Der US-Präsident lobte sich selbst auf Twitter

Trump verteidigte Vorgehensweise in Syrien

Montag, 31. Dezember 2018 | 15:39 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat am Montag seine Syrien-Politik wortgewaltig verteidigt. Er habe damit Wahlkampf gemacht, die Soldaten aus Syrien und anderen Orten abzuziehen, schrieb Trump am Montag auf Twitter. Er tue das, was er gesagt habe. “Wenn irgendjemand anderes als Donald Trump das getan hätte, was ich in Syrien getan habe, (…) wäre er ein nationaler Held”, erklärte der Präsident.

“Der IS ist weitgehend verschwunden, wir schicken unsere Soldaten nun langsam heim zu ihren Familien, während wir gleichzeitig Überbleibsel des IS bekämpfen”, betonte Trump, der am 19. Dezember den sofortigen Beginn des Rückzugs der 2000 US-Soldaten aus Syrien bekanntgegeben hatte. In Medienberichten war von einem Zeitfenster von wenigen Monaten die Rede. Verteidigungsminister James Mattis scheidet unter anderem wegen unterschiedlicher Auffassung zu der auch von Verbündeten scharf kritisierten Entscheidung zum Jahreswechsel aus seinem Amt aus.

Zuvor hatte US-Senator Lindsey Graham nach einem Gespräch mit Trump die Möglichkeit einer Verzögerung des geplanten US-Truppenabzugs aus Syrien angedeutet. Die Pläne würden auf “kluge Weise” verlangsamt, sagte Graham am Sonntag nach einem Essen mit Trump im Weißen Haus.

Trump habe ihm einige Dinge zu Syrien erklärt, die er vorher nicht gewusst habe, sagte Graham. Er fühle sich nun deutlich besser, was die Richtung angeht, in die es in Syrien gehen soll, betonte er, ohne Details zu nennen.

Der republikanische Senator galt lange Zeit als innerparteilicher Kritiker des Präsidenten, schwenkte aber inzwischen auf die Linie Trumps ein. Der Präsident hatte am 19. Dezember den sofortige Beginn des Rückzugs der 2.000 US-Soldaten aus Syrien bekanntgegeben. In Medienberichten war von einem Zeitfenster von wenigen Monaten die Rede. Verteidigungsminister James Mattis scheidet unter anderem wegen unterschiedlicher Auffassung zu der auch von Verbündeten scharf kritisierten Entscheidung zum Jahreswechsel aus seinem Amt aus.

Auch Graham hatte Trump für dessen Syrien-Haltung öffentlich kritisiert. Noch am Sonntag unmittelbar vor dem Treffen mit Trump hatte er beim Sender CNN erklärt, der zu schnelle Rückzug aus Syrien sei ein “riesiger Schritt rückwärts”.

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mitteilte, ist die Zahl der Toten im Syrien-Krieg im Jahr 2018 zurückgegangen. Demnach starben etwa 19.800 Menschen bei den Kämpfen zwischen Rebellen und der syrischen Armee. Ein Jahr zuvor waren im Syrien-Krieg noch rund 33.500 Menschen getötet worden.

Nach Angaben der Beobachter konnten die Regierungstruppen von Präsident Bashar al-Assad 2018 wieder große Teile des Landes unter ihre Kontrolle bringen. Die Regierungstruppen kontrollierten demnach mehr als 60 Prozent des Staatsgebietes. Unterstützt von Russland und dem Iran konnte die Regierung Rebellen vor allem aus der Umgebung der Hauptstadt Damaskus zurückdrängen.

Von: APA/dpa

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1 Kommentar auf "Trump verteidigte Vorgehensweise in Syrien"


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Neumi
Neumi
Universalgelehrter
19 Tage 45 Min
Unterm Strich heißt das: Die Truppen bleiben. Etwas anderes wollten Trumps Vorgänger ja auch nicht. Bis die den IS endgültig erlegit haben, wird noch einige Zeit vergehen (falls überhaupt). Die Amerikaner können es sich nicht leisten, das Feld den Russen zu überlassen, sie müssen ihre Präsenz sichern. Manchmal hat man das Gefühl, dass das Ganze künstlich in die Länge gezogen wird, damit sie hier jemanden beschützen/retten können. Wo wäre die Welt denn, wenn sie nicht von den Amerikanern beschützt werden müsste? Die Rolle des Retters haben sie 1917 eingenommen und seitdem tun sie alles, um diesen Status aufrecht zu erhalten.… Weiterlesen »
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