"Erste Berichte deuten auf eine terroristische Tat hin"

Tote und Verletzte bei Explosionen in Damaskus und Afrin

Sonntag, 20. Januar 2019 | 14:29 Uhr

Bei einer Explosion in der syrischen Hauptstadt Damaskus hat es nach Angaben von Aktivisten am Sonntag Tote und Verletzte gegeben. Die “starke Explosion” habe sich in der Nähe eines Gebäudes des Militärgeheimdienstes ereignet, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Bei einer Explosion in der nordsyrischen Stadt Afrin wurden den Angaben zufolge drei Zivilisten getötet.

Nach der Explosion in Damaskus habe es Schüsse gegeben. Der oppositionsnahen Beobachtungsstelle zufolge war zunächst unklar, ob die Explosion durch eine Bombe oder einen Selbstmordanschlag ausgelöst wurde. “Einige Menschen wurden getötet und verletzt”, erklärte die in Großbritannien ansässige Organisation, deren Angaben unabhängig kaum zu überprüfen sind. Die genaue Zahl sei aber noch unklar. Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete dagegen keine Opfer.

Zuvor hatte das Staatsfernsehen von einer Explosion nahe der Schnellstraße im Süden der Stadt berichtet. “Erste Berichte deuten auf eine terroristische Tat hin”, hieß es dort ohne nähere Angaben.

Die Explosion in Afrin ging der Beobachtungsstelle auf eine Bombe zurück, die in einem Bus im Zentrum der Stadt deponiert war. Außer den drei toten Zivilisten gab es demnach neun Verletzte, unter ihnen bewaffnete Kämpfer. Türkische Truppen und mit ihnen verbündete Rebellengruppen hatten die Region Afrin nach einer zweimonatigen Boden- und Luftoffensive von kurdischen Kräften, namentlich den Volksverteidigungseinheiten (YPG), zurückerobert.

Für Ankara ist die YPG-Miliz ein “Ableger” der PKK, die seit Jahrzehnten gegen den türkischen Staat kämpft. Die Türkei, die USA und die Europäische Union stufen die PKK als Terrororganisation ein. Die USA unterstützen die YPG jedoch mit Waffen, Luftangriffen und Spezialkräften im Kampf gegen den IS.

Die Türkei fordert seit Jahren den Abzug der syrischen Kurdenmiliz auch aus dem Gebiet um die Stadt Manbij. Dort sind weiterhin US-Soldaten stationiert. Im vergangenen Dezember drohte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erneut mit einer Offensive auf Manbij. Da US-Präsident Donald Trump kurz darauf ankündigte, alle Truppen aus Syrien abzuziehen, riefen die YPG die syrische Regierung zu Hilfe.

In Syrien tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg, in dem bereits mehr als 360.000 Menschen getötet und Millionen weitere vertrieben wurden. Die Truppen von Machthaber Bashar al-Assad kontrollieren rund zwei Drittel des Landes. Im vergangenen Mai vertrieben sie nach eigenen Angaben Jihadisten aus dem Süden von Damaskus und brachten damit zum ersten Mal seit sechs Jahren die Hauptstadt und ihre Umgebung “vollständig” unter ihre Kontrolle.

Die syrische Staatsführung verzeichnete in jüngster Zeit mit Unterstützung ihrer Verbündeten Russland, dem Iran und der libanesischen Hisbollah zahlreiche Siege über Rebellen und Jihadisten. Sie kontrolliert mittlerweile wieder zwei Drittel der Fläche des Landes.

Von: APA/ag./dpa

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