Trump hat offenbar noch genug Kollegen, die ihm den Rücken stärken

Trump droht Clinton mit weiteren Angriffen auf Ehemann Bill

Dienstag, 11. Oktober 2016 | 11:26 Uhr

Der wegen seiner abfälligen Äußerungen über Frauen unter Druck geratene US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump droht seiner Rivalin Hillary Clinton mit weiteren persönlichen Attacken. “Wenn sie noch mehr Aufnahmen mit unangemessenen Äußerungen veröffentlichen wollen, werden wir auch weiterhin über unangemessene Dinge reden, die Bill und Hillary Clinton tun”, sagte Trump auf seiner Wahlkampftour.

Trump war wegen einer Videoaufzeichnung aus dem Jahr 2005 in Bedrängnis geraten, in der er damit prahlt, sich als Prominenter gegenüber Frauen alles erlauben zu können. Veröffentlicht hatte die Aufnahmen am vergangenen Freitag die “Washington Post”. Bei dem aggressiv ausgetragenen zweiten Fernsehduell gegen Clinton in der Nacht auf Montag waren die sexistischen Äußerungen eines der zentralen Themen.

Der Republikaner ging nach dem Bekanntwerden des Videos zum Gegenangriff über und attackierte Clintons Ehemann, Ex-Präsident Bill Clinton. Hillary Clinton kenne das “räuberische Verhalten” ihres Mannes seit Jahrzehnten und statt ihn zu stoppen, habe sie es zugelassen, dass er “noch mehr Frauen missbraucht”, sagte Trump nun erneut. Clinton sei eine “totale Heuchlerin”, denn gleichzeitig behaupte sie, sich für Frauen einsetzen zu wollen.

Vor dem Sitz von CNN in Los Angeles fanden sich unterdessen am Montag etwa 20 Trump-Anhänger ein und protestierten gegen die in ihren Augen einseitige Berichterstattung des Senders. “Die Medien sagen nicht die Wahrheit, sie reden nur von der Linken, von Hillary”, sagte ein 75-jähriger Demonstrant namens Bill. Nur der konservative Sender Fox News bilde eine Ausnahme.

Trump bekommt auch Rückhalt von der Parteispitze. Der Vorsitzende der Republikaner, Reince Priebus, betonte nach Angaben von zwei Mitgliedern des nationalen Organisationsgremiums der Partei, dass die Führung nicht mit Trump gebrochen habe.

“Wir sind vollständig an Bord”, sagte eine der Personen, die anonym bleiben wollte. Das Gremium, das unter anderem das Sammeln von Wahlkampfspenden koordiniert, werde sich uneingeschränkt dafür einsetzen, dass Trump die Wahl in knapp einem Monat gegen die Demokratin Hillary Clinton gewinnen werde. Zuvor hatte sich wie bereits mehrere Spitzenvertreter der Partei auch der ranghöchste Republikaner im Kongress, Paul Ryan, von Trump distanziert.

Trump kritisierte den Vorsitzenden des Repräsentantenhauses dafür scharf via Twitter: “Paul Ryan sollte sich mehr damit befassen, den Haushalt auszugleichen, und mit Jobs und illegaler Einwanderung. Er sollte seine Zeit nicht damit verschwenden, den Kandidaten der Republikaner zu bekämpfen.”

Ryan hatte in einer Telefonkonferenz mit Republikanern im Kongress gesagt, bis zur Wahl werde er Trump weder verteidigen noch gemeinsam mit ihm auftreten. Stattdessen werde er sich darauf konzentrieren, die Mehrheit der Republikaner in beiden Kongresskammern zu sichern. Sollte die Demokratin Hillary Clinton gewinnen, dürfe nicht auch der Kongress an ihre Partei fallen, sagte Ryan Teilnehmern zufolge. Andernfalls erhielte sie einen “Blankoscheck”. Ryan stellte später aber auch klar, er habe seine Unterstützung Trumps nicht grundsätzlich zurückgezogen.

Neben dem Präsidenten stehen am 8. November auch alle Abgeordneten im Repräsentantenhaus sowie ein Drittel der Senatoren zur Wahl. Dazu kommen Abstimmungen in den einzelnen Bundesstaaten und Kommunen. Viele der republikanischen Kongresspolitiker fürchten offenbar um ihre Wahlchancen angesichts des umstrittenen Präsidentschaftskandidaten Trump. Dieser steht seit Veröffentlichung eines Videos am Freitag massiv unter Druck. Darin ist zu hören, wie er sexistisch und vulgär über Frauen spricht.

Von: APA/ag.

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