Trump sagt G-7-Gipfel in Camp David ab

Trump sagt G-7-Gipfel wegen Pandemie ab: Videokonferenz

Freitag, 20. März 2020 | 12:33 Uhr

Die US-Regierung hat das im Juni in den USA geplante Gipfeltreffen sieben führender Wirtschaftsnationen wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Anstatt eines Treffens in Camp David bei Washington soll es eine Videokonferenz geben, wie das Weiße Haus am Donnerstagabend (Ortszeit) erklärte.

Präsident Donald Trump werde darüber hinaus auch im April und Mai mit seinen Kollegen der G-7-Staaten per Videokonferenz das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie besprechen, hieß es weiter.

Zur Vorbereitung des Gipfeltreffens wäre in den Regierungszentralen viel Geld, Energie und Personal aufgewendet worden, das derzeit besser für die Bekämpfung der Covid-19-Epidemie eingesetzt sei, erklärte ein Beamter der US-Regierung. Die Staatenlenker der G-7-Nationen würden sich weiterhin eng abstimmen, um die Gesundheit ihrer Bevölkerung und das Wohl der Weltwirtschaft zu sichern, erklärte der Beamte weiter.

Trump hatte im vergangenen Jahr zunächst erklärt, den G-7-Gipfel in einem seiner Hotels in Miami abhalten zu wollen. Die Entscheidung stieß jedoch auf viel Kritik. Ihm wurde vorgeworfen, seine eigenen Liegenschaften für offizielle Zwecke zu nutzen und damit finanziell von seiner Präsidentschaft zu profitieren. Trump lenkte daraufhin ein und schlug als Alternative den Landsitz der US-Regierung im Bundesstaat Maryland, Camp David, vor. Trump ist 2020 Gastgeber des G-7-Gipfels und konnte damit den Ort auswählen.

Das Treffen sollte vom 10. bis 12. Juni stattfinden. Mitglieder der G-7-Gruppe sind die USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan.

In den USA ist die Zahl der Corona-Fälle zuletzt deutlich gestiegen, die Zahl der bestätigen Infektionen liegt dort inzwischen bei fast 10.800.

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie wollen die USA und Mexiko ihre Grenze auch weitgehend schließen. US-Außenminister Mike Pompeo und sein mexikanischer Kollege Marcelo Luiz Ebrard Casaubón wollten nicht notwendige Reisen zwischen den beiden Ländern begrenzen, sagte eine Ministeriumssprecherin am Donnerstag in Washington. Beide seien sich einig, dass es eine gemeinsame Strategie geben müsse.

Die USA haben bereits umfangreiche Reisebeschränkungen für Menschen aus etlichen Ländern verhängt. Es wird erwartet, dass bis Samstag auch der Grenzverkehr nach Kanada eingeschränkt wird.

Der US-Bundesstaat Washington meldete zuletzt acht weitere Todesopfer des Coronavirus-Ausbruchs. Damit ist die Zahl der Todesfälle dort am Donnerstag binnen 24 Stunden auf 74 gestiegen, so viele wie in keinem anderen US-Bundesstaat.

Von: APA/dpa/ag.