Der US-Präsident wolle niemanden drängen

Trump dämpft Erwartungen an Gipfel mit Kim Jong-un

Montag, 25. Februar 2019 | 09:27 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat die Erwartungen an weitreichende Ergebnisse beim bevorstehenden zweiten Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un gedämpft. Er sei nicht in Eile, ein Atomwaffenabkommen mit Kim zu schließen, sagte Trump am Sonntag in Washington. Er wolle niemanden drängen. “Ich will nur keine Tests. Solange es keine Tests gibt, sind wir zufrieden.”

Nach Angaben eines südkoreanischen Präsidialamtssprechers könnten Trump und Kim auch ein formelles Ende des Korea-Kriegs vereinbaren. “Die Möglichkeit besteht”, sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge. Seit dem Kriegsende 1953 gibt es nur einen Waffenstillstand. Trump und Kim wollen sich Mittwoch und Donnerstag in Hanoi treffen.

Bei ihren ersten Gipfel vor acht Monaten in Singapur hatten beide die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel als Ziel vereinbart. Konkrete Ergebnisse haben die Gespräche beider Seiten nicht erbracht. Nordkorea hat seit September 2017 keinen Atomsprengsatz mehr getestet, der letzte Test einer ballistischen Langstreckenrakete fand im November 2017 statt. US-Außenminister Mike Pompeo sagte dem TV-Sender Fox, er hoffe auf substanzielle Fortschritte beim Treffen in Hanoi, denn es fehlten immer noch konkrete Schritte Nordkoreas zur atomaren Abrüstung. Davon machen die USA Zugeständnisse bei Sanktionen abhängig, unter denen das abgeschottete Nordkorea ächzt. Trump erklärte in den vergangenen Tagen, bedeutende Fortschritte würden es ihm ermöglichen, Sanktionen aufzuheben.

Trumps Äußerungen haben Spekulationen befeuert, die USA könnten sich mit begrenzten Abmachungen zufriedengeben. Nach Angaben aus Washington und Seoul ist unter anderem die Rede von der Zulassung von Beobachtern bei der Demontage des nordkoreanischen Atomreaktors Yongbyon und die Eröffnung von Verbindungsbüros beider Länder. Zudem könnte das formale Ende des Korea-Kriegs erklärt werden. Die Kampfhandlungen im Korea-Krieg von 1950 bis 1953 wurden mit einem Waffenstillstand beendet. Einen von Nordkorea seit Jahren geforderten Friedensvertrag gibt es nicht. Die kommunistische Führung in Pjöngjang verlangt zudem Sicherheitsgarantien.

Kim ist seit Sonntag per Zug auf dem Weg nach Vietnam, wo er am Dienstag erwartet wird. Wegen der bevorstehenden Ankunft haben vietnamesische Sicherheitskräfte am Montag den Bahnhof Dong Dang an der Grenze zu China abgeriegelt. Kims Zug dürfte am Dienstag in den früheren Morgenstunden eintreffen. Es wird erwartet, dass der Machthaber in Dong Dang für die restlichen 170 Kilometer bis Hanoi in ein Auto umsteigt.

Trump wird nach Angaben des nordkoreanischen Außenministeriums am Dienstagabend in Hanoi erwartet, wo für Mittwoch in der Früh ein Treffen mit Präsident Nguyen Phu Trong angesetzt ist. Details zu Ort und Zeit des Gipfeltreffens mit Kim sind noch nicht bekannt.

Von: APA/ag.

Kommentare

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6 Kommentare auf "Trump dämpft Erwartungen an Gipfel mit Kim Jong-un"


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Tabernakel
26 Tage 1 h

Typisches blabla der Goldlocke.

typisch
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Kinig
25 Tage 23 h

Diplomatie af hohem niveau, da kannst du einiges noch lernen

typisch
typisch
Kinig
26 Tage 2 h

Zimlich authentische aussage, alles andere wäre auch eine lüge.

InFlames
InFlames
Grünschnabel
25 Tage 21 h

…und lügen tut der Donald ja bekanntlich NIE!!!
Auf einmal wird er aber ganz schön kleinlaut. Kein Gepolter, kein Geschrei…. ist auch nicht schön, zugeben zu müssen, dass ihn Kim wie den Tanzbären am Nasenring durch die Manege führt.
Doch kein so grosser Erfolg, die Nordkorea-Mission des Herrn T.????

typisch
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Kinig
25 Tage 17 h

@InFlames
Ach ja hab ich die letzten atomtests von kim der obama u clintonanhänger nicht mitbekommen

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
25 Tage 23 h

In Hanoi dürfen nachts keine Fotos geschossen werden, damit man nicht
sieht, wie viele Haushalte ohne Strom auskommen müssen. Und so ein Land
soll Atombomben in großer Stückzahl herstellen können? Warum dann keinen
Atom-REAKTOR? Die Technologie und Resourcen haben sie ja anscheinend.

Mal schauen, wie sich die Amis rauswinden. Sie haben den Gegner hochstilisiert, haben große Forderungen gestellt, die nicht erfüllt werden können, weil die zu zerstörende Hardware schlichtweg nicht vorhanden ist.
Jetzt müssen sie entweder ihre Forderungen zurückschrauben oder aber sie lügen gemeinsam mit Nordvietnam, behaupten dass die Anlagen, die es nie gegeben hat, zerstört worden sind.

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