Elide Mussner fordert Bettenobergrenze

“Tourismus eine große soziale Verantwortung”

Dienstag, 30. August 2022 | 12:49 Uhr

Bozen – Der Tourismus ist der drittstärkste ökonomische Sektor in unserem Land, er hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm weiterentwickelt. Der Tourismus ist aber auch jener Sektor, der am meisten von einer intakten und gesunden Natur abhängt. Dies betont Elide Mussner, Tourismusreferentin der Gemeinde Abtei und Kandidatin der Grünen für die Mitte-Links-Allianz im Kammerwahlkreis Meran-Bozen-Unterland.

In diesem Sinne habe der Tourismus eine große soziale Verantwortung, die man sehr ernst nehmen sollte. „Der Bettenstop, der unlängst durch das genehmigte Landestourismusentwicklungsprogramm genehmigt wurde, ist eine begrüßenswerte Maßnahme; eine Maßnahme, die nicht als Einschränkung sondern als Lenkung gesehen werden soll. Denn wir alle wollen einen gesunden und stabilen Tourismus, und einen solchen wird es in Zukunft nur geben, wenn wir jetzt anfangen dieser Zukunft eine Form zu geben,“ so Elide Mussner.

Die ersten Schritte in dieser Richtung seien getan, jetzt brauche es den richtigen Mut, um eine klare Richtung auch zu halten. Es brauche klare Nachhaltigkeitskriterien, nach denen die auszuweisenden Betten zugewiesen werden. “Handelt ein Unternehmen nachhaltig? Dann soll er in der Zuweisung der verfügbaren Betten Vorrang haben”, so Mussner.

Der Landeskontingent an Betten müsse erhöht werden, fünf Prozent der verfügbaren Betten pro Gemeinde sei zu wenig, um ein Gleichgewicht in der Verteilung der Tourismusentwicklung einzubringen. “Wir müssen von der Mentalität der Tourismushochburgen weg und hin zu einer ausgewogenen Verteilung der Tourismusintensität”, fordert Mussner.

Den Gemeinden müssten klare Vorschriften gemacht werden, was die Kriterien für die Zuweisung der Betten angeht. “Wir werden sonst in einem Chaos an verschiedenen Umsetzungen landen, das der ganzen Branche Unmut bringen und dem Gleichgewicht schaden wird.”

Der Bettenvorschuss von 7000 Betten für die Gemeinden und 1000 Betten für das Land müsse entweder ganz fallenoder klare Kriterien in der Verteilung haben, um touristisch unterentwickelten Gemeinden die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln und um einer überdimensionierten Entwicklung, einem Boom an Betten in den Tourismushochburgen entgegenzuwirken. “Es soll kein Stillstand entstehen, aber es muss bewusst und überlegt vorgegangen werden, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht”, so Mussner.

Die Gemeinden dürften bei den Kontrollen nicht alleine gelassen werden. Es handle sich um eine schwierige und sehr delikate Rolle, die klare Richtlinien von Seiten der Landesregierung braucht.

“Der Urlaub auf dem Bauernhof ist ein Wahrzeichen des Südtiroler Tourismus, die Symbiose zwischen Bauernschaft und Gastlichkeit. So soll es auch bleiben! Dafür braucht es klare Regeln, auch für die Bettenentwicklung im Urlaub auf dem Bauernhof, um Spekulationen vorzubeugen aber auch um die Authentizität des Angebots nicht zu verwässern. Grenzen zu setzen ist immer schwierig, denn es bedeutet Verzicht und Selbstkontrolle. Die Bettenobergrenze ist eine Eingrenzung, die notwendig ist, damit der Südtiroler Tourismus sich bewusst, nachhaltig und umweltschonend weiterentwickeln kann. Diese Entscheidung wird sich auch ökonomisch auszahlen, denn es geht darum einem Massentourismus entgegenzuwirken und die Qualität und Einzigartigkeit unseres Tourismus zu bewahren. Mögen wir den Mut dazu haben!“, schließt Elide Mussner.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "“Tourismus eine große soziale Verantwortung”"


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Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 3 Tage

…isch des net grad erst beschlossen worden?…

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