Abbas will auch Israel miteinbeziehen

Trump-Team schlug Abbas Konföderation mit Jordanien vor

Sonntag, 02. September 2018 | 15:49 Uhr

Das US-Verhandlungsteam hat Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas offenbar als Teil eines Friedensplans eine Konföderation der Palästinenser mit Jordanien vorgeschlagen. Bei einem Treffen mit israelischen Friedensaktivisten und Abgeordneten habe Abbas grundsätzlich seine Zustimmung signalisiert, berichteten israelische Medien. Allerdings müsse dann auch Israel Teil eines solchen Staatenbundes sein.

Die US-Unterhändler Jared Kushner und Jason Greenblatt hätten Abbas diesen Vorschlag unterbreitet. Es blieb allerdings offen, wann genau dies geschah. Die Palästinenser hatten nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump im vergangenen Dezember die Beziehungen zu den USA abgebrochen. Sie sehen Amerika nicht mehr als unparteiischen Vermittler an.

Nach Angaben der Zeitung “Haaretz” sagte Abbas bei dem Treffen mit den US-Unterhändlern: “Ich wurde gefragt, ob ich an eine Konföderation mit Jordanien glaube.” Er habe geantwortet: “Ja, ich will eine Konföderation mit Jordanien und Israel. Ich habe die Israelis gefragt, ob sie einem solchen Vorschlag zustimmen würden.” Es blieb offen, wie ein solcher Staatenbund funktionieren würde.

Ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu wollte sich am Sonntag nicht zu den Berichten äußern. Israel sorgt sich stets um seine jüdische Mehrheit, deshalb ist eine Zustimmung äußerst unwahrscheinlich. Auch Jordaniens Zustimmung ist ungewiss.

Die Idee einer jordanisch-palästinensischen Konföderation war in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder diskutiert worden. Abbas betonte in der Vergangenheit, er würde einen solchen Bund erst nach Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates in Erwägung ziehen.

Von: APA/dpa