit stärker und kraftvoller als jemals zuvor.” Pjöngjang hatte zuvor mit einem Raketenangriff auf das US-Überseegebiet Guam gedroht.

Der Androhung Nordkoreas war eine Provokation Trumps vorausgegangen: “Nordkorea sollte besser keine weiteren Drohungen gegen die USA machen. Ihnen wird mit Feuer und Wut begegnet werden, wie es die Welt niemals zuvor gesehen hat. Er (Kim Jong-un) war über das normale Maß hinaus sehr drohend. Wie ich bereits gesagt habe, ihnen wird mit Feuer, Wut, und offen gesagt, Macht begegnet werden, wie es die Welt so noch niemals zuvor gesehen hat”.

Pjöngjang konterte diese Äußerungen Trumps mit der Androhung eines Raketenangriffs auf das 3.000 Kilometer entfernte Guam im Pazifik. Die nordkoreanischen Streitkräfte zögen eine solche Attacke “ernsthaft in Erwägung”, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Der Plan zum Angriff könne “jederzeit” ausgeführt werden, sobald Staatschef Kim die Entscheidung dazu treffe, sagte ein Armeesprecher. Die USA sollten ihre “rücksichtslosen militärischen Provokationen” unterlassen, sodaß man nicht “gezwungen” sei, eine “unvermeidliche militärische Entscheidung” zu treffen.

US-Außenminister Rex Tillerson versuchte am Mittwoch auf dem Rückflug von Malaysia, auf dem er einen Tankstopp auf Guam einlegte, die Gemüter zu beruhigen. Er glaube nicht, dass es eine unmittelbare Bedrohung gebe, die Amerikaner könnten ruhig schlafen. Trump habe nur die nordkoreanische Rhetorik in gleicher Sprache beantworten wollen. Auf der Insel sind rund 6.000 US-Soldaten stationiert.

Auch Guams Gouverneur Eddie Calvo reagierte gelassen auf die Drohungen aus Pjöngjang. Das US-Außengebiet sei “auf alle Eventualitäten vorbereitet”, erklärte Calvo in einer Fernsehansprache. Guams Sicherheitsberater George Charfauros sagte, die 162.000 Inselbewohner sollten sich “entspannen und das Paradies genießen”.

Weniger gelassen waren hingegen die internationalen Reaktionen. China als wichtigster Verbündeter Nordkoreas rief beide Seiten zur Mäßigung auf. Washington wie Pjöngjang sollten “Worte und Taten” unterlassen, die die Spannungen steigern könnten, erklärte die Regierung in Peking.

Die EU verfolge die eskalierenden Spannungen “mit großer Sorge”, sagte eine EU-Kommissionssprecherin am Mittwoch in Brüssel. Die EU habe wiederholt das nordkoreanische Nuklear- und Raketenprogramm scharf verurteilt. Dieses stelle eine Verletzung der in UNO-Resolutionen ausgedrückten internationalen Verpflichtungen durch Nordkorea dar.

Die von KCNA zitierten nordkoreanischen Drohungen nehmen direkt Bezug auf die US-Luftwaffenbasis Andersen auf Guam, von der die Vereinigten Staaten immer wieder strategische Bomber des Typs B-1 zu Militärmanövern in Richtung koreanische Halbinsel entsandt haben. Erwogen wird demnach ein Angriff mit ballistischen Raketen des Typs Hwasong-12, um die US-Streitkräfte auf Guam und ihre dort stationierten Bomber in Schach zu halten – schließlich sei die Insel der potenzielle “Ausgangspunkt für eine Invasion in Nordkorea”.

Pjöngjang rechtfertigte dies mit einer Mobilisierung des US-Atomwaffenarsenals sowie jüngsten US-Raketentests und Übungen mit Langstreckenbombern über Südkorea. “Solche Militärmanöver der USA könnten in der momentan extrem heiklen Situation auf der koreanischen Halbinsel einen gefährlichen Konflikt provozieren”, hieß es.

Nordkorea habe für die Entwicklung seiner strategischen Waffen “alles riskiert” und nutze sie “weder als Faustpfand, um Anerkennung von Dritten zu bekommen, noch für irgendeinen Tauschhandel”. Vielmehr seien sie “ein wichtiges militärisches Mittel, um entschlossen den politischen und wirtschaftlichen Druck der USA sowie ihre militärischen Drohungen zu kontern”.

In einer weiteren Stellungnahme kündigte ein nordkoreanischer Militärsprecher laut KCNA an, auf einen möglichen “Präventivkrieg” der US-Streitkräfte mit einem “grenzenlosen Krieg” zu reagieren, der “sämtliche Stützpunkte des Gegners ausrotten wird, auch auf dem US-Festland”.

Inzwischen ist Nordkorea nach Erkenntnissen der USA und Japans in der Lage, Raketen mit Miniatur-Atomsprengköpfen zu bestücken – auch Interkontinentalraketen. Wie die “Washington Post” am Dienstag unter Berufung auf Geheimdienstquellen berichtete, habe Nordkorea nach Einschätzung des Geheimdienstes DIA bei seinem Atom- und Raketenprogramm viel schnellere Fortschritte gemacht als bisher angenommen. Nordkorea habe einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur vollwertigen Atommacht getan, berichtete die Zeitung.

In Seoul hat das konkrete Folgen: Unter dem Eindruck der Gefahr aus dem Norden rief Südkoreas Präsident Moon Jae-in zu einer tiefgreifenden Reform der eigenen Streitkräfte auf. “Ich glaube, wir brauchen eine vollständige Verteidigungsreform im Sinne einer Wiedergeburt, anstatt nur einige Modifizierungen oder Verbesserungen durchzuführen”, sagte Moon am Mittwoch der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge. Demnach will Südkorea unter anderem Raketen mit höherer Sprengkraft anschaffen, um unterirdische Bunker zerstören zu können.

Die NATO zeigte sich “besorgt wegen der anheizenden und bedrohlichen Rhetorik”. “Wir fordern Nordkorea auf, von weiteren Provokationen Abstand zu nehmen und seine nuklearen und ballistischen Raketenprogramme in einer vollständigen, nachprüfbaren und irreversiblen Weise aufzugeben, wie es die Vereinten Nationen verlangen”, sagte ein Sprecher der “Heilbronner Stimme” (Donnerstag).

Trotz Verboten des UNO-Sicherheitsrates und Warnungen aus dem Ausland hatte Nordkorea am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Nordkoreas Staatschef Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UN-Sicherheitsrat die bisher schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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27 Kommentare auf "Ton zwischen USA und Nordkorea deutlich verschärft"


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Lingustar
Lingustar
Tratscher
11 Tage 23 h

Der Irre in Pyöngyang, der Irre In Teheran, der Irre in Damascus, der Irre in Caracas, der Irre in Saudi Arabien, der Irre in Manila, der Irre in Ankara, die Irre in Berlin, weitere Dutzende Irre in Afrika…. Nicht zu vergessen die Irren in Moskau und Washington…..  WER züchtet die eigentlich alle?

witschi
witschi
Universalgelehrter
11 Tage 22 h

und was run wir? wir warnen immer noch vor hitler und mussolini…..

gapra
gapra
Tratscher
11 Tage 22 h

Na ja, die Intelligenzbestien sitzen ja anscheinend in Südtirol und legen fest, wer zu den Irren zählt.

Tabernakel
11 Tage 19 h

@witschi
Und vor witschi. Haben Deine Helden eigentlich schon getankt?

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
11 Tage 19 h

@Lingustar
Dann sind wir j froh dass Obercapo Lingustar alles im griff hat …
In all seiner “Gscheitheit” verwundert es, dass es Lingustar nur bis hierher, anonym auf Südtirolnews geschafft hat!
Normal, laut seiner Rethorik müste er besser als Merkel u co. sein!
Der Retter der Welt so zusagen?
Tja, das ist die klassische Haltung eines Dompfplouderers

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
11 Tage 19 h

gapra, hab mir das selbe gedacht!
Aber das haben Pro**ten so an sich, glauben sie sind die Kings wenn sie anonym in die Tasten hämmern

Lingustar
Lingustar
Tratscher
11 Tage 16 h

@matthias_k … und bei Dir braucht man sich nur deine Statistik anzuschauen, das macht jedweden weiteren Kommentar überflüssig. Die spricht BÄNDE !!

Tabernakel
11 Tage 16 h

@Lingustar
Klick nur weiter auf rot so lange Du keine Argumente hast. Viel Spaß mit der Sehnenscheidenentzündung…. 😂😂

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
11 Tage 15 h
😂😂😂😂😂😂 Ach Lingustar, nach all deinem gscheiden Gelabere müsste man annehmen, du würdest ein wenig mehr zustande bekommen, wenn du mal Gegenwind spürst … aber das mickrige Argument mit den Däumchen bestätigt deine Dompfplouderei nur noch mehr …. du bist wirklich nur hier um zumindest ein bisschen Selbstwertgefühl zu tanken, was? Traurig, wirklich traurig … Glaubst du mich intressieren diese Bewertungen? Auweh 😊 Vor allem hier auf SN bin ich fast schon stolz auf meine Däumchen-Werte 😊 Du hast ja schon bewiesen, dass du deine Meinung so anpasst, um ja so viele Likes zu bekommen … und das macht dich… Weiterlesen »
gapra
gapra
Tratscher
11 Tage 14 h

@Lingustar Bei diesen Statistiken ist man gern im Minus

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
10 Tage 12 h

@Lingustar
p.s. deine Däumchen-Statistik bei deinem letzten Kommentar ist aber auch nicht die Beste, kommt deshalb keine Antwort mehr?
Hahaha ich lah mich krum bei all den Tastaturhelden hier … und im realen Leben kriegen sie den Mund nicht auf 😂😂
Und wie gapra schon sagt, man kann hier fast stolz drauf sein auf die eigene Statistik

zombie1969
zombie1969
Superredner
11 Tage 22 h

Solange China und die USA nicht an einem Strang ziehen, hat Kim Jong-un mehr oder weniger Narrenfreiheit. Die Chinesen fürchten nicht den Krieg mit Nordkorea, aber die anschliessenden Folgen. D. Trump wird nur aktiv werden, wenn die Nordkoreaner einen wirklichen militärischen Fehler machen. Sonst wird er sich verhalten wie sein Vorgänger B. Obama, ausser bei den Worten und auf Twitter.

Antivirus
Antivirus
Tratscher
11 Tage 17 h

Zombie 1969@ was hat diese Junge den bis Heute böses gemacht,,,,,???? im Gegensatz zu den AmIS

Lingustar
Lingustar
Tratscher
11 Tage 16 h

@Antivirus Gegenfrage: Was hätte er denn bis heute wohl alles so  gemacht, wenn es die Amis in Süd Korea nicht gäbe..?

Tabernakel
11 Tage 16 h
Tabernakel
11 Tage 16 h
Antivirus
Antivirus
Tratscher
11 Tage 15 h

@Lingustar schade dass es den Kleinen Bösen Nordkoreaner im Nahen Osten nicht schon seit 50 Jahren gibt, dann hätten wir vielleicht Heute weniger Probleme 😂😂😂😂😂😂aber Zum Glück gibt’s da ja noch Russland

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
11 Tage 15 h

Antivirus
Er lässt sein Volk verhungern,verarmen für sein Atomprogramm und zwingt ihnen ein system ohne freie Meinung uvm auf.
Das sollte doch genug “böses” sein

witschi
witschi
Universalgelehrter
11 Tage 20 h

sind halt gefährlich die kommunisten

Lingustar
Lingustar
Tratscher
11 Tage 16 h

und die sogenannten größten Demokraten der Welt nicht minder…!!

schleifer
schleifer
Grünschnabel
11 Tage 21 h

Heiße luft…

Lingustar
Lingustar
Tratscher
11 Tage 16 h

Hoffentlich !!

Lucifer
Lucifer
Neuling
11 Tage 19 h

Ich stelle mir immer wieder die selbe Frage: Was macht Nordkorea schlimmeres als die USA? Todesstrafe? Nein, ist in beiden Ländern aktiv! Folter?Nein, wird in beiden Ländern praktiziert! Nordkorea könnte jetzt einen atomaren Sprengkopf bauen, der so klein ist um ihn auf Langstreckenraketen zu montieren. Die USA haben sich mit Russland geeinigt, dass beide Länder nicht mehr als 6000!!!! dieser Sprengköpfe besitzen dürfen…..
Das ist echt nicht ironisch gemeint, kann mir das jemand erklären? Was hat Nordkorea gemacht um sich dermaßen den Hass anderer Länder zuzuziehen? Liegt es etwa trotzdem an der Staatsform?

Lucifer

Feli
Feli
Grünschnabel
11 Tage 20 h

Die USA hat doch Jahrzehntelange Erfahrung mit Raketenabwehrsystemen. Mich würd es wundern wenn von 10 Raketen überhaupt eine ihr Ziel trifft…

Lingustar
Lingustar
Tratscher
11 Tage 16 h

Was erst noch zu beweisen wäre. Und ich habe da so meine bedenken, wenn man bedenkt, was die USA militärisch schon alles vermurkst haben.
Allerdings dürfte eines feststehen….  wenn Speckschwarte Kim so eine Knallerbse losschicken sollte, dann hat er mit Sicherheit seinen letzten Furz gelassen. (An die Folgen will ich allerdings auch nicht denken)

Tabernakel
10 Tage 19 h
Sun
Sun
Grünschnabel
11 Tage 5 h

Die Überschrift sollte eigentlich lauten:
 Konflikt zwischen zwei Irren.

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