Donald Trump geifert weiter gegen demokratische Abgeordnete

Trump heizt Stimmung gegen Demokratinnen weiter an

Donnerstag, 18. Juli 2019 | 14:55 Uhr

US-Präsident Donald Trump macht ungeachtet der Empörung über seine als rassistisch kritisierten Attacken weiter Stimmung gegen vier Politikerinnen der Demokraten. “Diese linken Ideologen sehen unsere Nation als eine Kraft der Bösen”, rief er am Mittwoch vor jubelnden Anhängern in Greenville im Bundesstaat North Carolina.

Die Menge antwortete mit fremdenfeindlichen Rufen gegen eine muslimische Abgeordnete. Wenige Stunden zuvor war ein Antrag auf ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump im Repräsentantenhaus gescheitert.

“Sie wollen unsere Verfassung zerstören. Die Werte beseitigen, die dieses wunderbare Land aufgebaut haben”, hob Trump mit Blick auf die Oppositionspolitikerinnen vom linken Flügel der Demokraten hervor. Als er den Namen von einer von ihnen, Ilhan Omar, nannte, skandierte die Menge: “Schick sie zurück!” Gemeint war damit, dass die Politikerin in das Herkunftsland ihrer Familie zurückgehen solle – so hatte es Trump zuvor auch selbst in Twitter-Botschaften gefordert.

Trump hatte mit fremdenfeindlichen Attacken auf Omar sowie die Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley in den vergangenen Tagen für Empörung gesorgt. Drei der vier dunkelhäutigen Frauen sind in den USA geboren. Omar kam als Kind als Geflüchtete aus Somalia in die USA. Trump verfolgt mit seinen Angriffen offenbar das Ziel, mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2020 seine weiße Wählerschaft zu mobilisieren und einen Keil zwischen die Demokraten zu treiben.

Wenige Stunden zuvor hatte das Repräsentantenhaus den Vorstoß eines demokratischen Abgeordneten abgewiesen, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump einzuleiten. Die von den Demokraten dominierte Kongresskammer lehnte den Antrag des Abgeordneten Al Green mit einer deutlichen Mehrheit von 332 zu 95 Stimmen ab.

Die Mehrheit der oppositionellen Demokraten und alle Republikaner stimmten gegen Greens Vorstoß. Der Abgeordnete hatte den Antrag am Dienstag eingereicht, nachdem die Kongresskammer Trumps Tiraden gegen die vier demokratischen Abgeordneten verurteilt hatte. Green begründete den Vorstoß damit, dass Trump der US-Gesellschaft schade und nicht für das Präsidentenamt geeignet sei.

Die Demokraten sind gespalten in der Frage, ob sie ein Amtsenthebungsverfahren anstrengen sollen. Dass 95 ihrer Abgeordneten für Greens Antrag stimmten, zeigt, dass es durchaus Unterstützung für ein solches Vorgehen gibt.

Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ist derzeit gegen ein sogenanntes Impeachment. Sie fürchtet, dass ein Amtsenthebungsverfahren keine Aussichten auf Erfolg hat – und letztlich Trump helfen könnte, für die Präsidentschaftswahl 2020 seine Anhänger zu mobilisieren.

Der Präsident verbuchte die Abstimmung vom Mittwoch umgehend als Erfolg für sich. “Wir haben soeben ein überwältigendes Abstimmungsergebnis gegen ein Impeachment erhalten”, sagte Trump vor seinem Wahlkampfauftritt in Greenville. Das Thema Amtsenthebungsverfahren sei fortan vom Tisch. Im Kurzbotschaftendienst Twitter bezeichnete Trump Greens Vorstoß als “lächerlich” und “Zeitverschwendung”.

Einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage zufolge halten zwei Drittel der Befragten Trumps Aufforderung an die vier Demokratinnen, in das Herkunftsland ihrer Familien zurückzukehren, für rassistisch. Unter den Anhängern der Republikaner dagegen stieg die Popularität des Präsidenten: In einer anderen Umfrage legte er um fünf Prozentpunkte auf 72 Prozent Zustimmung unter seinen Anhängern zu.

Die umstrittenen Attacken von Trump auf die vier Politikerinnen der US-Demokraten stießen indes im pfälzischen Heimatort der Ahnen des US-Präsidenten auf wenig Verständnis. “Ein möglicher Besuch in Kallstadt würde ihn vielleicht zum Nachdenken bringen, was Begriffe wie Migration, Staatsbürgerschaft und nationale Zugehörigkeit auch bedeuten können”, sagte Ortsbürgermeister Thomas Jaworek (CDU) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Großvater des Präsidenten, Friedrich Trump, sei ein Migrant gewesen.

“Wenn der amerikanische Präsident die nicht ganz so imposanten Häuser seiner Vorfahren sieht, könnte ihn das auf den Boden der Tatsachen zurückbringen”, meinte Jaworek. Friedrich Trump wuchs in einem unscheinbaren weißen Eckhaus auf, bevor er 1885 in die USA ging.

Trumps Großeltern väterlicherseits stammen aus Kallstadt im Kreis Bad Dürkheim. Das rund 20 Kilometer westlich von Ludwigshafen gelegene Dorf mit etwa 1.200 Einwohnern zählt zu den bekanntesten Weinorten in der Pfalz. Die Mutter des US-Präsidenten stammt aus Schottland.

Der US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, hatte im Dezember gesagt, Trump wolle einmal nach Kallstadt kommen – wo er bisher nie war. Dazu sagte Jaworek, ihm seien keine Pläne bekannt. Er könne aber verstehen, dass die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen für einen solchen Besuch viele Bürger in Kallstadt abschrecken.

Von: APA/dpa

Kommentare

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23 Kommentare auf "Trump heizt Stimmung gegen Demokratinnen weiter an"


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Ninni
Ninni
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Trump, greif nicht andauernd die Frauen an…
Tus bei deiner eigenen, die kommt auch nicht aus USA !!!!!

Was ist das für ein Mensch 🙈

Leonor
Leonor
Superredner
1 Monat 6 Tage

Ninni

Seine Vorfahren stammen aus Deutschland, da kann er ruhig nach Deutschland zurückkehren. Dort können sie ihm als „Flüchtling“ die Leviten lesen.

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 6 Tage

@Leonor …und die Melania konn er nach Slowenien schicken…
😀

denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 5 Tage

Trump = Rassist to the bones!

alpenfranz
alpenfranz
Tratscher
1 Monat 6 Tage

nicht nur die Politiker werden immer blöder, die Wähler scheinbar auch

p.181
p.181
Tratscher
1 Monat 6 Tage

@alpenfranz

Wenn mon an die EU- Wohln denkt oder an D und Südtirol, hosch recht.

alpenfranz
alpenfranz
Tratscher
1 Monat 6 Tage

@p.181
und USA, Türkei, Brasilien, England, China, Syrien, usw. usw

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 5 Tage

@ alpenfranz Komisch, ich dachte zuerst an Italien un die Türkei.
In beiden wurden Schreihälse gewählt, die alles und jeden vor dem Angriff von außen “schützen”.

alpenfranz
alpenfranz
Tratscher
1 Monat 5 Tage

@Neumi
heute reicht’s ein paar populistische Sprüche zu reissen, die Angst vor Fremden zu schüren und je ungebildeter, weit weg von gutem Benehmen, desto besser. dabei haben wir in Italien Schulden wie nie zuvor und eine Arbeitslosenquote in süditalien bei den unter 30 HH jährigen von über 50! %

oldenauer
oldenauer
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Bin ich froh das man die ganze Geschichte teilweise auch live und ohne
Trump-Pflicht-Bashing im Internet neutral betrachten kann. Da sieht die
Sache “merkwürdigerweise” ganz anders aus.

george
george
Superredner
1 Monat 6 Tage

erklärst uns, wie sieht sie denn aus, die Geschichte?

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 5 Tage

Link?

Popeye
Popeye
Superredner
1 Monat 6 Tage

Hoffentlich wird dieser Psychapath in November 2020 abgewaehlt. Hoffentlich richtet dieser Vandale nicht noch mehr Schaden an.

knoflheiner
knoflheiner
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Popeye
obgwehlt?
der weart für die nechsten 4 johr wieder gwehlt , do konsch sicher sein. wersch sechn.
frog die gonz genau amoll warum.

dom99
dom99
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Als nächstes werden wohl Progromen kommen..unglaublich dieser Trampel, eigentlich gehört er eingesperrt.

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Furchtbarer Mensch. So haben alke Kriege angefangen

Andreas1234567
Andreas1234567
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Hallo zum Abend,

wer Zeit und Lust hat.. Auf WDR, das ist ein öffentlich-rechtlicher Sender aus D, gab es einmal eine 45-Minuten Reportage aus dem Stammwählerland von Trump wo er bis zu 90 % der Stimmen eingeheimst hat.
https://www.youtube.com/watch?v=xPOS7cJ3wzU
Der Reporter streift durch die Gegend und lässt Trump-Wähler einfach erzählen.
Waffennarren,Abtreibungsgegner, Ultra-Religiöse,einfache Arbeiter, alles dabei..
Ein atemberaubendes Panoptikum an teilweise skurrilen Meinungen.

Gruss nach Südtirol

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 6 Tage

…ekelhaft…
🤨

iuhui
iuhui
Kinig
1 Monat 6 Tage

ich würde alle Nicht-native Nord-SüdAmerikaner zurückschicken, Trump als erster!

Traeumerin
Traeumerin
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Der isch lei zin Schamin …

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

trump wird immer mehr seinem namen gerecht, nomen est omen

knoflheiner
knoflheiner
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

und er wert für die nächsten vier johr wieder pressident!
wearts ihr segn.
 warum schreibm die in europa und seine gegenparteien lei negativ über ihm…..weil er nit pfeift, wiea es die europäer, merkl gern hattn.

andr
andr
Superredner
1 Monat 5 Tage

Das trampeltier heizt überall ein. Er streitet sich durch die welt🤪🤪😁😁

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