Unternehmens- und Einkommensteuer soll drastisch gesenkt werden

Trump kämpft mit Steuerplan gegen schlechte Umfragewerte an

Dienstag, 09. August 2016 | 06:43 Uhr

Mit der Präsentation eines radikalen Reformprogramms für die US-Wirtschaft hat der schwer ins Straucheln geratene Präsidentschaftskandidat Donald Trump wieder Tritt zu fassen versucht. Der Republikaner kündigte am Montag die “größte Steuer-Revolution” seit der Präsidentschaft von Ronald Reagan in den 80er-Jahren an. Damit meint er eine drastische Senkung der Unternehmens- und Einkommensteuer.

Aus der eigenen Partei hagelte es inzwischen weiter Kritik an Trump. “Ich will Amerika wieder in Fahrt bringen”, verkündete Trump, der sein Land entgegen der offiziellen Indikatoren inmitten einer tiefen Wirtschaftsmisere sieht. In seiner Rede in Detroit, dem krisengeschüttelten Zentrum der US-Automobilindustrie, legte er seine Wirtschaftspläne erstmals im Detail dar.

Die Einkommensteuer will der Immobilienmilliardär quer durch alle Einkommensgruppen reduzieren und in ihrer Systematik drastisch vereinfachen. Besonders die Mittelschicht werde davon profitieren, sagte er. So will Trump den Höchstsatz von derzeit 39,6 auf 33 Prozent reduzieren. Statt den derzeit sieben Steuersätzen soll es nur noch drei geben. Trump bekräftigte ferner seine Absicht, die Unternehmenssteuer von 35 auf 15 Prozent senken.

Mit der Darlegung seines Wirtschaftskonzepts versuchte der Rechtspopulist, im Wahlkampf wieder in die Offensive zu kommen. Zuletzt hatte er sich mit diversen Fehltritten selbst beschädigt und in den Umfragen deutlich an Boden gegenüber seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton verloren.

So hatte Trump unter anderem durch einen Schlagabtausch mit den muslimischen Eltern eines gefallenen US-Soldaten für Entrüstung gesorgt. Auch verweigerte er prominenten innerparteilichen Kritikern den Beistand für deren Kampagnen zum Wiedereinzug in den Kongress – eine Haltung, die er nach einigen Tagen revidierte.

Die Präsentation seiner Wirtschaftspläne verband Trump mit harten Attacken gegen Clinton. Die Demokratin stehe für eine gescheiterte Wirtschaftspolitik. Sie sei “die Kandidatin der Vergangenheit. Wir sind die, die für die Zukunft stehen.”

Sein Auftritt wurde wiederholt durch wütende Proteste von Demonstranten gestört. Im Gegensatz zu früheren Auftritten blieb Trump diesmal jedoch gelassen und setzte nach kurzer Unterbrechung seine Rede wie geplant fort.

Unterdessen gab es für Trump auch weiterhin kräftigen Gegenwand aus der eigenen Partei. Der Republikaner Evan McMullin, ein früherer Anti-Terror-Experte des Auslandsgeheimdienstes CIA, verkündete in einem Akt der Rebellion seine eigene Präsidentschaftskandidatur. Sein Land habe Besseres verdient als Trump oder Clinton.

Der 40-Jährige ist allerdings bisher so gut wie unbekannt, weshalb es ihm schwerlich gelingen dürfte, bei der Wahl eine nennenswerte Rolle zu spielen. Jedoch ist seine Kandidatur ein weiteres Anzeichen dafür, dass Trumps Nominierung die Republikaner nach wie vor tief spaltet.

Von: APA/ag.

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