Trump prognostiziert "gewaltige" Chancen für die US-Wirtschaft

Trump geht bei WEF auf Konfrontationskurs zu Klimaaktivisten

Dienstag, 21. Januar 2020 | 19:47 Uhr

Zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos ist US-Präsident Donald Trump auf Konfrontationskurs zur Klimaaktivistin Greta Thunberg gegangen. “Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und ihre Vorhersagen der Apokalypse zurückweisen”, sagte Trump am Dienstag vor Spitzenvertretern aus Politik und Wirtschaft. Thunberg hatte der Welt kurz zuvor Versagen beim Klimaschutz bescheinigt.

Bei dem hochrangig besetzten Treffen in Davos prallten die unterschiedlichen Ansichten Trumps und Thunbergs auch ohne einen gemeinsamen Auftritt direkt aufeinander: Im Kampf gegen den Klimawandel sei bisher “nichts getan” worden, sagte Thunberg wenige Stunden vor der mit Spannung erwarteten Rede des US-Präsidenten. Der Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid sei noch nicht verringert worden. Es seien deshalb “viel mehr” Anstrengungen nötig.

“Unser Haus brennt noch immer. Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an”, sagte Thunberg. “Wir sagen euch immer noch, dass ihr in Panik geraten und so handeln sollt, als ob ihr eure Kinder über alles liebt.” Die Schwedin hatte auf dem WEF vor einem Jahr eine ihrer ersten international beachteten Reden gehalten. “Ich will, dass ihr in Panik geratet. Ich will, dass ihr handelt, als würde euer Haus brennen, denn das tut es”, hatte die junge Schwedin damals gesagt, um so auf die Dringlichkeit der Klimakrise hinzuweisen.

Der Klimaschutz sei durch die Proteste junger Menschen im vergangenen Jahr zu einem wichtigen Thema geworden, noch gebe es jedoch keinen Fortschritt, so Thunberg. Sie saß später auch im Publikum, als Trump zunächst ausführlich die Errungenschaften seiner Präsidentschaft würdigte und letztlich zu einem Angriff auf Klimaschützer ausholte. Die “ewigen Propheten des Untergangs” wollten sehen, “dass es uns schlecht geht”, betonte der US-Präsident.

Aber schon in der Vergangenheit hätten “Alarmisten” falsch gelegen, ergänzte er und verwies auf ihre Vorhersagen zur Bevölkerungskrise, Hungersnöten und das Ende des Öls. Trump bezeichnete diejenigen, die vor Erderwärmung und anderen Umweltkatastrophen warnten, als “Erben der dummen Wahrsager von gestern”.

Wenig später sagte Trump vor Journalisten, er sei nach Davos gereist, um “die wichtigsten Menschen in der Welt zu treffen”. Das parallel in seiner Heimat gegen ihn laufende Amtsenthebungsverfahren bezeichnete er bei der Gelegenheit als “Scherz”.

Trump wollte in Davos zahlreiche bilaterale Gespräche führen. Am Dienstag traf er unter anderen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Ein offizielles Treffen mit Greta Thunberg war nicht vorgesehen. Angesichts des engen Zeitplans und des überfüllten Veranstaltungsorts war eine zufällige Begegnung aber nicht ausgeschlossen.

Für Thunberg warb WEF-Gründer Klaus Schwab. Sie müsse gehört werden. “Wir müssen gemeinsam nach Lösungen suchen.” Es gehe nicht um Polarisierung, sondern um einen Austausch, mahnte er in seiner Eröffnungsrede – noch vor der Rede Trumps. Die Teilnehmer in Davos rief er zu gemeinsamen Anstrengungen auf. Jeder könne dazu beitragen, eine bessere Welt zu bilden. “Wir können nicht nur eine bessere Welt schaffen, wir müssen.” Das 50. Jahrestreffen des WEF solle Ergebnisse liefern. “Dies ist ein Arbeitstreffen, keine Quasselbude”, so Schwab.

Mehrere Hundert Menschen demonstrierten am Dienstag gegen das WEF. An der Kundgebung beteiligten sich auch Aktivisten, die in einem dreitägigen Fußmarsch in den Alpenort gewandert waren. “Wir erwarten nichts vom WEF, wir wollen es abschaffen”, sagte die Sprecherin der Initiative, Payal Parekh, einer Mitteilung zufolge. Die WEF-Mitglieder hätten die Welt in einen katastrophalen Zustand geführt. US-Präsident Donald Trump wurde auf Plakaten als “Egoist” und “Klimaleugner” kritisiert. Bei den Protesten blieb es friedlich, wie die Polizei mitteilte.

Beim Weltwirtschaftsforum im Skiort Davos geht es in diesem Jahr auch um den Klimawandel und einen nachhaltigen Kapitalismus. Die Tagung steht in diesem Jahr unter dem offiziellen Motto “Stakeholder für eine solidarische und nachhaltige Welt”. Zu dem Treffen werden bis Freitag knapp 3.000 Teilnehmer und 53 Staats- und Regierungschefs erwartet, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist am Donnerstag und Freitag in der Schweiz.

Nachdem im vergangenen Jahr die vielen mit Privatjets anreisenden Teilnehmer für Kritik gesorgt hatten, wollen die Organisatoren in diesem Jahr den Umweltaspekt höher hängen. Die Gemeinde Davos baute einen neuen Bahnhof, damit die WEF-Gäste per Shuttlezug zum Kongresszentrum gelangen können. Erstmals sollen darüber hinaus für das Kongresszentrum Solarenergie und Geothermie zum Einsatz kommen. Wegwerfprodukte wurden aus dem Kongresszentrum verbannt, an den Buffets sind zudem mehr vegetarische Speisen zu finden.

Zu Beginn des Elite-Treffens kritisierte Greenpeace einige der weltweit größten Finanzinstitutionen für ihre Billionen-Investitionen in fossile Brennstoffe. Banken, Versicherer und Pensionsfonds hätten seit dem Pariser Klimaabkommen im Jahr 2015 die Industrie für fossile Brennstoffe mit knapp 1,3 Billionen Euro finanziert, erklärte die Umweltschutzorganisation. Greenpeace analysierte die Investitionen von 24 in Davos vertretenen Banken.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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26 Kommentare auf "Trump geht bei WEF auf Konfrontationskurs zu Klimaaktivisten"


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zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
30 Tage 5 h

Immerhin ist Donald Trump demokratisch gewählt. Was diese minderjährigen Ökos überhaupt auf dieser Konferenz zu suchen haben? Was soll das!

zockl
zockl
Superredner
30 Tage 3 h

Genau – demokratisch gewählte erfahrene Politiker müssen vor so einem ungebildeten Gör kuschen – es ist schrecklich debil

Grünschnabel
30 Tage 2 h

minderjährig muss nicht unbedingt Geistig minderbemittelt sein.

Mistermah
Mistermah
Kinig
30 Tage 49 Min

@alf
In diesem Falle schon

Vater Land
Vater Land
Grünschnabel
29 Tage 16 h

demokratisch gewählt mit Hilfe eines antiquierten Wahlsystems, wobei die Gegenkanditatin effektiv mehr Wählerstimmen bekommen hat…

ivo815
ivo815
Kinig
28 Tage 13 h

@zockl in Österreich kuschen sie auch vor dem Bubenkanzler. Wo liegt der Unterschied?

genau
genau
Universalgelehrter
30 Tage 7 h

Ja in dem Fall hat Trump sogar Recht!Außerdem nervt mich deses merkwürdige Klimakind

Spiegel
Spiegel
Tratscher
29 Tage 41 Min

Sehr merkwürdiges Zöpflergitsch. Wie ist sie angereist? Mit dem Flugzeug?

genau
genau
Universalgelehrter
29 Tage 16 Min

@Spiegel

Ich denke eher mit dem Hundeschlitten😁

Spiegel
Spiegel
Tratscher
23 Tage 9 h

@genau der Verbraucht auch CO2😉

Mistermah
Mistermah
Kinig
30 Tage 15 h

Und Marcon hat aufgrund der anhaltenden Unruhen im land abgesagt. Nicht eine Nachricht wert?? Bei einem Kinobesuch mit Frau konnte die Polizei gerade noch die aufgebrauste Menge zurückdrängen…

josef.t
josef.t
Superredner
30 Tage 2 h

Trump sag wenigsten was er denkt, die anderen 
reden nur um den “heißen Brei” herum ! 
30 Jahre sagt eigentlich alles ? 
Was Greta betrifft; hat sie sicher mehr “Anhänger”, 
als so manch gewählter Politiker ?

Vater Land
Vater Land
Grünschnabel
29 Tage 16 h

Trump sagt das, was ihm nützt und das, womit er Wählerstimmen gewinnt. ob das auch das ist, was er wirklich denkt, lassen wir mal dahingestellt.

Neumi
Neumi
Kinig
29 Tage 15 h
Was sagt “30 Jahre” denn? Ich bin mir sicher, du weißt ganz genau, wie viele Kraftwerke welchen Typs es gibt, wie viel Kapazität beim Personal vorhanden ist, um neue zu bauen, wo diese gebaut werden, wessen Grundstücke dafür enteignet werden, wie lange die Bauzeit und das Gerichtsverfahren gegen die jeweiligen Voksbegehren (Kraftwerk ja, aber nicht bei uns) dauert, wie schnell die Umschulung der vorigen Angestellten dauert, wie viel das Ganze kostet, wie hohe Steuererhöhungen die Menschen bereit sind zu tragen usw. Und da geht’s erst mal nur um die Kraftwerke, den ganzen Rest ignorieren wir erst mal. Da du all… Weiterlesen »
josef.t
josef.t
Superredner
29 Tage 9 h

Klimawandel seit 1824 bekannt, wurde zum
Thema in den 1990er Jahren (bis heute 30
Jahre ?
Weitere 30 Jahre. heißt das Problem wird
ernstgenommen ?
Um die 1500 Kohlekraftwerke sind weltweit im
Bau oder Planung ?

Mistermah
Mistermah
Kinig
30 Tage 5 h

https://m.youtube.com/watch?v=Ntu7E-k5z9Q
Sehr empfehlenswert und nehmt euch die Zeit es bis ans Ende anzusehen. Eine neutrale und logische Analyse wo die Reise hingeht.

Grünschnabel
30 Tage 2 h

Und. Buch schon gekauft?
Auf das läufts nämlich raus…

Mistermah
Mistermah
Kinig
30 Tage 50 Min

Nein… muss ich nicht. Kenn die Zusammenhänge schon lange… ist nur ein Puzzleteil von vielen. Es geht nur ums nachdenken!

Jo73
Jo73
Tratscher
30 Tage 2 h

Auch wenn ich diese Extrem Ökos um Greta nicht leiden kann, trotzdem finde ich den widerlichen Trump jetzt erst recht nicht gut.. 

andr
andr
Universalgelehrter
29 Tage 16 h

Er spricht für sich was nach ihm kommt ist ihm wurscht

Paula
Paula
Tratscher
29 Tage 12 h

Er ist und bleibt ein Egomane. Das hat er deutlich zum Ausdruck gebracht. Hat er etwas konkretes dazu gesagt? Nein! Aber wie toll er ist, was er in seiner Amtszeit erschaffen hat …. Dieses Bauchgepinsel geht einem genau so auf den Senkel wie “How dare you”

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
29 Tage 17 h

Einen Klimawandel zu leugnen, sagt alles über einen Politiker aus.

p.181
p.181
Tratscher
29 Tage 14 h

@So ist das

Er redet von “menschengemochtn” Klimawandel. Mon hot im Gegensatz zu früher die Möglichkeit, sich unabhängig zu informieren und zu recherchieren, und net ausschließlich dem gleichgescholteten Regierungspropagandafunk ausgeliefert zu sein. Du muasch ober die richtigen Stichworte eingeben, schunsch londesch wieder af regimekonformen Seiten.

schlauer
schlauer
Grünschnabel
29 Tage 23 h

Dass der Trump in klimawandel leugnet isch wirklich es leschte🙈wo doch in amerika es wetter schun longe verrückt spielt mit dei gonzn hurrikans usw. Der spinnete typ denkt lai an haint und olm mehr mehr mehr usw.
Und noch ins die sündflut bzw. insere nochkommen können olles ausbodn….Bravo Greta loss di lai nit unterkriegn fa dem blonden Spinner💪

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
29 Tage 12 h

Warum kritisiert ausgerechnet das Land und seinen Präsidenten, das seit dem Pariser Klimaschutzabkommen die beste Klimabilanz aufweisen kann? https://www.welt.de/wirtschaft/article174814149/CO2-Werte-Ausgerechnet-Trumps-Amerika-hat-die-weltweit-beste-Klimabilanz.html

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
29 Tage 1 h

Die nächste Wirtschaftskrise wird kommen und alles bisher dagewesene in den Schatten stellen. Bald redet kaum noch einer vom Klima, aber viele mächtig gewaltig vom Wirtschaftsklima.

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