Nun geht es darum, den Gipfel nicht platzen zu lassen

Trump empfängt Moon zur Vorbereitung auf Gipfel mit Kim

Dienstag, 22. Mai 2018 | 12:36 Uhr

US-Präsident Donald Trump und Südkoreas Präsident Moon Jae-in tauschen sich am Dienstag in Washington über das Verhältnis zu Nordkorea aus. Das Treffen gilt als eine wesentliche Vorbereitung des für den 12. Juni geplanten Gipfels zwischen Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Zuletzt war dieses in Singapur anberaumte Treffen wieder in Frage gestellt worden.

Nordkorea hatten wegen US-Militärmanövern in Südkorea mit der Absage des Gipfels gedroht und auch den innerkoreanischen Dialog vorübergehend auf Eis gelegt. Trump hatte seinen südkoreanischen Kollegen am Wochenende bereits angerufen, um die Lage vor dem Gipfel zu besprechen. Berichten zufolge treibt den US-Präsidenten zunehmend die Sorge um, dass der Gipfel mit Kim erheblich komplizierter werde als zunächst von ihm angenommen, hieß es.

Trotz schärferer Töne aus Nordkorea zweifelt der US-Verbündete Südkorea jedoch nicht daran, dass das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un planmäßig stattfindet. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich beide wie verabredet am 12. Juni in Singapur treffen, liege bei “99,9 Prozent”, sagte der Nationale Sicherheitsberater Chung Eui-yong am Dienstag. Trotzdem bereiteten sich die USA und Südkorea auf “verschiedene Möglichkeiten” vor, zitierte ihn die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap auf dem Flug nach Washington.

Trump selbst hatte die Vermutung ins Spiel gebracht, Nordkorea könnte maßgeblich von Seiten Chinas beeinflusst werden. Trump hatte am 9. März die Einladung Nordkoreas zu einem Gipfeltreffen angenommen. Nach anhaltend massiven Spannungen waren die vergangenen Wochen von Annäherungen zwischen Süd- und Nordkorea geprägt gewesen.

Zuletzt hatte der Norden aber auch deutlich gemacht, dass er mit den Verhandlungszielen der USA für das Treffen in Singapur nicht einverstanden ist. Die USA verlangen eine vollständige, überprüfbare und unumkehrbare atomare Abrüstung Nordkoreas – und dies möglichst schnell.

US-Vizepräsident Mike Pence warnte Nordkorea vor dem Versuch, Trump auszuspielen. “Es wäre ein großer Fehler von Kim Jong Un, wenn er denkt, er können Donald Trump ausspielen”, sagte Pence am Montagabend. Er zweifle nicht daran, dass Trump auch einfach den Gipfel in Singapur verlassen könne. “Ich glaube nicht, dass Präsident Trump über Öffentlichkeitsarbeit nachdenkt, ihm geht es um Frieden.”

Die Führung in Pjöngjang lehnt einseitige Schritte bisher ab. Sie sieht das Atomprogramm als Faustpfand in Verhandlungen und Absicherung ihrer Macht. Nordkorea hat nicht zuletzt deswegen auch den Gipfel mit Trump in Frage gestellt.

Ein Streitfall ist auch die Person des Nationalen Sicherheitsberaters der USA, John Bolton. Dieser hatte mehrmals ein Modell wie in Libyen für Nordkorea als angemessen erachtet. Libyens früherer Machthaber Muammar al-Gaddafi wurde von Rebellen nach seiner Entmachtung getötet.

Nach Nordkoreas Protest hatte Trump in der vergangenen Woche zurückrudern und erklären müssen, im Falle einer Einigung werde Nordkorea Sicherheiten zuerkannt bekommen. Es gehe nicht um einen Regimewechsel. Nordkorea soll sich gegen eine Teilnahme Boltons an dem Gipfeltreffen stemmen. Auch in Südkorea, das auf einen Frieden mit dem Nachbarn hofft, wird die aggressive Rhetorik Boltons Berichten zufolge nicht gerne gehört.

Von: APA/dpa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Trump empfängt Moon zur Vorbereitung auf Gipfel mit Kim"


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Orschgeige
Orschgeige
Superredner
1 Monat 2 Tage

Hoffentlich ist Trump noch lange mit Kim beschäftigt. So hat er weniger Zeit sich mit Strafzöllen gegen Europa zu beschäftigen.

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Ich wünsch mir – was das angeht – das Gegenteil.
Die USA können sich einen Finanz-Schlagabtausch mit Europa nicht leisten. Würde er tatsächlich die Zölle verhängen und Europa Gegenmaßnahmen einleiten, dann würden die USA den kürzeren ziehen. Das weiß er, deswegen zögert er den Konflikt raus, so lange es geht. So lange er uns eine “Gnadenfrist” einräumt, wirkt er stärker.

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Nein, es liegt auf keinen Fall daran, dass Trump einfach … Trump ist und versucht, schon vor dem Treffen den großen Mann zu spielen.
Nein, es ist garantiert Schuld der Chinesen.
Alles klar.
Er hat bis heute nicht verstanden, wie wichtig es in Asien ist, den Gegenüber das Gesicht wahren zu lassen. Einseitig diktierte Voraussetzungen ohne Gegenleisung sind einach nicht drin, da stellen sie sich quer. Er muss den Nordkoreanern auf gleicher Höhe begegnen, egal, wie viel mächtiger seine Streitkräfte sind.

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