Ministerpräsident Rajoy ist kritisch gegenüber Quim Torra

Torra und Puigdemont rufen Madrid zum Katalonien-Dialog auf

Dienstag, 15. Mai 2018 | 20:12 Uhr

Der neue separatistische Regierungschef Kataloniens, Quim Torra, hat den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy zum Dialog aufgerufen. Sein erstes Ziel sei, “der spanischen Regierung Gespräche anzubieten”, sagte er am Dienstag in Berlin neben seinem Vorgänger und Parteifreund Carles Puigdemont. Die Zwangsverwaltung Kataloniens durch die spanische Zentralregierung müsse sofort beendet werden.

Die Regierung von Mariano Rajoy müsse endlich das Wahlergebnis vom Dezember akzeptieren, bei dem die separatistischen Kräfte eine Mehrheit der Parlamentssitze errungen hatten. Torra appellierte an Rajoy, die Zwangsverwaltung sobald wie möglich zu beenden, unter die die Region im Zuge des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums vom Oktober gestellt worden war, und der Region die Kontrolle über ihre Finanzen zurückzugeben.

Der im Herbst von Madrid abgesetzte Puigdemont, der vor der spanischen Justiz ins Ausland geflohen war und in Berlin auf die Entscheidung der deutschen Justiz über seine Auslieferung wartet, sagte: “Wir müssen Gespräche beginnen und eine politische Lösung für diesen politischen Konflikt finden.” Allerdings will die katalanische Regierung weiter die Unabhängigkeit der Region vorantreiben.

Rajoy erklärte sich am Abend zu Gesprächen mit Torra bereit. “Ich denke, dass es positiv wäre, ein Treffen abzuhalten, und ich werde ihm zuhören.” Jedoch betonte der Regierungschef gleichzeitig, dass eine Abspaltung Kataloniens weiterhin nicht zur Debatte stünde. Wie ein Kompromiss mit der Zentralregierung aussehen könnte, ist unklar.

Torra war am Dienstag mit knapper Mehrheit zum katalanischen Regierungschef gewählt worden – nur zehn Tage bevor die Frist ablief, nach der eine Neuwahl nötig geworden wäre. Vier Versuche einer Regierungsbildung waren zuvor an den Justizproblemen der vorgeschlagenen Kandidaten gescheitert. Torra, ein Anwalt und Verleger, ist juristisch hingegen nicht vorbelastet.

Er wiederholte erneut, was er bereits im Parlament von Barcelona gesagt hatte: Puigdemont sei der rechtmäßige Präsident von Katalonien und müsse früher oder später wieder an der Spitze der Region stehen. Er selbst sehe sich als “Interimspräsident”.

Von: apa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Torra und Puigdemont rufen Madrid zum Katalonien-Dialog auf"


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MartinG.
MartinG.
Superredner
8 Tage 18 h
Mit Puigdemonts Strohmann Quim Torra hat der katalanische Separtismus endgültig den Schwenk zum ultraradikalen Nationalismus vollzogen. Schon seit Jahren fällt der neue “Präsident” in den sozialen Netzwerken mit Sprüchen auf, die sich hart an der Grenze zum offenen Rassismus bewegen. Unter anderem hat er Spanischsprechende Katalanen als Bestien, Hyänen, Vipern und Schnitzeljäger bezeichnet. http://www.elmundo.es/cataluna/2018/05/15/5af9e6a246163fc7138b456e.html Der eklatante Misserfolg der Separatisten mit Null Aussicht auf internationale Anerkennung und Staatlichkeit plus EU und Euro verursacht bei den enttäuschten Hardlinern immer radikalere Blüten und spült die widerlichsten Figuren des Cat-Separatismus an die Oberfläche. Spanier in Cat sind bereits heute diskriminierte Bürger zweiter Klasse, figurati sollte… Weiterlesen »
Karl
Karl
Superredner
8 Tage 7 h
wieviel Wahlen möchtet ihr Antidemokraten den eigentlich noch sehen.? Möchtet ihr dem katalanischen Volk auch noch vorschreiben was und wen sie zu wählen haben. Man könnte doch Wahlzettel mit einem Namen einführen, dass würde dann eohl hoffentlich passen. Wenn man nicht verstehen will dass da in Kataloniene einiges von Seiten der Zentralregierung und ihrem bärtigen Nationalistenführer versaut worden ist ist euch leider nicht zu helfen. Das mindeste was nun Madrid herausrücken muss ist eine totale Autonomie , aber nicht eine wie unsere bei der man für jeden Bleistiftkauf in Rom anfragen muss und die hauptsächlich Möchtegernitalienern gut gefällt, sondern eine… Weiterlesen »
Tabernakel
8 Tage 18 h

Der ist nur der willfährige verlängerte Arm des Putschdement. Auch der wird irgendwann gegen Gesetze verstoßen.

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
8 Tage 8 h

@Tabernakel   Gesetze, geschrieben mit Faschistenhand,auch das sind Gesetze,und gehen Gut für Faschisten.
Findest du sie für Gut die Gesetze aus Faschistenhand?

Tabernakel
8 Tage 17 h

Putschdement ist in Madrid ein gern gesehener Gast.

Karl
Karl
Superredner
8 Tage 7 h

Lange nichts mehr gelesen.🤣🤣🤣🤣Ich sehe die 210000 hast du ja trotzdem noch locker vor Pfingsten geschafft. Nun kannst du in Ruhe die 250.000 anpeilen. Bis zum Sommerurlaub ist das locker drinnen.🤞🤞🤞

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