Trump und Moon Jae-In

Trump forderte Nordkorea zu Verhandlungen auf

Dienstag, 07. November 2017 | 16:12 Uhr

Einen Tag nach eher martialischen Warnungen an die Adresse Nordkoreas hat US-Präsident Donald Trump im Atomstreit wieder stärker auf die diplomatische Karte gesetzt. Von Seoul aus forderte Trump die Führung in Pjöngjang am Dienstag zu Verhandlungen auf. Trump erklärte, dass es Sinn für Nordkorea habe, an den Verhandlungstisch zu kommen.

Dort könne man eine Vereinbarung treffen, “die gut ist für die Menschen in Nordkorea und für die Menschen in der Welt”, sagte Trump bei einer Pressekonferenz mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in. “Nordkorea ist eine weltweite Bedrohung, die weltweites Handeln erfordert”, bekräftigte Trump, der nach einem Besuch in Japan in Seoul eingetroffen war. Die USA und ihre Verbündeten machten aber “viele Fortschritte” darin, Nordkorea einzuhegen. China sei in dieser Frage “sehr hilfreich”. “Wir hoffen, dass auch Russland hilfreich sein wird”, sagte Trump.

Zwar drohte Trump zugleich erneut, notfalls die “volle Bandbreite” militärischer Mittel gegen Nordkorea einzusetzen. Doch war seine Rhetorik in Seoul, und damit nur eine Stunde Fahrt von der schwer gesicherten Grenzen zum kommunistischen Norden entfernt, im Ton konzilianter. “Letztlich wird alles klappen. Es klappt immer. Es muss klappen”, sagte der Präsident.

Von Tokio aus hatte der US-Präsident noch deutliche Warnungen an die Führung in Pjöngjang gerichtet. “Die Ära der strategischen Geduld ist zu Ende”, sagte er nach einem Treffen mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe. Die “strategische Geduld” war eine Leitlinie der Nordkorea-Politik der US-Vorgängerregierung unter Barack Obama, die Nordkorea mit Sanktionen und Druck im Innern erfolglos zu einem Kurswechsel zu zwingen versuchte.

Der Nordkorea-Konflikt dominiert Trumps fast zweiwöchige Asien-Reise, die ihn am Mittwoch nach Peking führen wird. In einem am Sonntag gesendeten Interview hatte der US-Präsident ein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un nicht ausgeschlossen, nachdem er zuvor Verhandlungen mit Pjöngjang über dessen Atom- und Raketenprogramm als Zeitverschwendung abgetan hatte.

Nordkorea hat in den vergangenen Monaten mit wiederholten Raketen- und Atomwaffentests die Weltgemeinschaft und insbesondere die USA herausgefordert. Trump und Kim lieferten sich heftige Verbalattacken. Im September drohte Trump in einer Rede vor den Vereinten Nationen mit der “völligen Zerstörung” Nordkoreas.

Seoul erhofft sich angesichts der nuklearen Bedrohung aus Nordkorea eine Bekräftigung der Allianz mit Washington. Laut Trump hat Südkorea erklärt, Waffen im Wert von “Milliarden von Dollar” in den USA zu kaufen, darunter Flugzeuge, Raketen – “egal was”, sagte Trump. “Für sie hat es viel Sinn, und für uns bedeutet es Arbeitsplätze, den Abbau unseres Handelsdefizits mit Südkorea”, betonte der US-Präsident. Präsident Moon bezeichnete das Geschäft als “äußerst wichtig” für Südkoreas Verteidigungsfähigkeit.

Ein weiteres Ergebnis des Treffens zwischen Trump und Moon ist, dass ein Abkommen zwischen den USA und Südkorea zur Beschränkung der Größe von Raketensprengköpfen gelockert werden soll. Bisher waren Südkorea lediglich 500-Kilogramm-Sprengköpfe für seine ballistischen Raketen gestattet.

Im Gegenzug nahm Washington seinen Verbündeten unter seinen “nuklearen Schirm” zur Abschreckung gegen mögliche Angriffe. Das Sprengkopf-Limit soll nun auf Wunsch Seouls fallen. Laut Moon wurde angesichts der ständigen Bedrohung aus dem Norden eine “endgültige Einigung” in der Frage erzielt. Der Nordkorea-Konflikt dürfte auch bei den nächsten Stationen von Trumps Asien-Reise die Gespräche dominieren: Der US-Präsident reist weiter nach China, Vietnam und auf die Philippinen.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

7 Kommentare auf "Trump forderte Nordkorea zu Verhandlungen auf"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
denkbar
denkbar
Universalgelehrter
12 Tage 19 h

Na super wenn er alles klärt! Aber dieses mal bitte ohne Fauxpas!

typisch
typisch
Tratscher
12 Tage 18 h

wer sagt das er alles klärt??? obama jedenfalls nicht

myopinion
myopinion
Tratscher
12 Tage 16 h

Artikel lesen. Do steat dass Trump sogt er wert olles klären

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
12 Tage 16 h

Das stand su ursprünglich im Artikel zu dem es wohl eine Änderung gab

FC.Bayern
FC.Bayern
Tratscher
12 Tage 17 h

Trump 👍
wird das schon machen !!!

Sun
Sun
Tratscher
12 Tage 8 h

So ist es Bayer, bis zu seinem nächsten Anfall bleibt er locker.

traktor
traktor
Superredner
11 Tage 18 h

ein mann der worte. danke.
die liken “demokraten” hàtten nordkorea wohl schon in schutt und asche gebomt…

wpDiscuz