Trump schickte Memo an den Kongress

Trump genehmigt Veröffentlichung von brisantem FBI-Memo

Freitag, 02. Februar 2018 | 21:32 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat in der Russland-Affäre seinen Konfrontationskurs gegenüber den Ermittlern drastisch verschärft. Gegen den massiven Widerstand des Justizministeriums und der Bundespolizei FBI erlaubte er am Freitag die Veröffentlichung eines Memos, das beiden Behörden eklatante Verfehlungen vorwirft. “Legitimität und Legalität” des Vorgehens der Ermittler werden dort infrage gestellt.

Mit seinem Vorgehen setzt der Präsident, der durch die Ermittlungen zu möglichen illegalen Kontakten seines Wahlkampfteams unter enormem Druck steht, auf den frontalen Gegenangriff. “Es ist eine Schande, was in diesem Land vor sich geht. Viele Leute sollten sich schämen”, sagte Trump zu den in dem Memo erhobenen Vorwürfen.

Einige Stunden zuvor hatte der Präsident bereits im Kurzbotschaftendienst Twitter das FBI und Justizministerium attackiert. Die Leitung beider Behörden habe “den heiligen Ermittlungsprozess zugunsten der Demokraten und gegen die Republikaner politisiert”. Dies wäre noch “vor kurzer Zeit” “undenkbar” gewesen, schrieb er.

Derartige Attacken des US-Präsidenten gegen die eigenen Ermittlungsbehörden stellen einen seltenen Tabubruch dar. Sie erinnern an die Konfrontation zwischen Präsident Richard Nixon und der Spitze des Justizministeriums während der Watergate-Abhöraffäre der siebziger Jahre.

Das vom Repräsentantenhaus veröffentlichte Memo stammt von dem Vorsitzenden des Geheimdienstausschusses, Devis Nunes, der ein Vertrauter des Präsidenten ist. Die oppositionellen Demokraten sehen das Papier als Versuch, die Arbeit von Sonderermittler Robert Mueller in Verruf zu bringen.

Mueller bereitet derzeit die Vernehmung des Präsidenten vor. Er spürt nicht nur den Moskau-Kontakten vor Trumps Amtsantritt nach, sondern auch dem Verdacht, dass Trump später als Präsident die Ermittlungen zu diesen Kontakten in strafbarer Weise zu behindern versucht haben könnte.

Der Geheimdienstausschuss hatte zu Wochenbeginn mit seiner republikanischen Mehrheit die Veröffentlichung des Memos beschlossen, bedurfte aber wegen der darin enthaltenen geheimen Informationen der Zustimmung des Präsidenten. In dem Papier geht es darum, auf welche Weise das Justizministerium und das FBI die gerichtliche Genehmigung erhielten, die Internetkommunikation von Trumps Wahlkampfberater Carter Page zu überwachen. Page hatte enge Kontakte nach Russland.

In dem Memo heißt es, das Vorgehen der Ermittlungsbehörden stelle einen “Besorgnis erregenden Zusammenbruch der rechtlichen Prozeduren dar, die das amerikanische Volk vor Missbrauch” des gerichtlichen Verfahrens zur Genehmigung von Spähangriffen schützen sollten.

Kritisiert wird, dass FBI und Justizministerium sich auf das umstrittene Dossier des britischen Ex-Spions Christopher Steele zu möglichen Verbindungen zwischen Trump und Moskau gestützt hatten, um die Erlaubnis für die Überwachung von Page zu erhalten. Steeles Dossier war teilweise vom Team von Trumps Wahlkampfrivalin Hillary Clinton finanziert worden. Dies sei in den Anträgen bei Gericht unerwähnt geblieben, wird in dem Memo beanstandet.

Steele wird in dem Nunes-Papier als gegen Trump voreingenommener Zeuge dargestellt. Er habe in einem Gespräch mit einem Vertreter des Justizministeriums gesagt, dass er sich “leidenschaftlich” wünsche, dass Trump nicht Präsident werde.

Das Memo zielt zudem offensichtlich auch auf den stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein ab, der den Sonderermittler zur Russland-Affäre im vergangenen Mai eingesetzt hatte und die Oberaufsicht über ihn ausübt. Es wird erwähnt, dass Rosenstein nach seiner Ernennung durch Trump bei Gericht die Verlängerung des Spähangriffs auf Page erwirkt hatte.

Die Demokraten befürchten, dass Trump das Papier zum Anlass für die Entlassung von Rosenstein wie Mueller nehmen könnte. Nach Veröffentlichung des Papiers warnten die Spitzen der Demokraten in Repräsentantenhaus und Senat am Freitag in einer Erklärung, dass eine Entlassung Muellers eine “Verfassungskrise” auslösen würde, wie es sie zuletzt in der Watergate-Affäre gab.

Der von Trump entlassene Ex-FBI-Chef James Comey bezeichnete die Veröffentlichung der geheimen Inhalte als “unehrlich und irreführend”. Das Papier versuche, das Vertrauen in die Geheimdienstarbeit zu zerstören, schrieb Comey am Freitag in einer Notiz auf Twitter. “Wofür?”, fragte Comey.

“Justizministerium und FBI müssen ihren Job machen.” Trumps Sprecherin Sarah Sanders verteidigte die höchst umstrittene Veröffentlichung. Das Papier werfe ernste Fragen über das Vorgehen an höchster Stelle im Justizministerium und FBI auf. Trump habe der Veröffentlichung nicht leichtfertig zugestimmt, sondern habe Mitglieder seines Sicherheitsteams zurate gezogen, darunter auch Geheimdienstleute.

Von: APA/ag

Kommentare

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3 Kommentare auf "Trump genehmigt Veröffentlichung von brisantem FBI-Memo"


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speckbrot
speckbrot
Superredner
22 Tage 9 h

Dann wird’s wohl endlich Clinton und Hussein Obama an den Kragen gehen. 

lord schnee
lord schnee
Grünschnabel
21 Tage 12 h

da hast ja schnell partei ergriffen. das ganze ist medial so undurchsichtig, dass ich mich hüte dasselbe zu tun. im großen denke ich dass da ledglich machtinteressen von allen seiten dahinter stecken. an der wahrheit ist aktuell niemand interessiert. die erfahren wir frühestens in 10 jahren.

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
22 Tage 5 h

Das Dokument beweist das steele von der Clinton-Obama Administration bezahlt und Kontakte mit Russland pflegte.
https://de.scribd.com/document/370598711/House-Intelligence-Committee-Report-On-FISA-Abuses
Damit könnte der Schuss nacht hinten gehen.

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