Nach Kritik von Baumgartner an Tiroler Fahrverboten

Transit: Gurgiser wirft Frächterverbandspräsident “Dreistigkeit” vor

Sonntag, 11. Oktober 2020 | 13:55 Uhr

Der Obmann des Transitforums Austria-Tirol, Fritz Gurgiser, wirft dem Präsidenten des italienischen Frächterverbands ANITA, Thomas Baumgartner, “Dreistigkeit und Unverschämtheit” vor. Der Grund: Dieser hatte die Tiroler Fahrverbote kritisiert und gemeint, wenn die Straßeninfrastruktur knapp werde, müsste sie “24 Stunden und sieben Tage pro Woche” für den Transit offen sein und nicht reduziert werden.

Ansonsten konzentriere sich der Verkehr nur auf die Tagesstunden mit dem großen Pendlerverkehr, hatte Baumgartner im APA-Gespräch gemeint. Die Brennerstrecke an der A22, A13, A12 und A93 habe gar kein “Infrastrukturproblem”, wie Baumgartner irrtümlich meine, erwiderte Gurgiser gegenüber der APA scharf und erklärte: “Sie hat nur das Problem, dass die vier betroffenen Länder – Bayern, Nord- und Südtirol sowie das Trentino – durch ihre unkoordinierten verkehrs- und finanzrechtlichen Rahmenbedingungen den internationalen Transit anstelle der eigenen Bevölkerung und Regionalwirtschaft schützen”. Dafür sollte sich der ANITA-Präsident jeden Tag “dankbar zeigen, anstatt von einem ‘7-Tage und 24-Stunden-Transitterror’ durch eine der schönsten alpinen Regionen zu träumen”.

Der Transitforum-Obmann kritisierte zudem, dass Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) zu den Aussagen Baumgartners schweige. Dabei habe dieser den Transit doch zur “Chefsache” erklärt. Gleichzeitig forderte Gurgiser unter anderem einmal mehr eine Mauterhöhung im Rahmen der bestehenden Wegekostenrichtlinie, ein Lkw-Nachtfahrverbot zum Schutz der Bevölkerung, der Berufskraftfahrer und der Tourismuswirtschaft sowie Lkw-Fahrverbote für alle Euroklassen mit restriktiven Ausnahmen für den Ziel- und Quellverkehr.

Von: apa

Bezirk: Bozen