Hicks war als Kommunikationschefin für Trump tätig

Trump-Vertraute Hope Hicks verlässt das Weiße Haus

Donnerstag, 01. März 2018 | 13:39 Uhr

Der anhaltende personelle Aderlass im Weißen Haus hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Mit Hope Hicks tritt die bisherige Kommunikationschefin von US-Präsident Donald Trump ab, wie das Weiße Haus am Mittwoch bekannt gab.

Die 29-Jährige enge Vertraute Trumps hatte einen Tag zuvor in einer Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses US-Medien zufolge eingeräumt, ihre Arbeit für Trump erfordere es, manchmal zu lügen. Die US-Regierung versuchte am Mittwoch, einen Zusammenhang von Hicks’ Auftritt vor dem Ausschuss und der keine 24 Stunden später erfolgten Rücktrittsankündigung herunterzuspielen. Hicks habe den Schritt bereits seit Wochen geplant, nur ein kleiner Kreis sei eingeweiht gewesen, hieß es. Ein genaues Datum für ihre Amtsaufgabe wurde nicht genannt.

Trump erklärte zum Abgang seiner Kommunikationschefin: “Ich werde sie an meiner Seite vermissen, aber als sie mich bezüglich anderer Berufsaussichten kontaktierte, habe ich das vollends verstanden.” Der Präsident fügte hinzu: “Ich bin sicher, wir werden in der Zukunft wieder miteinander arbeiten.”

Stabschef John Kelly würdigte die Fähigkeiten der 29-Jährigen. Trump-Sprecherin Sarah Sanders äußerte Bedauern über ihren Weggang. “Es gibt niemanden, der die Lücke schließen kann, die Hope Hicks hinterlassen wird”, twitterte Sanders unter anderem.

Hicks arbeitete bereits seit mehr als drei Jahren für Trump und hatte auch Öffentlichkeitsarbeit für sein Wahlkampfteam gemacht. Sie zählte zu den ganz wenigen Personen, die nicht zu seiner Familie und dennoch zum innerstem Kreis des Präsidenten gehören. Trump hatte sie einst als eine “weitere Tochter” bezeichnet, ihre Beziehung zur Familie hatte sie als Model für die Modelinie von Trumps Tochter Ivanka begonnen.

Lange Zeit wirkte Hicks fast vollständig hinter den Kulissen. Nun ist sie die vierte Person in gut einem Jahr, die den Posten von Trumps Kommunikationschef räumt. Ihr Vorgänger Anthony Scaramucci (“The Mooch”) hatte im Sommer 2017 nur zehn Tage auf dem Posten überstanden.

Hicks’ Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss hatte am Dienstag fast neun Stunden gedauert. Das meiste davon blieb hinter verschlossenen Türen. Hicks räumte aber ein, für Trump hin und wieder zu Notlügen zu greifen – außer in der Russland-Affäre. Auf einige Fragen der Ausschussmitglieder verweigerte sie die Antwort.

Die “Washington Post” schrieb, Hope Hicks habe etwas getan, das nicht mit der Arbeit in der US-Regierung vereinbar sei: Sie habe die Wahrheit über das Lügen für Trump gesagt. Es sei wichtig, dass Hicks eingeräumt habe, gelogen zu haben, hieß es in dem Blatt weiter.

Zuvor war die 29-Jährige auch vom Team des Sonderermittlers Robert Mueller befragt worden. Inwieweit sie in der Russland-Affäre eine eigene Rolle einnimmt, ist öffentlich nicht bekannt.

Unklar blieb ferner, welche Rolle bei ihrem Rückzug ihre Affäre mit dem Trump-Mitarbeiter Rob Porter gespielt hat. Trotz ihres Verhältnisses hatte sie an dessen Demission wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt durch zwei Ex-Frauen gleichzeitig mitgearbeitet. Dies war allgemein auf Kritik gestoßen. Die Gemengelage soll Hicks stark belastet haben, wie Mitarbeiter an US-Medien weitergaben.

Die Rolle einer Kommunikationsdirektorin ist anders als die einer Pressesprecherin. Während Trumps Sprecherin Sanders Briefings und Pressekonferenzen gibt, soll eine Kommunikationschefin dafür sorgen, dass aus dem Weißen Haus eine einheitliche Botschaft kommt.

Ihr Weggang setzt eine ganze Reihe prominenter Entlassungen oder Rücktritte im ersten Amtsjahr von Präsident Donald Trump fort. Mit Mitarbeitern wie etwa dem Chefstrategen Stephen Bannon, Regierungssprecher Sean Spicer oder Sicherheitsberater Michael Flynn verlor Trump an vielen Stellen sein Top-Personal.

Von: APA/dpa