Donald Trump verschärft den Ton in Richtung Peking

Trump überlegt Verdreifachung der Strafzölle gegen China

Freitag, 06. April 2018 | 07:59 Uhr

Im Handelskonflikt mit China hat sich das Weiße Haus zuletzt gesprächsbereit gezeigt. Jetzt schlägt Donald Trump doch wieder härtere Töne an. Sein Handelsbeauftragter soll zusätzliche Strafzölle prüfen. Zugleich rücken aber auch Regierungsvertreter aus, um ihre Gesprächsbereitschaft zu betonen.

US-Präsident Donald Trump hat seinen Handelsbeauftragten angewiesen, zusätzliche Strafzölle in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar auf Importe aus China zu prüfen. Er begründete dies mit “unfairen Vergeltungsmaßnahmen Chinas”. Der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer solle untersuchen, ob zusätzliche Zölle angemessen seien, hieß es am Donnerstagabend in einer Erklärung Trumps. Falls dies der Fall sei, solle er die entsprechenden Produkte identifizieren, die mit den Zöllen belegt werden sollen.

Lighthizer erklärte, zusätzliche Maßnahmen würden einer Bewertungsfrist von 60 Tagen unterzogen. Die Zölle würden nicht in Kraft treten, bis dieser Prozess abgeschlossen sei, betonte er.

Der Streit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften über US-amerikanische Vorwürfe des Technologiediebstahls durch China war am Mittwoch offen ausgebrochen. Nachdem die USA 25-prozentige Strafzölle auf Importe aus China in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar angekündigt hatten, konterte China als Vergeltung mit eigenen Strafabgaben in gleicher Höhe auf Importe aus den USA. Die Eskalation weckte Sorgen über negative Auswirkungen auf die globale Wirtschaft.

Trump erklärte am Donnerstag, China habe sich dazu entschlossen, US-amerikanischen Landwirten und Herstellern Schaden zuzufügen. Deshalb habe er Lighthizer angewiesen, zusätzliche Strafzölle zu prüfen.

Mit den bisher verhängten Strafzöllen nehmen die USA Produkte der chinesischen Hochtechnologie-Industrien ins Visier. China seinerseits würde mit seinen Vergeltungsmaßnahmen neben der Auto-, Chemie- und Flugzeugindustrie auch den ländlichen Raum in den USA treffen, wo Trump besonders beliebt ist. Neben Sojabohnen zielt Peking auch auf andere Agrarprodukte wie Mais, Weizen und Baumwolle ab. Großfarmer in den USA äußerten sich tief besorgt.

Trump beauftragte seinen Landwirtschaftsminister Sonny Perdue am Donnerstag auch damit, einen Plan zum Schutz der Landwirte zu erarbeiten. Details dazu ließ er aber offen.

Da die gegenseitigen Strafabgaben wohl frühestens im Juni in Kraft treten, ist noch Zeit für Verhandlungen. Der oberste Wirtschaftsberater des US-Präsidenten, Larry Kudlow, hatte zuletzt Gesprächsbereitschaft signalisiert. Am Mittwoch sagte er auf die Frage, ob die Zölle letztlich gar nicht wirksam werden könnten: “Ja, das ist möglich. Das gehört zum Prozess.” In einer Auseinandersetzung wie dieser würden alle Werkzeuge genutzt.

Trump zeigte sich dagegen unerbittlich. Bei einer Rede im Bundesstaat West Virginia sagte er am Donnerstag, es sei an der Zeit, China davon abzubringen, die USA “auszunutzen”.

Zugleich rückte ein hochrangiger Beamter aus, um Medien zu versichern, dass die USA zu Gesprächen bereit seien. Bisher habe China in den laufenden Gesprächen nicht die erhofften Zusagen gemacht. Ziel seien faire, gleichberechtigte Handelsbeziehungen, wenn man dieses mit Gesprächen erreichen könne, umso besser.

Trumps Hauptgrund für das Auslösen eines Handelskonflikts war das hohe Defizit in der US-Handelsbilanz. Dieses stieg im Februar überraschend deutlich. Der Wert legte um 0,9 Milliarden auf 57,6 Milliarden US-Dollar (rund 46,9 Mrd. Euro) zu, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das ist das höchste Defizit seit Oktober 2008.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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8 Kommentare auf "Trump überlegt Verdreifachung der Strafzölle gegen China"


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denkbar
denkbar
Kinig
13 Tage 14 h

Beinah kindlich, was er da veranstaltet. Einer der nur gelernt hat, wie man Menschen über den Tisch zieht.

Apocalypsis
Apocalypsis
Neuling
13 Tage 13 h

Je schneller dieser Herr von der Bildfläche verschwindet, desto besser für die ganze Welt.

typisch
typisch
Universalgelehrter
13 Tage 7 h

lieber richtigen krieg wie nur wirtschaftskrieg?

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
13 Tage 13 h

Die amerikanischen Fabriken werden sich über +75% für ihre Resourcen freuen …
Mal sehen, wie viele Firmenpleiten er in Kauf nimmt, bevor er mit dem Unsinn aufhört.

Karl
Karl
Superredner
13 Tage 8 h
Europa und die USA haben die Chinesen zu lange schon mit Niedriglöhnen und somit zu Dampingpreisen den Weltmarkt zu überschwemmen. Wir haben lachend zugesehen wie uns die gesamte Industrie weggenommen haben und die niedrigen Preise genossen ohne zu bedenken, dass uns auch die wichtigen Arbeitsplätze für Industriearbeiter verloren gehen. Nun studiert jeder in Europa munter weiter, da es einfachen Arbeitsplätze bald überhaupt nicht mehr geben wird ohne zu bedenken, das es bereits auch kaum mehr freie Arbeitsplätze für Studienabgänge gibt. Das wird sicher noch ” lustig” im Westen, den auch in Asien studieren Millionen von Menschen. Trump macht es nun… Weiterlesen »
Boerz
Boerz
Grünschnabel
13 Tage 14 h

sem weart donn es tuierste chinesn-handy no tuirer🤣🤣🤣🤣

ex-Moechteg.Lhptm.
ex-Moechteg.Lhptm.
Superredner
13 Tage 10 h

muss die kinesische foxconn ihre handys halt direkt vermarkten, ohne Appple-zuschlag….

schreibt...
schreibt...
Grünschnabel
13 Tage 7 h

Für jeden US Bürger eine saftige Visumgebür, der in ein anderes Land reisen will! (zumindest für die oberen Zehntausend)

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