Demo gegen die Militärherrschaft in der Metropole Yangon

Tote bei Protesten gegen Militärjunta in Myanmar

Sonntag, 04. Juli 2021 | 13:54 Uhr

In Myanmar haben Sicherheitskräfte Berichten eines Augenzeugen und mehrerer Medien zufolge bei Zusammenstößen mit Protestierenden mindestens 25 Menschen getötet. Zu den Auseinandersetzungen sei es in der im Zentrum des Landes gelegenen Stadt Depayin gekommen, berichtete am Sonntag ein Anrainer, der aus Furcht vor Repressalien seinen Namen nicht in den Medien genannt sehen wollte.

Vier Militärlastwagen hätten am Freitagmorgen Soldaten in die Stadt gebracht. Jugendliche der örtlichen Volksverteidigungskraft, die sich aus Opposition zur Militärregierung gebildet hat, hätten sich den Soldaten entgegengestellt. Die Protestierenden seien nur mit behelfsmäßigen Waffen ausgerüstet gewesen. Die Soldaten hätten auf sie geschossen und sie zurückgedrängt. 25 Menschen seien dabei getötet worden. Ähnliches berichteten die BBC Burmese Service Website und der Than Lwin Khet News Service.

Die staatliche Zeitung “Global Night of Myanmar” meldete dagegen, “bewaffnete Terroristen” hätten patrouillierende Sicherheitskräfte in einen Hinterhalt gelockt. Ein Soldat sei getötet, sechs seien verletzt worden. Nach Vergeltungsmaßnahmen der Soldaten hätten sich die Angreifer zurückgezogen. Ein Sprecher des Militärs reagierte nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme zu den Ereignissen in Depayin. Die Stadt liegt in der Region Sagaing, rund 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Naypyidaw.

Die Volksverteidigungskraft erklärten auf ihrer Internet-Seite, 18 ihrer Mitglieder seien getötet und elf verletzt worden. Solche Organisationen wurden in vielen Teilen Myanmars gegründet, um sich dem Militär entgegenzustellen. Einige stehen in Verbindung zur oppositionellen Regierung der Nationalen Einheit, die im Untergrund als eine Art Schattenregierung installiert wurde.

Seit dem Militärputsch am 1. Februar und dem Sturz der Regierung von De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi gibt es regelmäßig Proteste gegen das Militär. In vielen Teilen des Landes, in dem zahlreiche Ethnien leben, kommt es immer wieder zu Gewalt. Auch rund zwei Dutzend ethnische Milizen kämpfen seit Jahrzehnten in den Grenzgebieten für mehr Autonomie. Die Stadt Depayin aber liegt im Kernland der Mehrheit der Bamar, die auch das Militär dominieren.

Kardinal Charles Bo, Erzbischof von Yangon, prangerte die Lage in Myanmar angesichts der Gewalt durch die Militärjunta und der Corona-Pandemie unterdessen an. “Überall explodiert der Hunger. Tausende sind zu Flüchtlingen im eigenen Land geworden, kämpfen im Dschungel um ihr Überleben. Jetzt infizieren sich jeden Tag Tausende mit dem tödlichen Virus”, sagte Bo am Sonntag laut Kathpress in einem Gottesdienst. “Unser Volk ringt mit dieser Dunkelheit”, fügte er laut Manuskript hinzu. Über die Zeit seit dem Militärputsch vom 1. Februar sagte der Kardinal: “In den vergangenen fünf Monaten wurde unser Glaube auf die Probe gestellt. Wie können wir an einen Gott glauben, wenn in der Realität alles Gottes Liebe widerspricht?”

Von: APA/Reuters

Kommentare

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13 Kommentare auf "Tote bei Protesten gegen Militärjunta in Myanmar"


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Tigre.di.montana
24 Tage 11 h

@ohma: wir können uns aber darauf einigen, die mordenden Putschisten als Mörder zu verurteilen?

ohma
ohma
Tratscher
24 Tage 10 h

@tigre
Wir könnten uns eher darauf einigen, dass du kein Arzt bist…

Tigre.di.montana
24 Tage 7 h

Ich arbeite in der Onkologie, wenn Du weißt was das ist. Und habe heute morgen, ganz brav, meine Patienten versorgt. Und mache in 3 Wochen Urlaub in Südtirol. Und hoffe niemals so tief zu sinken dass ich Leute wie Putin oder Lukaschenko verteidige. Und dass ich nie wieder auf dem Grab zweier junger usbekischer Soldaten sitze und mit dem Vater auf seine toten Söhne zutrinke, die bei der Niederlage der Russen in Afghanistan fielen. Ich sah einem seiner Söhne so ähnlich dass er mich angesprochen hatte. Neue russische Rekruten wurden auf Transporter verladen…

ohma
ohma
Tratscher
24 Tage 6 h

@tigre
Du klingst ganz stark nach einem, der gerne Rührgeschichten erfindet. Ich glaub dir kein Wort.

Chrys
Chrys
Superredner
24 Tage 6 h

@ tigre.di.montana
Mordende Putschisten sind fast immer als Mörder zu verurteilen, außer wenn sie gegen ein Regime wie z.B. in Syrien vorgehen. Und auch da sind Zweifel angebracht.
Das Problem auf dieser Seite ist das, wann immer man ein Fehlverhalten Russlands oder Chinas aufzeigt, dann wird nicht in der Substanz geantwortet, sonder nur dass Amerika noch viel schlechter ist. Es geht nicht darum, wer im Wettrennen der Ungerechtigkeiten Sieger ist, sondern man diskutiert eben von Fall zu Fall.
Die Situation in Myanmar ist und bleibt ein Verbrechen.

Tigre.di.montana
24 Tage 6 h

@Ohma: keine “Rührgeschichten”, sondern Leben. Aus Fleisch und Blut. Von Dir, @Heris, @Quilombo und anderen erfährt man immer nur dass die Verbrechen Putins oder Lukaschenkos keine Verbrechen seien…

olter
olter
Tratscher
23 Tage 19 h

@tigre
“… sondern Leben. Aus Fleisch und Blut.”
Schon wieder kommt der kleine Relotius zum Vorschein.
qed.

quilombo
quilombo
Superredner
23 Tage 18 h

@Tigre.di.montana, weil keine Verbrechen vorliegen. Die welche du erfindest, sind eben keine.

Tigre.di.montana
22 Tage 4 h

@Ohma:
“tigre
Du klingst ganz stark nach einem, der gerne Rührgeschichten erfindet. Ich glaub dir kein Wort.”
Ich war 1986 in Kasachstan und Usbekistan. Du aber bleibst im Dunkeln, Duvschreibst im Südtirolforum, aber schreibst nur pro-russische Kommentare.
Und das macht kein Südtiroler.
Du bist ein pro-russischer Troll, ohne jeglichen Bezug zu Südtirol.
Moskau führt Krieg gegen die Freiheit.
Und ich sage Dir eins: Bei den Südtirolern geratwt Ihr an die Falschen. Die wissen was Freiheit ist.

Tigre.di.montana
24 Tage 13 h

Die hier in den Kommentarspalten Südtirol News sonst fleissig über das Unrecht der Regierenden schreibenden pro-russischen Trolle schweigen hier. Es sind ja nur Menschen in einem asiatischen Land, die sich gegen eine Miltärjunta wehren, die einen von Russland unterstützten Putsch gemacht und die rechtmäßige Regierung abgesetzt hat.
Und da Russland das Regime in Myanmar auch weiterhin von Russland unterstützt wird, wird es wohl seine Richtigkeit haben…`

ohma
ohma
Tratscher
24 Tage 12 h

@tigre
Was deine Intention mit deinen Kommentaren ist ist klar; ist leicht erkennbar daran wann genau du hier in den Kommentarspalten auftauchst und was du schreibst. Jedenfalls bezweifle ich stark, dass die an den Burmesen selbst etwas liegt.

Zefix
Zefix
Superredner
24 Tage 11 h

jo für die gibs lei russlond als bösen sell hobmer olle verstondn 😉

Rabe
Rabe
Tratscher
24 Tage 5 h

des isch Politik! auf seine vielen Möglichkeiten

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