Irrtümlicher Angriff

Tote bei US-Luftangriff auf Hochzeit in Afghanistan

Dienstag, 05. September 2017 | 18:25 Uhr

US-Streitkräfte haben nach Angaben der Behörden in Afghanistan irrtümlich eine Hochzeitsgesellschaft angegriffen. Dabei wurden zwei Menschen getötet und mehrere verletzt, sagte Abdul Sami Sharifi, der Bezirksgouverneur von Karabag in der Provinz Kabul, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Der Luftangriff hat sich demnach am Montagabend ereignet. Die Hochzeitsgäste hätten, wie in der Region üblich, zum Feiern in die Luft gefeuert. Die ausländischen Streitkräfte hätten dies für einen Angriff gehalten, fügte der Gouverneur hinzu. Von den US-Streitkräften gab es bisher keine Bestätigung des Vorfalls.

Die Zahl der US- und der afghanischen Luftangriffe auf Taliban und die Terrormiliz IS steigt angesichts des Wiedererstarkens der Islamisten seit Monaten. Bis Mitte August waren es allein mehr als 2.200 US-Luftschläge. Gleichzeitig häuft sich die Anzahl der zivilen Opfer. Allein vergangene Woche wurden mindestens 28 Zivilisten getötet. Laut UNO stieg im ersten Halbjahr 2017 die Zahl der durch Luftangriffe getöteten und verletzten Zivilisten (232) im Vergleich zu 2016 um 43 Prozent.

Von: APA/dpa