"Ich mache es lieber richtig als schnell", sagte Trump

Trump und Kim erzielten bei Gipfeltreffen keine Einigung

Donnerstag, 28. Februar 2019 | 20:24 Uhr

Mit dem gescheiterten Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un haben sich die Hoffnungen auf Fortschritte bei der Denuklearisierung Nordkoreas vorerst zerschlagen. Der Gipfel in Hanoi ging am Donnerstag vorzeitig und ohne Ergebnis zu Ende. Trump begründete dies mit der Forderung Kims, sämtliche Sanktionen gegen Nordkorea aufzuheben.

Pjöngjang widersprach dieser Darstellung. Trotz der gescheiterten Gespräche äußerte sich Trump zuversichtlich. Acht Monate nach dem ersten Gipfeltreffen in Singapur war der Druck auf Trump gewachsen, diesmal konkrete Zusagen zur atomaren Abrüstung zu erhalten. Doch ein ursprünglich geplantes Mittagessen und die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung wurden kurzfristig von der Tagesordnung gestrichen. Trump reiste noch am Donnerstag ab.

Die Verhandlungen seien vor allem wegen des Streits über die Sanktionen abgebrochen worden, sagte der US-Präsident. Kim habe verlangt, die Strafmaßnahmen vollständig aufzuheben. “Das konnten wir nicht machen”, sagte der US-Präsident. Als Fehlschlag wollte er das Treffen trotzdem nicht werten. “Manchmal muss man einfach gehen”, sagte Trump. Er sei “optimistisch”, dass die Gespräche vor und während des Gipfels zu einem “wirklich guten Ergebnis” in der Zukunft führen könnten. “Ich will es lieber richtig machen als schnell”, sagte Trump.

Der nordkoreanische Außenminister Ri-yong Ho erklärte, Pjöngjang habe der US-Delegation einen “realistischen Vorschlag” unterbreitet und keineswegs die vollständige Aufhebung der Sanktionen gefordert. Nordkorea sei bereit, die Atomanlage Yongbyon stillzulegen, wenn die USA im Gegenzug einen Teil der Strafmaßnahmen zurücknähmen, sagte er nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap.

Bei ihrem ersten Gipfel in Singapur hatten sich Trump und Kim auf eine “Denuklearisierung” verständigt. Konkrete Schritte wurden jedoch nicht vereinbart, auch ein Zeitrahmen blieb offen.

Zuletzt hatten die USA wiederholt gefordert, dass Nordkorea seine Atomwaffen vollständig, unumkehrbar und nachprüfbar aufgibt. Trump stellte dem international isolierten Land immer wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung in Aussicht, sollte es sich auf eine Abrüstung einlassen.

Beobachter hatten daher auf einen Fahrplan für die Denuklearisierung gehofft. Spekuliert wurde auch über eine förmliche Beendigung des Kriegszustands. Der Koreakrieg war 1953 mit einem Waffenstillstand zu Ende gegangen, ein Friedensabkommen gibt es bis heute nicht.

Bei dem Treffen in Hanoi wurde auch die Eröffnung eines US-Verbindungsbüros in Nordkorea erörtert, die Kim als “begrüßenswert” bezeichnete. Auch Trump nannte dies eine “großartige Sache”.

Konkret vereinbart wurde letztlich aber nichts. Kim habe aber zugesagt, die Atomwaffentests nicht wieder aufzunehmen, erklärte Trump. Er versicherte auch, dass sein persönliches Verhältnis zum nordkoreanischen Machthaber weiterhin gut sei. “Wir mögen uns einfach”, sagte Trump, der in einer Verhandlungspause mit Kim im Garten des Metropole-Hotels spazieren gegangen war.

Noch im Jahr 2017 hatten sich die beiden Politiker öffentlich beschimpft und verhöhnt: Trump bezeichnete Kim als “kleinen Raketenmann”. Kim konterte, Trump sei ein “geistig umnachteter seniler Amerikaner”.

Ein neuer Gipfel zwischen Trump und Kim wurde zunächst nicht vereinbart. US-Außenminister Mike Pompeo sagte, beide Seiten müssten sich nun neu organisieren, bevor ein weiteres Treffen anberaumt werden könne. Er habe weiterhin Hoffnung, “dass wir Fortschritte erzielen können”.

In einem Telefonat mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in an äußerte Trump sein “Bedauern” über den ausgebliebenen Durchbruch, wie die Regierung in Seoul mitteilte. Ein Sprecher Moons nannte es “bedauerlich”, dass Trump und Kim keine “vollständige Einigung” erzielt hätten.

Auch der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) bedauerte das abrupte Ende des Gipfels. Eine Verschrottung der nordkoreanischen Atomwaffen würde die Welt “ein großes Stück sicherer” machen, sagte Maas im ZDF.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres äußerte die Hoffnung auf weitere Verhandlungen und lobte das Gipfeltreffen als “mutige Diplomatie”.

Auch Nordkoreas Verbündeter China sprach sich dafür aus, dass Washington und Pjöngjang ihren Dialog fortsetzen. Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm könne nicht “über Nacht” beigelegt werden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking.

Japan lobte dagegen Trumps Entscheidung, den Gipfel vorzeitig abzubrechen. Ministerpräsident Shinzo Abe sagte nach einem Telefonat mit Trump, er unterstütze die Entscheidung, keinen “einfachen Kompromiss” einzugehen und stattdessen weiter zu verhandeln, “voll und ganz”.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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22 Kommentare auf "Trump und Kim erzielten bei Gipfeltreffen keine Einigung"


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denkbar
denkbar
Kinig
25 Tage 9 h

Gipfel geplatzt: zwei hoffnungslose Narzissten haben den Tagungsort vorzeitig und beleidigt nach einer gemeinsamen Show, mit Shrimps und öffentlichen Schmeicheleien, verlassen.😂🤣😂
Eigentlich zum Weinen was sich da abspielt 😪😢

typisch
typisch
Kinig
25 Tage 8 h

Niemand ist beleidigt traurig und weint. Höchstens denen das friedliche zusammentreffen nicht zusammen geht und mit populistischen sprüchen hetze verbreiten

felixklaus
felixklaus
Tratscher
25 Tage 6 h

@typisch du bist ja ganz ein komischer ! Populistisch hetzte ? 😂 trump ist doch der grösste populist !!!!!

denkbar
denkbar
Kinig
25 Tage 6 h

@typisch . Oje immer noch romantische Vorstellung. Weiter träumen 🤣🤣🤣

typisch
typisch
Kinig
25 Tage 6 h

@felixklaus
Eieiei, wenn grüne populistische wörter im mund nehmen

typisch
typisch
Kinig
25 Tage 6 h

@denkbar
Du stehst auf kriegstreiber?

Mistermah
Mistermah
Kinig
25 Tage 3 h

Mit Ruhe scheint hier einige zu stören 😂😂 Trump scheint noch lange im Amt zu bleiben 😜

felixklaus
felixklaus
Tratscher
25 Tage 3 h

@typisch popo und listisch ja das geht

denkbar
denkbar
Kinig
25 Tage 3 h

@txpisch. Kim und Trump sind tatsächlich große Kriegstreiber dir die Waffenindustrie massiv unterstützen und die dummen im Volk mit Sprüchen glauben lassen wollen Sie seien die Heilsbringer.
Typisch Sie unterstellen schamlos Dinge um zu diskreditieren wenn Sie keine Argumente haben, wie billig. Sie passen also perfekt in den Trumpclub.

Kurt
Kurt
Kinig
25 Tage 1 h

wie wahr, wie wahr😊👍

Sag mal
Sag mal
Kinig
24 Tage 21 h

denkbar.Was soll das d…Gerede u.die Kritik.Was kriegen Andere Politiker auf die Reihe????!!!Geschleime und Gekusche.

Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
25 Tage 7 h

Trump macht eine blöde Figur und fliegt mit leeren Händen wieder nach Hause. Kim streicht einen Achtungserfolg ein. Seinem Vater und Grossvater war es nie gelungen sich mit den grossen der Welt an einen Tisch zu setzen.

Mistermah
Mistermah
Kinig
25 Tage 3 h

Jop, weil die großen der Welt sich für Gott hielten und Bomben und Tod über “uneinsichtige” Länder regnen liesen.

Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
24 Tage 23 h

Vielleicht, aber auch Kim Jong-il und Kim II-sung waren alles andere als Heilige.

Paula
Paula
Grünschnabel
25 Tage 8 h

War nicht anders zu erwarten bei zwei solchen Egoisten. Wer weiß, vielleicht hat der Donald den Kim wegen Geld für die Mauer angebettelt?? (Achtung Ironie…..)

Mistermah
Mistermah
Kinig
25 Tage 3 h

?? Zwei Staatsmänner sind sich nicht näher gekommen und wem störts? Soll jetzt der stärker Bomben werfen? Hat es was gebracht die letzten Jahrzehnte? Ich sehe dort wo es geschah nur Chaos. Die nicht natürliche todesrate in diesen Ländern hat sich vervielfältigt, seit ihnen der Frieden aufgezwungen wurde.

Tabernakel
25 Tage 3 h

Donni hat Angst beim Ausstieg aus dem Flieger verhaftet zu werden?

https://www.suedtirolnews.it/politik/trump-kritisierte-aussage-seines-ex-anwalts

Kurt
Kurt
Kinig
25 Tage 1 h

Enorm überproportional mit konventionellen und mit zigtausend atomaren Sprengköpfe bewaffnet bis. an die Zähne verlangt von demjenigen, der es vielleicht geschafft hat, eine Dutzend davon zu produzieren, die Waffen niederzulegen und sie zu vernichten. Der also verlangt vom Schaf, die Zähne entfernen zu lassen, weil er sich bedroht fühlt. (frei nach Welt News)

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
25 Tage 6 h

Gute Lösung, jetzt kann er uns noch länger beschützen.

Tabernakel
25 Tage 1 h

Er ist wie ein geprügelter Hund davon geschlichen.

TanteFlinte
TanteFlinte
Neuling
24 Tage 18 h

Keine Staatsmänner – nur “Dick und Doof”! …. und nicht einmal dies können sie!! Traurig! Der Spruch “weil die besonnenen sich zurück halten regieren die Idioten die Welt!

m69
m69
Kinig
24 Tage 17 h

Wenn die Verhandlungen so gelaufen sind wie das Bild, dann kann ich nur sagen Malzeit!

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