Anti-Rassismus-Proteste in Kenosha

Trump solidarisiert sich mit Polizei in Kenosha

Mittwoch, 02. September 2020 | 13:16 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat seinen Besuch in der von schweren Unruhen erschütterten Stadt Kenosha für Solidaritätsbekundungen mit der Polizei genutzt. Die Beamten hätten einen “fantastischen Job” geleistet, sagte Trump am Dienstag während der umstrittenen Visite zum Vorgehen der Polizei gegen die Ausschreitungen. Auch forderte er ein Ende von “gefährlicher Anti-Polizei-Rhetorik”.

Die Ausschreitungen nach den Polizeischüssen auf einen Schwarzen bezeichnete der Präsident als “Inlandsterrorismus”. “Gewalttätige Mobs” hätten mindestens 25 Geschäfte zerstört oder beschädigt, öffentliche Gebäude niedergebrannt und Ziegelsteine auf Polizisten geworfen, sagte Trump. Auf den schwere Verletzung des Afroamerikaner Jacob Blake durch die Polizeischüsse in Kenosha ging er nicht ein. Auch traf er nicht Blakes Familie.

Für Aufsehen hatte der Präsident im Vorfeld des Besuchs mit Äußerungen im konservativen Nachrichtensender Fox News gesorgt, in denen er die Polizeischüsse auf Blake mit einem Fehler beim Golfspielen verglich. Polizisten würden unter Druck Fehler machen: “Sie versagen. Wie bei einem Golf-Turnier, wenn jemand einen Putt aus drei Fuß Entfernung verfehlt.” Ein Putt ist ein Schlag beim Golf, bei dem der Ball nicht durch die Luft fliegt, sondern über den Rasen rollt.

In Kenosha machte sich der Präsident in Begleitung eines massiven Sicherheitsaufgebots ein Bild von den Zerstörungen durch die Ausschreitungen. So ließ er sich abgebrannte Geschäfte zeigen und sprach mit den Besitzern. Beim Besuch eines in einer Schule eingerichteten Kommandozentrums der Sicherheitskräfte lobte Trump den Einsatz von Polizei und Nationalgarde.

Der Gouverneur von Wisconsin und der Bürgermeister von Kenosha hatten Trump von der Visite abgeraten, weil sie eine Zunahme der Spannungen befürchteten. In der Stadt gingen am Dienstag sowohl Anti-Rassismus-Demonstranten als auch Trump-Anhänger auf die Straße, dabei kam es zu verbalen Auseinandersetzungen.

Ein weißer Polizist hatte den 29-jährigen Blake am 23. August vor den Augen seiner drei kleinen Söhne durch sieben Schüsse in den Rücken verletzt. Der erneute Fall von Polizeigewalt gegen Schwarze löste Empörung und Proteste aus, die teilweise in Gewalt ausarteten.

Am Rande der Proteste wurden in der vergangenen Woche zwei Menschen erschossen, als Tatverdächtiger wurde ein 17-jähriger Weißer festgenommen. Der mit einem Sturmgewehr bewaffnete Teenager hatte sich offenbar einer selbsternannten Bürgerwehr angeschlossen, die nach eigenen Angaben Geschäfte vor Randalierern schützen wollte. Trump lehnt es ab, das Verhalten des 17-Jährigen zu verurteilen.

Kritiker werfen Trump vor, die Spannungen gezielt anzuheizen, um sich im Vorfeld der Präsidentschaftswahl am 3. November als Garant von Recht und Ordnung in Szene setzen zu können. In den USA kommt es seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis regelmäßig zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus.

Erst am vergangenen Wochenende hatten heftige Auseinandersetzungen von Anti-Rassismus-Demonstranten und Trump-Anhängern in der Stadt Portland im Westküstenstaat Oregon für Aufregung gesorgt. Am Rande der Proteste wurde ein Mitglied einer rechtsradikalen Gruppierung erschossen.

Für neue Proteste sorgte zudem der Tod eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse am Montag in Los Angeles. Die Polizisten hatten den Fahrradfahrer Dijon Kizzee wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen die Straßenverkehrsordnung stoppen wollen. Als dieser die Flucht ergriff, erschossen sie den 29-Jährigen. Er hatte laut Polizei zuvor ein Kleiderbündel fallen lassen, in dem sich eine Pistole befand.

Nach Angaben des Bürgerrechtsanwalts Ben Crump, der Kizzees Familie vertritt, soll der 29-Jährige von mehr als 20 Kugeln in den Rücken getroffen worden sein. Crump hob hervor, dass Kizzee die Pistole bereits fallen gelassen habe, bevor die Polizisten auf ihn gefeuert hätten.

Von: APA/ag.

Kommentare

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13 Kommentare auf "Trump solidarisiert sich mit Polizei in Kenosha"


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Ninni
Ninni
Universalgelehrter
17 Tage 16 h

Vielleicht versteht Trump net genau was Terrorismus überhaupt heisst

Dublin
Dublin
Kinig
17 Tage 13 h

…das Trumpeltier versteht überhaupt wenig…ist aber ein grosser Hetzer und Spalter…
😆

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
17 Tage 13 h

ich glaube in den USA haben schon viele eine sehr verzehrte Vorstellung von Terrorismus… frage mich wie man das nennt, was die USA im Nahen Osten und Vietnam gemacht haben…

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
17 Tage 12 h
ist anzunehmen … abe er will aktuell bzw. schon länger nur eine Wählergruppe erreichen, deshalb wird alles andere einfach nicht erwähtn und Demonstranten sind plötzlich “Terroristen” ….. sind einige dabei, die sich nicht benehmen können und diese Idio**n dann auch noch plündern? JA und das sollte jeder auch aufs hörteste verurteilen, dafür gibt es keine Ausreden. Aber alle anderen friedlichen Demonstranten, die genau wie am Wochenende in Berlin ihr Recht auf Demonstrationsfreiheit genießen. Und was macht der Präsident? bezeichnet ALLE als Terroristen. Er spaltet und das ganz ganz gezielt; die Rechnung tragen die Amerikaner dann selbst, er sitzt in mar… Weiterlesen »
Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
18 Tage 5 h

Reisende soll man nicht aufhalten. Er spaltet wie STF und FH und wird die Quittung bekommen.

https://youtu.be/RO1Rk5l2m9o

felixklaus
felixklaus
Superredner
17 Tage 11 h

Erwähne nie in diesen portal FH und STF da gehen die minus in die höhe !

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Superredner
17 Tage 10 h

Wo reist er denn hin? Wieder ins Weisse Haus?

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Superredner
17 Tage 10 h

Wollen wir doch mal testen: STF und FH sind doch in Ordnung!

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
17 Tage 9 h

“Schwer” in Ordnung! Die Niederländer sagen niet slim….

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
17 Tage 9 h

Gerade deswegen. Freut mich wenn die keine Argumente haben. Das ist so wie mit deren Wahlprogrammen. Nur heiße Luft!

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Tratscher
17 Tage 9 h

@Faktenchecker
Dat is onzin.

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
17 Tage 7 h

@Faktenchecker
heisse Luft habe ich bis jetzt von Rechts nach Links überall gespürt….

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
17 Tage 14 Min

Aller …mismus taugt nichts.

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