Donald Trump bei Wahlkampfveranstaltung im Angriffsmodus

Trump fordert von “New York Times” Namen des anonymen Autors

Freitag, 07. September 2018 | 14:33 Uhr

Nach dem explosiven Gastbeitrag eines anonymen Regierungsmitarbeiters in der “New York Times” hat US-Präsident Donald Trump die umgehende Veröffentlichung des Autorennamens gefordert. “Um der nationalen Sicherheit willen sollte die “New York Times” seinen Namen sofort veröffentlichen”, sagte Trump am Donnerstag. Unterdessen forderte die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren Trumps Absetzung.

Der anonyme Autor hatte von systematischem “Widerstand” gegen den Präsidenten in dessen eigener Regierung berichtet. Trump nannte den Autor bei einem Wahlkampfauftritt in Billings im US-Bundesstaat Montana einen “Feigling” und fügte hinzu: “Der sogenannte Widerstand ist wütend, weil ihre furchtbaren Ideen vom amerikanischen Volk zurückgewiesen worden sind, und es treibt sie in den Wahnsinn.” Bei dem Gastbeitrag in der “scheiternden” “New York Times” handle es sich um den jüngsten Akt dieses Widerstandes. Nicht-gewählte Funktionäre, die sich den Wählern widersetzten, um ihre eigenen geheimen Pläne voranzutreiben, seien “wahrlich eine Bedrohung für die Demokratie an sich”.

Auch First Lady Melania Trump verurteilte am Donnerstag die Entscheidung der “New York Times”, den Artikel zu veröffentlichen und warf dem anonymen Autor vor, das Land zu “sabotieren”. “An den Autor des Leitartikels: Sie schützen dieses Land nicht, Sie sabotieren es mit Ihrem eigenen feigen Verhalten”, erklärte Melania Trump.

Der Urheber des am Mittwoch veröffentlichten Gastbeitrags hatte dagegen eher Trump als Gefahr für die Demokratie porträtiert. Der anonyme Bericht hatte die US-Regierung in Aufruhr versetzt, die Suche nach dem Autor des explosiven Textes läuft. In dem Gastbeitrag heißt es, hochrangige Regierungsmitarbeiter vereitelten bewusst die Umsetzung von Plänen Trumps, um Schaden vom Land abzuwenden.

Die “Washington Post” berichtete am Donnerstag, die Verunsicherung im Weißen Haus nach der Veröffentlichung sei enorm. Dort werde der Text auf bestimmte Sprachmuster untersucht, um dem Urheber auf die Spur zu kommen. US-Außenminister Mike Pompeo und Vize-Präsident Mike Pence wiesen öffentlich weit von sich, etwas mit dem Text zu tun zu haben. Eine ganze Reihe weiterer Kabinettsmitglieder ließen ebenfalls über ihre Sprecher erklären, dass sie nicht Urheber des Beitrages seien.

Darin heißt es, Trumps Handeln sei “dem Wohlergehen unserer Republik abträglich”. Der Präsident verstehe nicht, “dass viele hochrangige Mitarbeiter in seiner eigenen Regierung von innen heraus unablässig daran arbeiten, Teile seines Programms und seiner schlimmsten Neigungen zu verhindern.”

Der Informationsdienst “Axios” berichtete am Donnerstag, nach der Veröffentlichung in der “New York Times” hätten sich bei ihnen zwei weitere Regierungsmitarbeiter gemeldet und gesagt, der Autor des Beitrags spreche ihnen aus der Seele. “Viele von uns hätten sich gewünscht, wir hätten das geschrieben”, zitierte “Axios” einen von ihnen. “Es gibt Dutzende und Dutzende von uns.”

Die “New York Times” bezeichnet den anonymen Autor als “senior official”, womit viele Regierungsmitarbeiter gemeint sein können. Unklar ist also, wie hochrangig der Autor tatsächlich ist. Klar ist aber, dass er ein verheerendes Bild von Trumps Weißem Haus zeichnet – wie am Tag zuvor schon der Pulitzer-Preisträger Bob Woodward.

Am Dienstag wurden erste Auszüge von Woodwards neuem Buch über die Trump-Präsidentschaft veröffentlicht, das kommende Woche erscheint. Trump nennt dies eine “erfundene Geschichte”. Auch in dem Buch werden Zweifel daran geweckt, ob der Präsident eigentlich die Kontrolle im Weißen Haus hat.

Nach dem anonymen Zeitungskommentar hat die demokratische Senatorin Elizabeth Warren die Anwendung des 25. Verfassungszusatzes zur Absetzung des Präsidenten ins Spiel gebracht. “Wenn ranghohe Regierungsmitarbeiter der Meinung sind, dass der Präsident der Vereinigten Staaten nicht in der Lage ist, seinen Job zu machen, dann sollten sie den 25. Verfassungszusatz anwenden”, sagte Warren am Donnerstag dem Sender CNN.

Warren, die als potenzielle Kandidatin der Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2020 gilt, zeigte sich alarmiert, dass ranghohe US-Beamte anonyme, aber vernichtende Kritik am Präsidenten übten, aber keine Konsequenzen entsprechend der Verfassung zögen. “Was für eine Krise haben wir hier, wenn ranghohe Beamte glauben, dass der Präsident seinen Job nicht machen kann, sich dann aber weigern, die Regeln anzuwenden, die in der Verfassung dargelegt sind?”, sagte Warren. Beides gehe nicht.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama beginnt unterdessen ab Freitag eine Serie von Wahlkampfauftritten für die Demokraten. Der Vorgänger des republikanischen Amtsinhabers Donald Trump soll eine Rede an der University of Illinois in Urbana halten.

Einer Sprecherin zufolge wird Obama seine Anhänger zur Teilnahme an den Kongresswahlen im November aufrufen, da “die Gefahr für unser Land zu groß ist, als dass die Wähler sie aussitzen könnten”. Traditionell halten sich ehemalige US-Präsidenten nach dem Ende ihrer Amtszeit aus der Alltagspolitik heraus. Auch Obama hat sich bisher eher im Hintergrund gehalten.

Von: APA/ag.

Kommentare

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13 Kommentare auf "Trump fordert von “New York Times” Namen des anonymen Autors"


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andr
andr
Superredner
14 Tage 8 h

Hahaha er reagiert wie ein Kind er schlägt um sich will den Täter vernichten als ob das was nützen würde

denkbar
denkbar
Kinig
14 Tage 6 h

@andr . Er ist ein launenhafter Belzebub 😏

Leonor
Leonor
Superredner
14 Tage 5 h

andr

Genau so ist es!

Leonor
Leonor
Superredner
14 Tage 5 h

Ich mache a riessen Kreuz, wenn der Präsident nimmer „regiert“.

hoglsturm
hoglsturm
Grünschnabel
14 Tage 2 h

wer oder welche konns besser?ols a sauhaufn die popitik weltweit

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
14 Tage 7 h

Als Präsident sollten ihm seine rechtlichen Mittel bekannt sein. Er kann ja ein Gerichtsverfahren anstreben. Allerdings glaube ich auch, dass er weiß, dass er ein solches verlieren würde. Gesetzlich ist ziemlich genau geregelt, wann die Presse einen Namen preisgeben muss. Und die verletzten Gefühle eines Präsidenten betreffen wohl kaum die nationale Sicherheit.

Die nationale Sicherheit wäre nur dan gefährdet, wenn die Aussagen von offizieller Seite als wahr anerkannt werden (denn dann würden Leute im WH gegen den Präsidenten arbeiten) und Trump behautet ja felsenfest, dass alles gelogen ist.

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
13 Tage 18 h

Verwechsle nicht us recht mit unserem. Doch wird es schwierig den Urheber zu entlarven, wenn man weiß woher er kommt.

yeah
yeah
Tratscher
14 Tage 6 h

nationale sicherheit willen 😀 hahaha..

Dublin
Dublin
Kinig
14 Tage 7 h

…Journalisten brauchen ihre Quellen nicht bekannt geben…

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
13 Tage 22 h

Rechts hat er!

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
13 Tage 20 h

… *ist* er

traktor
traktor
Universalgelehrter
13 Tage 19 h

bravo trump.
lass dich von den linken nicht verarschen

Tabernakel
14 Tage 3 h

Watergate!

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