In den Palästinensergebieten geht es seit dem US-Entscheid rund

Tote und Verletzte bei Unruhen in den Palästinensergebieten

Freitag, 22. Dezember 2017 | 15:36 Uhr

Tausende Palästinenser haben sich am Freitag erneut gewaltsame Konfrontationen mit israelischen Sicherheitskräften geliefert. Zwei Palästinenser aus dem Gazastreifen seien getötet und Dutzende weitere verletzt worden, als es nach den muslimischen Freitagsgebeten zu Protesten kam, teilte das örtliche Gesundheitsministerium mit.

Nach Angaben der israelischen Armee bewarfen rund 2.000 Palästinenser israelische Soldaten entlang der Grenzlinie zum Gazastreifen mit Steinen und rollten brennende Autoreifen in ihre Richtung. Soldaten hätten auf zentrale Anstifter geschossen.

Jihia al-Sinwar, Gaza-Chef der radikalislamischen Hamas, hatte für Freitag zu einem “Tag des Bluts” aufgerufen. Damit sollte gegen die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump protestiert werden, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen.

Nach Angaben der Armee kam es am Freitag auch an zahlreichen Orten im Westjordanland zu gewaltsamen Protesten. Insgesamt hätten rund 1.700 Palästinenser daran teilgenommen. Demonstranten hätten Brandflaschen und Steine auf israelische Sicherheitskräfte geworfen. Drei Palästinenser seien verletzt worden.

Seit der US-Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels sind damit bei Unruhen im Heiligen Land und durch israelische Luftangriffe im Gazastreifen zehn Palästinenser getötet worden. Hunderte Palästinenser wurden verletzt.

Die UNO-Mitgliedstaaten haben erst am Donnerstag mit großer Mehrheit eine Resolution zum Status Jerusalems angenommen. Nur neun Länder, darunter die USA und Israel, stimmten dagegen. Für Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas haben sich die USA als Friedensvermittler im Nahost-Konflikt “disqualifiziert”, wie er am Freitag bei einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte. Macron sah die USA als politisch isoliert: “Die Amerikaner sind im Abseits”.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan begrüßte die große Zustimmung zur Jerusalem-Resolution in der UNO-Vollversammlung und verurteilte die Drohungen der USA, zustimmenden Staaten die Hilfsgelder zu streichen, als “Erpressung”. “Solche Erpressungen versetzen dem Charakter von Institutionen wie der UNO einen Schlag, die das Rückgrat des internationalen Systems sind”, sagte Erdogan am Freitag in Ankara.

Erdogan und Russlands Präsident Wladimir Putin drängten am Freitag erneut auf die Gründung eines Palästinenserstaates. Die beiden hätten in einem Telefonat ihren Willen bekräftigt, “weiter auf die Realisierung des Rechts des palästinensischen Volkes auf einen unabhängigen Staat hinzuarbeiten”, erklärte der Kreml am Freitag. Zudem hätten sie vereinbart, sich weiter für “die Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts auf der Grundlage des internationalen Rechts” einzusetzen.

Von: APA/dpa