"Große Wut im Land über Amtsenthebungsverfahren und Technologie-Konzerne"

Trump: Rede vor Kapitol-Erstürmung war “völlig angemessen”

Dienstag, 12. Januar 2021 | 21:49 Uhr

Der abgewählte US-Präsident Donald Trump sieht im Zusammenhang mit der gewaltsamen Erstürmung des Kapitols keine persönliche Verantwortung bei sich. Seine Rede vor Anhängern am vergangenen Mittwoch unmittelbar vor dem Gewaltausbruch am Sitz des US-Parlaments sei völlig angemessen gewesen, sagte Trump am Dienstag.

“Wenn Sie meine Rede lesen und viele Leute haben es getan – und ich habe es sowohl in den Zeitungen als auch in den Medien, im Fernsehen, gesehen – sie wurde analysiert und die Leute fanden, dass das, was ich gesagt habe, völlig angemessen war”, so Trump

Dagegen sei “ein echtes Problem” gewesen, was hochrangige Politiker im Zusammenhang mit den “schrecklichen Unruhen” in Portland, Seattle und anderen US-Städten gesagt hätten, sagte Trump vor Journalisten auf dem Flugplatz Joint Base Andrews bei Washington.

Trump sieht wegen des geplanten Amtsenthebungsverfahrens gegen ihn eine große Wut im Land. Der Vorstoß der Demokraten im Repräsentantenhaus sei eine Fortsetzung der Hexenjagd gegen ihn, sagte der Republikaner.

Trump nutzte in diesem Zusammenhang auch einen Auftritt an der Mauer an der US-Südgrenze zu Mexiko für eine düstere Warnung an die Demokraten und den künftigen US-Präsidenten Joe Biden.. Maßnahmen, die jetzt gegen ihn ergriffen würden, würden auf sie zurückfallen, drohte Trump am Dienstag in Alamo im US-Bundesstaat Texas. “Der 25. Verfassungszusatz stellt null Risiko für mich dar, aber er wird zurückkommen und Joe Biden und die Biden-Regierung heimsuchen.” Er fügte hinzu: “Seid vorsichtig, was ihr euch wünscht.”

Auf Grundlage des 25. Verfassungszusatzes kann der Vizepräsident der Vereinigten Staaten den Präsidenten mit einer Mehrheit wichtiger Kabinettsmitglieder für unfähig erklären, das Amt des Präsidenten weiter auszuführen. Die Demokraten haben infolge der Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger Trumps Druck auf Vizepräsident Mike Pence gemacht, Trump noch vor dem Ende seiner Präsidentschaft kommende Woche des Amtes zu entheben.

Auch die jüngsten Maßnahmen der großen Technologie-Konzerne sorgten für eine Wut, wie er sie noch nie gesehen habe. “Ich will keine Gewalt”, sagte er kurz vor dem Abflug nach Texas, wo er die Grenzmauer besichtigen sollte.

Kritiker geben dem scheidenden Präsidenten unter anderem wegen einer Rede eine Mitschuld an der Erstürmung vergangene Woche, bei der mehrere Menschen ums Leben kamen. Seitdem haben Konzerne wie Facebook und Twitter Trumps Zugang zum Internet über ihre Plattformen gesperrt.

Im Sommer hatte es nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai im ganzen Land Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt gegeben. Teilweise kam es dabei zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Trump hatte dafür die “radikale Linke” verantwortlich gemacht, Demonstranten allgemein als “Anarchisten”, “Unruhestifter” und “Plünderer” bezeichnet und “Gesetzlosigkeit” auf den amerikanischen Straßen aufs Schärfste verurteilt.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

16 Kommentare auf "Trump: Rede vor Kapitol-Erstürmung war “völlig angemessen”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
eisern
eisern
Tratscher
14 Tage 6 h

Bei mir in der Psychiatrie laufen ganz viele Patienten mit diesem Realitätssinn rum. Die sind nicht freiwillig da und wurden von der Polizei eingeliefert. Schon krass, das man in den USA mit der Diagnose Präsident werden kann. Das zeigt wie schlecht das amerikanische Gesundheitssystem ist.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
14 Tage 5 h

@eisern
Es trauen sich ja nur wenige Experten an eine Trump-Ferndiagnose. Als Laie tippe ich bei Herrn Trump auf einen schweren Fall von Narzissmus.

Peerion
Peerion
Grünschnabel
14 Tage 8 h

Die Demokraten haben einen falschen Weg eingeschlagen, indem sie hier maximal auf Konfrontation mit den Republikanern setzen.
Mit ihrer win-lose-Strategie zeigen die Demokraten, dass sie sich genauso sehr der Machtpolitik verschrieben haben, und damit genauso wenig daran interessiert sind, Brücken zu schlagen und die Gesellschaft wieder zusammenzuführen.
Durch die eigenen Reihen zieht sich ein tiefer Graben. Und doch immer fehlt es den Demokraten an einer glaubwürdigen Strategie, wie sie dieses Problem lösen wollen. Also fokussieren sie sich auf einen äusseren Feind und versuchen dabei, den offenen Bruch bei der Gegenseite zu verursachen. Dieses Ansinnen ist aber zum Scheitern verurteilt.

Namulith
Namulith
Tratscher
14 Tage 5 h

Bei den Amis ist schon lange Brauch: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.
Nur hat sich das jetzt schon länger nach innen gewendet.

Doolin
Doolin
Tratscher
14 Tage 9 h

…der orange ist und bleibt ein Dodel…
😝

Neumi
Neumi
Kinig
14 Tage 8 h

” die Leute sagen”, “alle denken”, “viele sagen” … er ist bei seinen Aussagen immer so exakt und sagt ganz genau, WER das sagt.

“Die Experten” haben bestimmte Ansichten, nur nennt er halt nie Namen.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
14 Tage 6 h

@Neumi
Herr Trump ist ein mit allen Wassern gewaschener Populist. Er wurde leider lange unterschätzt.

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
13 Tage 17 h

ganz klare Strategie …. mich hätte auch interessiert, wen genau er bei dieser Rede gemeint hat, die seine Aussagen anscheinend für “legitim” empfanden – aber man weiß es nicht. Sagten das Leute aus dem eigenen Lager? der Dems? neutrale Experten? keien Ahnung.
Diese Strategie, dass es viele viele Interpretationsmöglichkeiten gibt, ging bisher ja gut auf – viele seiner Anhänger wollen dies ja um die Realität zu ignorieren.

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

Also, vielleicht ist er doch das größte Unschuldslamm aller Zeiten, und ihm wird ja so Unrecht getan.
Das könnten wir doch bestimmt mit einer großzügigen Spende wieder gut machen.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
14 Tage 7 h

@pfaelzerwald
Ja, er ist das Opfer. Also was braucht er jetzt dringend ? Ich schenke ihm… überleg… denk… 1000 doppelte Cheeseburger !!!

Faktenchecker
14 Tage 4 h

Spenden willkommen. Die Melkkuh ist tot.

“Allein für die Präsidentschafts- und Kongresswahlen im vergangenen November spendete er fast 220 Millionen Dollar.”

https://www.n-tv.de/wirtschaft/US-Casino-Mogul-Sheldon-Adelson-ist-tot-article22286781.html

algunder
algunder
Superredner
13 Tage 21 h

@Hustinettenbaer
na bitte schick mir 2 her i hatt an hunger 🤔🤔🤣🤣🤣🤣

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
13 Tage 17 h

@algunder
o.k. 2. Aber wegen der Gesundheit nicht mehr !!😃

Zugspitze947
13 Tage 18 h

Dieser TRUMPL ist doch total abgehoben und fern jeglicher Realität ! Natürlich hat er gehetzt und zwar in den höchsten Tönen, die Absetzung bzw Sperre für jede weitere Politische Tätigkeit ist angebracht 🙁

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
13 Tage 17 h

klar sagt er das – er muss seine eingefleischten Anhänger, mit denen er auch nach dem 20. Jänner arbeiten will (also Spenden einsammeln und sich als Messias verkaufen) bei Laune halten. 
Viele dachten ja sie würden ohne Konsequenzen weiterleben, nachdem sie ganz stolz mit dem Mob mitgelaufen sind. 
Die Reps stehen vor einem noch größeren Scherbenhaufen, wie die USA als Nation. 
Vielleicht gründet Trump ja auch eine eigene Partei, ich würds ihm schon zutrauen. 

Anderrrr
Anderrrr
Universalgelehrter
13 Tage 20 h

No por tog nor ischer eh wek als Prasident. Or wern se wol glernt hobn sette loppn zu wähln

wpDiscuz