Trump will mehr Respekt für die USA von den Palästinensern

Trump droht Palästinensern mit Streichung von Finanzhilfen

Mittwoch, 03. Januar 2018 | 08:05 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat den Palästinensern eine fehlende Bereitschaft zu Friedensgesprächen vorgeworfen und deswegen mit dem Stopp von Finanzhilfen gedroht. Die Palästinenser reagierten verärgert. “Wir lassen uns nicht erpressen”, erklärte eine führende Vertreterin der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas, Hanan Ashrawi, am Mittwoch.

“Präsident Trump hat unser Streben nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sabotiert”, erklärte Ashrawi. “Jetzt wagt er es, den Palästinensern die Schuld für die Konsequenzen seines eigenen unverantwortlichen Handelns zu geben.”

Trump hatte zuvor im Kurzbotschaftendienst Twitter mit einer Streichung von US-Finanzhilfen für die Palästinenser gedroht, da die USA von diesen “weder Anerkennung noch Respekt” bekämen. “Sie wollen überhaupt nicht über einen längst überfälligen Friedensvertrag mit Israel verhandeln”, fügte er hinzu und fragte: Warum sollten die USA dann künftig noch an ihren massiven Zahlungen festhalten?

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, erklärte in New York, die USA wollten die finanzielle Hilfe für die Palästinenser einstellen, bis diese an den Verhandlungstisch zurückkehrten. Sie bezog sich dabei auf US-Gelder für eine UNO-Behörde, die Flüchtlinge in den palästinensischen Gebieten unterstützt. Diese US-Hilfen beliefen sich 2016 auf knapp 370 Millionen Dollar (306,67 Mio. Euro). Erst am Montag hatte Trump Pakistan wegen mangelnder Hilfe im Kampf gegen den Terror mit einer Kürzung von Hilfszahlungen gedroht.

Die Beziehungen der USA zu den Palästinensern hatten sich Anfang Dezember weiter verschlechtert, als Trump mit der jahrzehntelangen US-Politik gebrochen und Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt hatte. Diese Entscheidung sorgte in der arabischen Welt für teils gewaltsame Proteste. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil von Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen palästinensischen Staates. Jerusalem, wo sich Heiligtümer von Juden, Christen und Muslimen befinden, ist einer der größten Streitpunkte in dem seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt in der Region. Israel hat den Ostteil von Jerusalem im Krieg von 1967 besetzt und dann annektiert, was international aber nicht anerkannt wird. Es sieht trotzdem ganz Jerusalem als seine Hauptstadt an.

Von: APA/ag.

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4 Kommentare auf "Trump droht Palästinensern mit Streichung von Finanzhilfen"


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zombie1969
zombie1969
Superredner
13 Tage 13 h
Wie oft hätte Palästina ein souveräner Staat sein können, hätten die Araber nur Israel anerkannt? Zwei oder fünf mal? Man kommt mit dem zählen nicht hinterher. Und wie oft wurde so ein Angebot mit einem Krieg oder Terror beantwortet? Den aktuellen Führern der Palestinenser ist nicht an einem eigenen Staat gelegen. Sie wollen den eigenen Staat nur in Verbindung mit der Auslöschung Israels. Israel hätte ihnen Ost-Jerusalem gegeben für Frieden. Der islamistische Hass der Führer der Paläestinsergebiete ist stärker als ihre Liebe zu ihrem eigenen Volk. Siehe “The green Prince”. Und glaubt man wirklich daran, dass ein friedlicher, freiheitlich-demokratischer und… Weiterlesen »
Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
13 Tage 10 h
Erstens ist das nicht die volle Wahrheit, zweitens sind leider beide Seiten nicht richtig intressiert und drittens gibt es noch die Interessen von der Arabischen Liga und den Usa. Letztere zwei sind das Hauptproblem. Die Liga fordert jerusalem und alle besetzten Gebiete. Ost jerusalem bzw nur teilweise war israel nur einmal bereit abzugeben. Das war unter Olmert und Abbas. Damals gab es wirklich eine Chance. Doch leider war die Zeit zu knapp und die Gegner arbeiteten eines stark dagegen. Olmert verlor die Mehrheit und Netanjahu war gegen diese Lösung. Die hardliner in israel werden nie Kompromisse eingehen und die palestinänser… Weiterlesen »
speckbrot
speckbrot
Superredner
13 Tage 13 h

Höchste Zeit. Hoffentlich bleibt es aber nicht nur bei leerem Geschwafel, so wie man es von den übrigen Politikern gewohnt ist.

witschi
witschi
Universalgelehrter
13 Tage 11 h

alles streichen

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