Trump ist der erste Staatsgast seit Naruhitos Thronbesteigung

Trump von Japans neuem Kaiser Naruhito empfangen

Montag, 27. Mai 2019 | 10:50 Uhr

Mit einem feierlichen Empfang bei Kaiser Naruhito ist US-Präsident Donald Trump am Montag auf dem zeremoniellen Höhepunkt seines viertägigen Staatsbesuches in Japan angelangt. Naruhito empfing den US-Präsidenten auf einem Exerzierplatz vor dem kaiserlichen Palast. Trump ist das erste Staatsoberhaupt, das von Japans neuem Monarchen empfangen wurde. Naruhito ist seit 1. Mai auf dem Thron.

Neben den Ehefrauen der beiden, Kaiserin Masako und Melania Trump, waren zahlreiche Gäste aus Politik und Diplomatie beider Länder zugegen, auf US-Seite unter anderem die Präsidentenberater John Bolton und Stephen Miller.

Das japanische Monarchenpaar spricht fließend Englisch. Kaiser Naruhito studierte in Oxford, seine Frau Masako ist eine in Harvard studierte frühere Diplomatin. Anschließend wurden Trump und seine Frau im Palast von Naruhitos Bruder, Kronprinz Akishino und Ministerpräsident Shinzo Abe in Begleitung ihrer Frauen begrüßt.

Unmittelbar nach der feierlichen Visite beim Kaiser kam Trump mit Abe zu politischen Gesprächen zusammen. In Bezug auf die Krise im Iran sagte Trump, er sei grundsätzlich zu Gesprächen mit dem Iran bereit. “Ich denke, dass der Iran gerne reden würde, und wenn der Iran gerne reden würde, würden wir auch gerne reden”, sagte Trump am Montag. “Wir werden sehen, was passiert”, fügte Trump hinzu und verwies darauf, dass Abe “sehr eng mit der Führung des Iran” sei.

Vergangene Woche hatte Trump dem Iran noch mit Vernichtung gedroht. Die US-Regierung hatte in den vergangenen Wochen wiederholt vor einer akuten “Bedrohung” für ihre Truppen in der Region gewarnt. Nach Angaben von Regierungsvertretern in Washington soll diese Gefahr von irakischen Milizen ausgehen, die von den iranischen Revolutionsgarden befehligt würden.

Ein weiteres Thema des Gesprächs war die Beziehung zu Nordkorea. Abe bot dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un erneut ein Gipfeltreffen an. Trump habe einem solchen Treffen zugestimmt, sagte Abe am Montag. “Ich muss den Vorsitzenden Kim persönlich treffen”, sagte Abe, der einen “offenen Meinungsaustausch” ohne Vorbedingungen in Aussicht stellte. Trump habe ihm seine “uneingeschränkte Unterstützung” für ein Treffen mit Kim zugesichert. Die Sicherheitsallianz Japans mit den USA bezeichnete Abe als “unerschütterlich”. Das Bündnis sei das engste in der Welt.

Trump sagte, der nordkoreanische Machthaber sei “sehr intelligent”. Kim wisse, dass mit Atomwaffen “nur Schlechtes passieren kann”, sagte der US-Präsident. “Er ist ein sehr intelligenter Mann, er versteht das gut”, fügte der US-Präsident hinzu. Er hob auch erneut das große wirtschaftliche Potenzial eines atomwaffenfreien Nordkoreas hervor.

Trump hatte bereits vor der Pressekonferenz mit Abe versöhnliche Töne gegenüber Nordkorea angeschlagen: Es gebe “großen Respekt” zwischen den USA und Nordkorea, er gehe von “vielen guten Sachen” aus. Bereits am Sonntag hatte er betont, er habe weiter “Vertrauen” in Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Das Land habe “einige kleine Waffen” abgefeuert, was ihn aber nicht beunruhigt habe.

Bei ihrem Treffen vereinbarten Trump und Abe weiters die Lieferung von 105 F35-Kampfflugzeugen an Japan, wie der US-Präsident bekannt gab. Damit werde Japan dann die “größte F35-Flotte” aller US-Verbündeten haben.

Von: APA/dpa