Demonstration der Bündnisstärke

Trump hält Fortschritte bei Nordkorea-Krise für möglich

Samstag, 08. Juli 2017 | 17:54 Uhr

US-Präsident Donald Trump hält nach einem Gespräch mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping Fortschritte bei der Lösung der Spannungen mit Nordkorea für möglich. Er sei zuversichtlich, dass beide Staaten zu einer “erfolgreichen Schlussfolgerung” mit Blick auf Nordkorea kommen könnten, sagte Trump am Samstag während des G20-Gipfels in Hamburg.

Der US-Präsident dämpfte jedoch Erwartungen auf rasche Fortschritte. Die Einschränkung des nordkoreanischen Atomprogramms werde wohl einige Zeit dauern. Nordkorea hat entgegen Auflagen der Vereinten Nationen Raketen getestet, die möglicherweise auch Territorium der USA erreichen und Atomsprengköpfe tragen können. Das kommunistische Land hat erklärt, einsatzbereite Atomwaffen zu besitzen.

Trump, der bereits früher China zu Sanktionen gegen Nordkorea gedrängt hatte, sagte, er schätze, was Xi bisher unternommen habe. Zu Beginn des G20-Gipfels hatte der russische Präsident Wladimir Putin vor vorschnellen Reaktionen auf Nordkoreas Raketentests gewarnt. Das international isolierte Land hatte zu Wochenbeginn mit einem neuen Raketentest den Konflikt mit der internationalen Gemeinschaft angeheizt. Dem Staatsfernsehen zufolge handelte es sich erstmals um eine Interkontinentalrakete.

Als Warnsignal an Nordkorea schickten die USA unterdessen erneut strategische Langstreckenbomber zur koreanischen Halbinsel. Zwei Überschallflugzeuge des Typs B-1B Lancer übten gemeinsam mit südkoreanischen und japanischen Kampfjets unter anderem ihre Angriffsfähigkeiten. Nordkorea wird vorgeworfen, mit seinen Aktionen die “US-Alliierten, Partner und das Heimatland” zu bedrohen.

Die Maßnahme sei eine Reaktion auf eine “Reihe zunehmender Eskalationsaktionen Nordkoreas” einschließlich des Starts einer Interkontinentalrakete (ICBM) am vergangenen Dienstag, teilten die US-Luftstreitkräfte am Samstag mit. Mit den Übungen wollten die USA nach eigenen Angaben auch die Stärke ihres Bündnisses mit Südkorea und Japan demonstrieren. Am Mittwoch hatten die Streitkräfte der USA und Südkoreas bereits bei dem Drohmanöver taktische Raketen des US-Heeres und südkoreanische ballistische Kurzstreckenraketen des Typs Hyunmoo-2 abgefeuert.

Die Langstreckenbomber seien bis an die militärische Demarkationslinie zwischen den verfeindeten koreanischen Staaten herangeflogen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Verteidigungskreise. Begleitet wurden die B-1B dabei von südkoreanischen Kampfjets des Typs F15 und von amerikanischen F16. Gemeinsam hätten die Flugzeuge einen Angriff auf nordkoreanische Ziele simuliert.

“US-Bomber und Kampfjets Südkoreas sind nur zwei von vielen tödlichen militärischen Optionen, die wir zur Verfügung haben”, sagte der stellvertretende Befehlshaber der US-Streitkräfte Korea (USFK), Thomas Bergeson. Auf dem Rückweg zu ihrem Stützpunkt auf der Pazifikinsel Guam flogen die Bomber im Verbund mit Mitsubishi F2-Kampfjets der japanischen Luftwaffe.

Die USA hatten in der Vergangenheit bereits mehrfach Bomber über Südkorea fliegen lassen. Beim B-1B Lancer handelt es sich laut dem Hersteller Boeing um einen “konventionellen” Schwenkflügel-Bomber. Die ursprünglich für die Beförderung von Atomwaffen konzipierte B-1 wurde später entsprechend umgerüstet.

Von: APA/dpa/ag.