Die Frage ist sehr ernst

Trump nährt Verschwörungstheorie über Harris

Freitag, 14. August 2020 | 15:58 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat einer als rassistisch kritisierten Verschwörungstheorie über die demokratische Kandidatin für das Vizepräsidentenamt, Kamala Harris, neuen Raum verschafft. Es gebe “ernsthafte” Bedenken zu den Umständen ihrer Geburt, behauptete Trump am Donnerstag (Ortszeit) im Weißen Haus. “Ich werde mir das ansehen.” Er wisse nicht, ob der Vorwurf zutreffe.

Der Jurist, der das Thema in einem Gastbeitrag vorgebracht habe, sei aber “hoch qualifiziert, sehr begabt”. Dabei geht es um Folgendes: Der konservative Jurist John Eastman hatte im Magazin “Newsweek” einen Gastbeitrag veröffentlicht, in dem er bezweifelte, dass Harris Vizepräsidentin werden dürfe, weil ihre Eltern bei ihrer Geburt noch keine US-Bürger gewesen seien. Die Senatorin aus Kalifornien kam 1964 als Tochter von Einwanderern aus Jamaika und Indien in den USA zur Welt. Falls Trump im November gegen seinen Herausforderer Joe Biden verliert, würde sie erste schwarze Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten.

Trump sagte zu dem Beitrag: “Ich hätte vermutet, dass die Demokraten das geprüft hätten, bevor sie ausgewählt wurde, sich um das Amt der Vizepräsidentin zu bewerben.” Die auch im Internet kursierende Behauptung erinnert an die Bewegung der “Birther”, die Ex-Präsident Barack Obamas Geburtsort und damit seine Qualifikation fürs höchste Staatsamt infrage gestellt hatten. Eine der prominentesten Vertreter der Theorie, wonach Obama in Kenia geboren worden sein soll, war Trump. Obama, erster schwarze Präsident, kam im US-Bundesstaat Hawaii zur Welt.

Eastman bezog sich darauf, dass es in der US-Verfassung heißt, dass der Präsident und sein Vize “natural born citizens” sein müssten – also jemand, der die Staatsbürgerschaft schon durch Geburt erlangt habe. Mit Zusatzartikeln und Gerichtsentscheidungen ist anerkannt, dass es entscheidend ist, auf dem Territorium der Vereinigten Staaten geboren zu sein. Eastman argumentierte dagegen, auch die Nationalität der Eltern könne dabei eine Rolle spielen.

Bidens Wahlkampfteam erinnerte daran, dass Trump seinerzeit auch Obamas Geburtsort infrage gestellt hatte. Der demokratische Abgeordnete Ted Lieu erklärte über Twitter, Trump versuche erneut, mit “Rassismus” auf Stimmenfang zu gehen. Der Abgeordnete Don Beyer schrieb, auch 2020 seien solche Theorien noch rassistisch. Trump hat Rassismus-Vorwürfe in der Vergangenheit stets zurückgewiesen.

Trump war in der Vergangenheit bereits einer der Hauptverfechter der “Birther”-Theorie, die in rechten Kreisen weit verbreitet war. Laut dieser mit rassistischen Untertönen versehenen Theorie wurde der frühere Präsident Barack Obama nicht in den USA geboren und hätte damit nicht Präsident werden dürfen. Trump und andere forderten vehement eine Veröffentlichung von Obamas Geburtsurkunde – einer Forderung, die der im US-Staat Hawaii geborene Präsident schließlich nachkam.

Harris wurde 1964 im US-Staat Kalifornien als Tochter von Einwanderern aus Jamaika und Indien geboren. Die Senatorin ist damit US-Bürgerin und darf Vizepräsidentin werden.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hatte Harris am Dienstag als Vize-Kandidatin vorgestellt. Biden und die Senatorin ziehen damit gemeinsam in den Wahlkampf gegen Trump, der sich bei der Wahl am 3. November um eine zweite Amtszeit bewirbt.

Von: APA/ag.

Kommentare

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13 Kommentare auf "Trump nährt Verschwörungstheorie über Harris"


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pfaelzerwald
pfaelzerwald
Superredner
1 Monat 8 Tage

Aber der Enkel eines Bordellbetreibers darf President sein.

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 8 Tage

…der orange Trumpel hat auch Migrationshintergrund…
😆

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Sie ist in den USA geboren, oder?
Sie hat den US-Pass, oder?
Sie hat eine permanente Arbeitserlaubnis, oder?

Da sieht man mal, welche Prioritäten der Präsident hat, lieber Verschwörungstheorien anheizen, als sich endlich mal richtig mit Covid auseinander zu setzen. Echt traurig.

Aber mistermah wird es sicher besser wissen, bitte um Aufklärung, warum Trump hier wieder Recht hat? 🙂

InFlames
InFlames
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Dieser Quatsch hat schon bei Obama nicht funktioniert und trotzdem lässt der Donald nicht locker, auf diese Weise zu hetzen.
Offensichtlich hat er in der Schule zusätzlich zu Geographie auch noch in Staatsbürgerkunde dauerhaft gefehlt.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 8 Tage

Bei einem gewissen Teil der Wählerschaft funktioniert dieser Quatsch leider.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Zuerst „Niemand mag mich“. Und jetzt ““Ich habe keine Ahnung”.
Vater/Mutter hat offensichtlich nicht genug gelobt. 
Also: der Donald ist ein ganz wunderschöner lieber Bub und sehr, sehr klug.
Und ein Hustinettenbär lügt nie.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Tratscher
1 Monat 8 Tage

@Hustinettenbaer
… und duu hast die Haaare schön…
Trump will mehr Wasserdruck: „Mein Haar muss perfekt sein“
https://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/trump-will-mehr-wasserdruck-in-usa-mein-haar-muss-perfekt-sein-16904170.html

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Der Anwalt, der diese Theorie, im Auftrag von wem auch immer, verbreitet hat, ist genauso hoch qualifiziert und talentiert wie der 🏀 selber…🙈🙉🙊🤮

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 8 Tage

Führt den Ahnenpass wieder ein. Nur wer beweisen kann, dass seine sämtlichen Vorfahren seit mindestens 1700 in den USA geboren wurden, darf wählen.

a sou
a sou
Superredner
1 Monat 8 Tage

Boah habt ihr probleme… lasst das doch bitte die amis alleine klären.

schreibt...
schreibt...
Superredner
1 Monat 8 Tage

Schließlich sind ja alle weißen Amis eingewanderte Europäer!

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Superredner
1 Monat 7 Tage

Muss nicht stimmen. Die aus Alaska stammen zum Tteil von Russen ab. Also von asiatischen Russen und somit nicht von Europäer.

PrinzvonZamunda
1 Monat 8 Tage

Also wenn schon, dann bitte richtig: Niemand, der nicht nachweisen kann, dass die Vorfahren bereits 1490 in Amerika gelebt haben, darf Präsident werden. Das wäre konsequent! (Wer hier Ironie findet, darf sie gern behalten.)

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