Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un will Trump weiterhin treffen

Trump hält Gipfel mit Kim nun doch wieder für möglich

Freitag, 25. Mai 2018 | 18:43 Uhr

Erneute Kehrtwende in Donald Trumps Nordkorea-Politik: Nicht einmal 24 Stunden nach seiner Absage des geplanten Gipfels mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat der US-Präsident am Freitag in Aussicht gestellt, dass das Treffen womöglich doch wie geplant stattfindet. Beide Seiten seien daran interessiert, sagte Trump in Washington.

Zuvor hatte er Nordkoreas “produktive” Reaktion auf seine Gipfel-Absage gelobt, nachdem Pjöngjang sich weiter “jederzeit” zu Gesprächen bereit erklärt hatte. Im Garten des Weißen Hauses erklärte Trump am Freitag vor Journalisten, die USA sprächen derzeit mit Nordkorea über das Gipfeltreffen. “Sie wollen es sehr gerne machen. Wir würden es gerne machen. Wir werden sehen, was passiert”, sagte der Präsident. “Es könnte sogar der 12. sein.”

Trump hatte das für den 12. Juni in Singapur geplante Gipfeltreffen mit Kim am Donnerstag wegen der “offenen Feindseligkeit” Pjöngjangs abgesagt. Stattdessen hatte er eine Fortsetzung seiner Politik des “maximalen Drucks” und der Sanktionen gegen Nordkorea angekündigt.

Der nordkoreanische Vize-Außenminister Kim Kye-gwan erklärte dazu am Freitag laut amtlicher Nachrichtenagentur KCNA, Trumps Entscheidung sei “unerwartet” gekommen und “zutiefst bedauerlich”. Pjöngjang sei jedoch weiter “jederzeit” zu persönlichen Gesprächen bereit.

Trump lobte daraufhin im Kurzbotschaftendienst Twitter die “warmherzige und produktive Erklärung” aus Nordkorea als “sehr gute Nachricht”. Es werde sich “bald herausstellen, wohin das führt – hoffentlich zu Wohlstand und Frieden. Nur die Zeit (und Talent) können das zeigen.”

Das historische Treffen zwischen Trump und Kim sollte zur Beendigung des Atomstreits mit Pjöngjang beitragen. Nach Monaten der Entspannung zwischen beiden Staaten hatte sich der Ton zwischen den USA und Nordkorea in jüngster Zeit aber wieder verschärft.

Trump hatte am Donnerstag in seiner Absage an Kim erklärt, er halte den Gipfel angesichts des feindseligen Verhaltens Nordkoreas gegenwärtig für “unangemessen”. Wenn Kim seine Meinung ändere, solle er jedoch “nicht zögern, mich anzurufen oder zu schreiben”. Die Absage erfolgte, kurz nachdem Nordkorea in einem als Zeichen des guten Willens dargestellten Schritt sein Atomtestgelände Punggye-ri unbrauchbar gemacht hatte.

Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in sprach von einem “schockierenden und sehr bedauerlichen” Schritt Trumps und beriet sich in Seoul mit seinen Sicherheitsexperten und Wiedervereinigungsminister Cho Myoung-gyon. Dieser erklärte, Südkorea werde sich weiterhin für eine Verbesserung der Beziehungen zum Norden einsetzen. Nordkorea erwecke den Eindruck, es mit der atomaren Abrüstung ernst zu meinen.

In Wien sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nach einem Treffen mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Lee Nak-yeon, er hoffe, dass “das Treffen doch noch stattfinden” könne. Die Absage sei “sehr bedauerlich”. Auch Lee zeigte sich “sehr traurig”, dass Trump den Gipfel mit Kim abgesagt habe. Die “historische Chance”, die durch das innerkoreanische Treffen und der Panmunjom-Erklärung Ende April geschaffen wurde, müsse weiterhin genutzt werden, betonte der Ministerpräsident.

China, der wichtigste Verbündete Nordkoreas, warb nach Trumps Absage ebenfalls für eine Fortsetzung des Dialogs. Außenamtssprecher Lu Kang forderte die USA und Nordkorea auf, weiter Geduld und “guten Willen” zu zeigen, um nicht eine “seltene historische Chance” zur Beilegung des Konflikts zu verspielen. Japans Regierungschef Shinzo Abe sagte bei einem Besuch in St. Petersburg, ein Gipfeltreffen von Trump und Kim sei “unabdingbar, um die Problem zu lösen, die sich angehäuft haben”.

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin, er hoffe, dass “der Prozess der Nichtweiterverbreitung” von Atomwaffen fortgesetzt werde. Putin bedauerte Trumps Absage. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres äußerte sich “zutiefst beunruhigt”.

Joel Wit, Gründer der renommierten Website “38 North”, die sich mit Nordkorea befasst, kommentierte Trumps Absage auf Twitter: “In einem Wettbewerb, wer der unberechenbarste Führer ist, schlägt Präsident Trump Kim Jong-un um Längen.”

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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15 Kommentare auf "Trump hält Gipfel mit Kim nun doch wieder für möglich"


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m69
m69
Tratscher
24 Tage 2 h

Zum Glück haben die Nord Koreaner die A- Bombe, ganz im ernst.
Nicht dass ich jetzt Kim Jong Un verteidigen möchte, aber, wenn die Nord Koreaner nicht die A- Bombe hätten, wären die Amis längst einmarschiert, mit oder ohne Fake News. Siehe Irak etc. 

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
24 Tage 47 Min

Wozu einmarschieren, wenn’s keine Gefahr und vor allem keinen Profit gibt? Was hätten sie davon? Warum sollten sie noch ein Land besetzen?
Die Amis haben im letzten Jahrhundert auf die harte Tour gelernt, dass ein sinnloser Krieg am anderen Ende der Welt nur Tote, Verletzte und enorme Kosten verursacht.
Im nahen Osten gibt’s wenigstens Öl, aber in Nordkorea?

Wolke
Wolke
Grünschnabel
23 Tage 14 h

@Neumi , USA müssen Russland und China eindämmen und ihnen Territorium abzwacken, wo es nur geht. Tote und Verletzte bereiten den Entscheidungsträgern keine schlaflosen Nächte.
China hat die USA wirtschaftlich mittlerweile längst überholt. Die USA haben enorm viel in den militärisch-industriellen Komplex gesteckt und die Rüstung gesteckt, das Militär ist ihr wichtigstes “Gut”, das sie einzusetzen versuchen, um ihre Position als Imperium um jeden Preis aufrecht zu erhalten.

m69
m69
Tratscher
23 Tage 2 h

@Neumi 

Aus einem einfachen Grund, Geostrategische Politik!
Da ist eben ein (kleiner) Diktator recht willkommen, von den eigenen Versäumnissen abzulenken.
In Amerika, wo ein großteill der Bevölkerung einer zweiten und dritten Arbeit nachgeht, um über die Runden zu kommen, braucht AMERIKA wieder einen Helden.
So ganz nebenbei ist die Amerikanische Wirtschaft am Arsch.
Das Einzige was Amerika gut kann ist:” Krieg zu exportieren”!
… lange Reder kurzer Sinn, die Wallfenindustrie braucht wieder Aufträge, aber zu erst müssen die alten Waffen eingesetzt werden …
schaut euch mal ein paar videos von DR. Daniele Ganser an.

so manch eine/r wird Augen machen…
Krieg kann NIE eine Lösung sein!!!!!!!!!!!

m69
m69
Tratscher
23 Tage 2 h

@Wolke 

das geht schon in die richtige Richtung, was Du geschrieben hast.

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
20 Tage 5 h

@m69 und sich selbst das Feindbild zerstören? Nein, sicher nicht. Wenn man den Feind ordentlich aufbläst, kann man gegen ihn wettern und wüten und vor ihm warnen und vor ihm Schutz versprechen, das eint die Wählerschaft.
Dieser Krieg wäre zu schnell vorbei, der würde der Waffenindustrie nicht viel bringen. Danach das verarmte Land wieder aufbauen, sich um die Leute kümmern, das dauert Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. So was tun sich die USA nicht an.
Kim und seine Führung sind tolle Gegner – so lange sie im Amt bleiben. Sind sie erst mal weg, haben sie keinen Wert mehr.

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
24 Tage 5 h

In diesem Katz und Maus Spiel, ist Trump bisher die Maus.

Evi
Evi
Tratscher
24 Tage 2 h

im Kindergarten.

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
23 Tage 21 h

@Orschgeige
er muss holt auf den Friedensnobelpreis etwas warten …😊

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
23 Tage 21 h

@Evi

Potentiell ein sehr explosiver Kindergarten!

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
24 Tage 42 Min
Wäre Trump nicht Trump, wäre das Problem längst gelöst. Die Nordkoreaner sind noch nicht mal in der Nähe davon, Raketen bauen zu können, welche die USA erreichen. Schmutzige Kofferbomben? Vielleicht, aber definitiv keine Raketen. Aber was tun? Klein beigeben? Nein, das ist in dem Konflikt keine Lösung. Deshalb hat Nordkorea angeboten, einen Frieden auszuhandeln, in dem sie ihr Gesicht wahren können. Aber was macht Trump? Er versucht, Bedingungen zu diktieren! Das ist ein absolutes No-Go, da stellen sich die Koreaner quer, egal, ob sie in einem Krieg den kürzeren ziehen würden oder nicht. Es ist allen Verantwortlichen durchaus bewusst, dass… Weiterlesen »
Kurt
Kurt
Universalgelehrter
23 Tage 21 h

Neumünster, super argumentiert, danke 👏

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
23 Tage 21 h

“selbst inszenierenden Bulldogge” 😁😁👏👏

m69
m69
Tratscher
23 Tage 2 h

so einfach ist das aber nicht!
China würde das nicht zulassen, dass das Imperium (USA) vor deren Haustür in einem fremden Land einfach so mal einmarschiert.

oli.
oli.
Universalgelehrter
23 Tage 21 h

Natürlich will er immer noch ein treffen mit D.Trump , er braucht GELD Devisen für seine Familie .
Mutti aus Deutschland hätte schon lange Geld überwiesen !

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