US-Präsident Donald Trump stemmt sich gegen die Krise

Trump geht nun doch von etwa 100.000 Toten in USA aus

Montag, 04. Mai 2020 | 22:31 Uhr

US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Angaben inzwischen von deutlich mehr Coronavirus-Toten in den USA aus als noch vergangene Woche. Die Zahl könne bei 100.000 liegen, sagte er am späten Sonntagabend auf einer virtuellen Bürgerveranstaltung des Senders Fox News. “Das ist eine schreckliche Sache.”

In der vergangenen Woche hatte er von 60.000 bis 70.000 Todesopfern gesprochen und noch am Freitag die Hoffnung geäußert, man werde die 100.000 nicht erreichen. Trump sagte weitere finanzielle Hilfen der Regierung zu, die sich auf sechs Billionen Dollar addieren könnten – mehr als das Doppelte der bisherigen Summe. “Weitere Hilfe ist unterwegs”, sagte er. “Sie muss es sein.”

Nach einem internen Dokument von Gesundheitsministerium und FEMA könnte sich die Corona-Krise in den USA allerdings noch zuspitzen. Die “New York Times” veröffentlichte am Montag eine Präsentation, dessen Inhalt prognostiziert, dass die Zahl der neuen Coronavirus-Fälle bis zum 1. Juni auf rund 200.000 pro Tag zunehmen könnte. Zuletzt hatten die Behörden von Samstag auf Sonntag einen Anstieg um knapp 30.000 verzeichnet.

In den USA sind mehr als 67.000 Todesfälle und über 1,1 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bekannt. Wie in anderen Ländern wird über Zeitpunkt und Umfang von Lockerungen der Maßnahmen gegen die Epidemie diskutiert. Etwa die Hälfte der Bundesstaaten haben erste Schritte unternommen. Am Wochenende lockte zudem das schöne Wetter in vielen Teilen der USA die Menschen ins Freie.

Befürworter von weniger strengen Regeln verweisen insbesondere auf die wirtschaftlichen Folgen: Etwa 30 Millionen Amerikaner haben einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. “Wir können das Land nicht geschlossen lassen oder wir werden kein Land mehr haben”, sagte Trump bei der Veranstaltung. Er zeigte sich trotz der Skepsis der Fachleute zuversichtlich, dass es bis Ende des Jahres einen Impfstoff geben wird.

Angesichts der Folgen der Pandemie hat die US-Regierung bisher fast drei Billionen Dollar an verschiedenen Hilfsgeldern bewilligt. In Washington wird nun zwischen Demokraten und Republikanern im Kongress über weitere Programme gestritten. Die Demokraten, die das Repräsentantenhaus kontrollieren, wollen Unterstützung für die Bundesstaaten und Kommunen, was die Republikaner im Senat kritisch sehen. Trump wiederum erneuerte am Sonntagabend seine Forderung nach einem massiven Infrastrukturprogramm und einer niedrigeren Lohnsteuer. Er habe Finanzminister Steven Mnuchin gesagt, dass die Regierung ohne diese Erleichterung “gar nichts machen wird”, sagte der Präsident. Der Kongress soll in dieser Woche die Arbeit nach der Osterpause wieder aufnehmen.

Der Streit findet vor dem Hintergrund des Wahlkampfes vor den Präsidenten- und Kongresswahlen Anfang November statt. Die Regierung in Washington steht in der Kritik, nicht schneller reagiert zu haben, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Sie hat dies zurückgewiesen und wirft ihrerseits China massive Versäumnisse vor. Bei der Veranstaltung erklärte Trump, die Regierung in Peking habe einen “schrecklichen Fehler” begangen. Er machte weder genaue Angaben noch lieferte er Belege. Im Streit über die Rolle Chinas hat der Präsident mit neuen Strafzöllen gedroht, was am Montag die Börsen belastete.

China weist die Anschuldigungen der US-Regierung zurück. Es sei eine Strategie, von der eigenen “Unfähigkeit” im Kampf gegen die Pandemie abzulenken, kommentierte am Montag die Zeitung “Global Times”, die vom kommunistischen Parteiorgan “Volkszeitung” herausgegeben wird.

Die Äußerungen von US-Außenminister Mike Pompeo, Geheimdienste gingen “signifikanten” Belegen nach, dass das Virus aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan stamme, nannte das Blatt einen “Bluff”. “Die Wahrheit ist, dass Pompeo keinerlei Beweise hat.” Wenn es sie gäbe, sollten die USA die Belege Forschungsinstituten und Wissenschaftern geben, damit diese sie prüfen könnten.

Zu der Theorie, dass das Virus aus dem Labor in Wuhan stammen könnte, sagte auch Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau nach Angaben kanadischer Medien, es sei “zu früh, um feste Schlüsse zu ziehen”. Kanada ist Mitglied der Geheimdienstallianz “Five Eyes” mit den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland.

Die australische Zeitung “Saturday Telegraph” hatte zuvor über ein Geheimpapier der Gruppe berichtet, in dem schwere Vorwürfe gegen China erhoben wurden. Das 15-seitige Dossier beklagt dem Blatt zufolge Vertuschung und weist auf riskante Forschungsarbeiten in dem Labor in Wuhan hin. Es erwähnt demnach allerdings auch die Differenzen in dem Geheimdienstbündnis über den Verdacht, dass das Virus wirklich aus dem Labor stammen könnte.

Wissenschafter halten es für viel wahrscheinlicher, dass Sars-CoV-2 von Fledermäusen über ein anderes Tier und durch den Wildtierhandel auf den Menschen übertragen wurde. China hatte im März den Handel mit wilden Tieren per Gesetz verboten. Experten haben auch nachgewiesen, dass das Virus nicht künstlich erzeugt worden ist, sondern natürlichen Ursprungs ist, wie vergangene Woche auch die US-Geheimdienste bestätigt hatten.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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13 Kommentare auf "Trump geht nun doch von etwa 100.000 Toten in USA aus"


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Blackadder
Blackadder
Grünschnabel
26 Tage 11 h

Wenn es nach Trump ginge, würden wir innerhalb kürzester Zeit um Lagerfeuer tanzen, Druiden anbeten und gerostete Kuhfladen essen. 

Mistermah
Mistermah
Kinig
26 Tage 10 h

Ein Komiker?

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Grünschnabel
26 Tage 14 h

Trump
wird als der amerikanische Präsident in die Geschichte eingehen, der die meisten Amerikaner auf dem Gewissen hat.
So sieht es aus.
Hoffentlich hat der Spuck nach der Wahl ein Ende!

koyote
koyote
Grünschnabel
26 Tage 13 h

es vogeat kua Tog wo do Trump kuan Blösinn dozehlt, der war wo zi impfn 😁😁

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
26 Tage 13 h

D.T. der US-amerikanische Medizin – Nobelpreis – Anwärter erwartet einen eigenen Anti-Corona-Impfstoff für Ende des Jahres 2020. Grund genug für die USA, in den internationalen Fonds zur Erforschung eines solchen Impfstoffs nicht einzuzahlen. So kann man, wenn man erfolgreich sein sollte und der/die Erste ist, ein Exportverbot verhängen, frei nach dem Motto des blond Gewellten: ” america first ” 😡

einervonvielen
einervonvielen
Tratscher
26 Tage 9 h

…er glaubt ja auch, dass er der weltbeste Präsident ist 🙂
Es gibt nur einen dümmeren Menschen(schlag) und zwar, der Trump die Lügen auch noch glaubt

Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
25 Tage 8 h

einervovielen: Und davon gibt es bei den Italia Südtirolern ne ganze Menge ! Eben ziemlich beschränkt wenn man die ganzen LÜGREN vom TRUMPL glaubt 🙁

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
26 Tage 7 h

Ich widme allen, die den blond Gewellten mit ihrem 👍👎 unterstützen, das angehängte Foto. Viel Spaß und bis bald in Südtirol

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
26 Tage 5 h

Der blond Gewellte hat verkündet, dass wenn die USA den “Wettkampf” um einen Coronaimpfstoff gegen den Rest der Welt gewinnen, dann ist der zunächst nur für die USA. Auf der Geberkonferenz der restlichen Länder sind nach gut einer Stunde Verhandlung Stand 16:11 Uhr 4,6 Milliarden der benötigten 7 schon zugesagt. Der Wettbewerb wird doch hoffentlich nicht auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen. Wer stoppt diesen Egoisten ?

Bratpfanne
Bratpfanne
Neuling
25 Tage 22 h

SCHON KOMISCH……… keiner mag ihn…….

aber Obama war stolz in seiner ‘karriere’ täglich krieg geführt zu haben….              immerhin da ist der süße blonde doch anders🤣

Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
25 Tage 8 h

Bratpfanne: Trumpl hat dafür 100.000 ende Syrer auf dem Gewissen weil er seine Truppen dort abgezogen hat. Und in Afghanistan wird dasselbe passieren ! Die Taliban warten nur darauf alles was man an Demokratie und Infrastruktur vom Westen finanziert aufgebaut hat wieder kurz und kein zu schlagen 🙁

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
25 Tage 10 h

Hätte der blond Gewellte mal besser die von Obama auf den Weg gebrachte Krankenversicherung für alle !! weiter ausgebaut anstatt zu torpedieren, damit wäre vielen US-Bürgern mal richtig geholfen. Viele gehen nicht zum Arzt, von testen gegen Corona ganz zu schweigen, weil sie es sich schlicht und ergreifend nicht leisten können

M_Kofler
M_Kofler
Superredner
24 Tage 12 h

Er prüft nun, das Expertenteam frühzeitig zu entlassen; verstehe ich, die immer mit ihren zahlen, Fakten und vor allem Fachwissen … viel zu kompliziert, ich höre da lieber auf mein Bauchgefühl …
https://orf.at/stories/3164548/

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