Die Entlassung von FBI-Direktor Comey sorgt für Empörung

Trump warnte Ex-FBI-Direktor Comey vor Leaks

Freitag, 12. Mai 2017 | 16:55 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat den entlassenen FBI-Direktor James Comey vor der heimlichen Weitergabe von Informationen gewarnt. “James Comey sollte hoffen, dass es keine ‘Aufnahmen’ unserer Gespräche gibt, bevor er beginnt, Inhalte an die Presse zu leaken!”, schrieb Trump am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter. Trump hatte Comey am Dienstag entlassen.

Es war nicht klar, welchen Anlass Trump für seine Warnung hatte. US-Medien interpretierten den Tweet so, dass Trump offensichtlich Angst vor etwaigen Informationen Comeys habe.

In einem Interview mit NBC hatte Trump erklärt, er habe sich von Comey drei Mal bestätigen lassen, dass nicht gegen ihn ermittelt werde. Hintergrund sind Ermittlungen des FBI wegen einer etwaigen russischen Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 und möglicher Absprachen mit dem Trump-Team.

Der US-Präsident sagte dem Fernsehsender NBC News über den Rauswurf des FBI-Direktors: “Als ich mich entschloss, es zu tun, habe ich mir gesagt, diese Russland-Sache mit Trump und Russland ist eine erfundene Geschichte.” Im selben Interview vom Donnerstag beschimpfte er Comey als “Angeber” und “Wichtigtuer” und warf ihm vor, die amerikanische Bundespolizei im vergangenen Jahr in “Aufruhr” versetzt zu haben.

Mit seinen Äußerungen widersprach Trump der bisherigen offiziellen Version von der Entlassung Comeys. Nach den früheren Darstellungen der Abläufe war er damit einer Empfehlung der Spitze des Justizministeriums gefolgt, das den Umgang des FBI-Chefs mit der E-Mail-Affäre Hillary Clintons gerügt hatte.

Comey war während des Wahlkampfs mit Informationen zur Untersuchung des regelwidrigen Umgangs der Ex-Außenministerin mit ihren dienstlichen Mails an die Öffentlichkeit gegangen. Clinton machte ihn deshalb für ihre Niederlage gegen Trump mitverantwortlich.

In dem Fernsehinterview berichtete Trump auch, dass Comey ihm während eines Abendessens und danach noch zwei Mal am Telefon mitgeteilt habe, dass sich die Russland-Ermittlungen nicht gegen ihn persönlich gerichtet hätten. Bei dem Essen kurz nach Trumps Amtsantritt soll der FBI-Chef den neuen Präsidenten laut Trump gefragt haben, ob er im Amt bleiben werde. Comey war im Jahr 2013 von Präsident Barack Obama ernannt worden.

Die widersprüchlichen Angaben der US-Regierung zur Entlassung sorgten in Washington für Unverständnis, auch bei den Republikanern. Der Senator Lindsey Graham sagte, Trump habe das Recht, den FBI-Direktor “für welchen Grund auch immer zu entlassen”. “Das Problem ist, er hat inkohärente Gründe genannt.”

Der kommissarische FBI-Chef Andrew McCabe versicherte unterdessen bei einer Anhörung im Senat, dass seine Behörde die Ermittlungen zur Russland-Affäre fortsetzen werde. Bisher habe es keine Versuche gegeben, “unsere Ermittlungen zu vereiteln”, sagte McCabe bei der Anhörung am Donnerstag. Die Männer und Frauen des FBI könnten nicht davon abgehalten werden, “das Richtige zu tun”.

Von: APA/dpa

Kommentare

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13 Kommentare auf "Trump warnte Ex-FBI-Direktor Comey vor Leaks"


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speckbrot
speckbrot
Tratscher
11 Tage 10 h

Diese gezielten Kampagnen gegen Trump bei jeder sich ergebenden Gelegenheit werden fast immer von Soros gesteuert und oft bezahlt.

ivo815
ivo815
Tratscher
11 Tage 8 h

Macht Sinn. Soros hat Comey entlassen, um Trump zu schaden. Passt.

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
11 Tage 4 h

…. du weißt schon, dass es Trump selbst war der Comey gefeuert hat? 🙂 
hahaha da kann man sich ja nur kugeln vor lauter lachen 😀 😀 
langsam wirds schwierig Trump noch gut zu reden, ha? 🙂 

manic
manic
Grünschnabel
10 Tage 22 h

Nein, es waren natürlich die Illuminaten:-)

Hans_H
Hans_H
Grünschnabel
11 Tage 8 h
Also ich finde, er hat das Recht, Leute wie Comey zu entlassen mit und ohne Grund. Schließlich sind diese Leute vom FBI dem Präsidenten verpflichtet und müssten eigentlich loyal zum demokratisch gewählten Staatsoberhaupt stehen. So haben sie es schließlich bei ihrem Amtsantritt geschworen. Sollte mangelnde Loyalität Tatsache sein, ist Kündigung sogar Pflicht. Und in diesem Fall war die Loyalität Comey’s gegenüber dem Staatsinteresse schon vor den Wahlen sehr fraglich, da er private Details Clintons veröffentlicht hatte, ohne Zustimmung von seinem damaligen Chef (Obama). Solche Leute sind schon für jeden Privatbetrieb ein rotes Tuch und im höchsten Maß gefährlich. Da wird… Weiterlesen »
ivo815
ivo815
Tratscher
11 Tage 7 h
Ich glaube, Sie bringen da etwas durcheinander. Das FBI ist dem amerikanischen Volk und der Verfassung verpflichtet. Abgesehen davon ermittelt das FBI nicht gegen den amerikanischen Präsidenten, sondern gegen das Wahlkampfteam desselbigen. Das galt auch für Clinton, die keine Präsidentin war/ist. Dass Ermittlungsergebnisse, unangenehme Fragen aufwerfen könnten, auch für Trump, das liegt nun mal in der Natur der Sache. Er ist eben der so genannte Präsident einer demokratischen Föderation und (noch) nicht deren Diktator. Sollte er in der Vergangenheit unrechtmäßig gehandelt haben, darf das nicht unter den Teppich gekehrt werden. Das hat nichts mit Loyalität zu tun. Sie mögen da… Weiterlesen »
matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
11 Tage 4 h

@ivo815 
gut auf den Punkt gebracht. Aber manche sehen halt immer nur die eine Seite der Münze … ich bin mir sicher Hans_H hat damals, als Comey gegen Clinton ermittelt hat, noch laut applaudiert … jetzt, wo der eigene Favorit warscheinlich Dreck am Stecken hat, soll er ja abhauen … tolle Logik 🙂 

Feli
Feli
Grünschnabel
11 Tage 2 h

@matthias_k das kann man aber auch für “deine” Seite der Münze schreiben, da du auch bei jedem Trump Artikel was gegen ihn schreiben musst.
Jetzt sagen und schreiben die gleichen Leute, die damals die Entlassung Comeys gefordert haben, dass sie gegen die Entlassung sind. Also auch für dich/euch: beide Seiten der Medallie beachten!

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
8 Tage 9 h

@Feli 
Mal Immer schön langsam, wo habe ich je gesagt dass ich für Comey’s Rausschmiss bin? 
Der Zeitpunkt war sicher eine Sache die ich kritisiert habe, und es wurde auch von Seiten Trumps Team gesagt, dass diese Ermittlungen gegen Clinton die Wahl warscheinlich entscheidend beeifnlusst haben. Und was kam raus? Gar nichts. 
Bzgl. Trump-Kritik sage ich nichts, denn man sollte schon zwischen einem “Frust”-Schreiben und Kritik, die mit Fakten oder Trumps eigenen Aussagen untermauert werden können, unterscheiden. 
dehsalb für ich mich da auch nicht angesprochen. 

ivo815
ivo815
Tratscher
11 Tage 11 h

In dem Interview sagte Trump, wenn es wahr sei, dass sich Russland in die Wahl eingemischt habe, wäre dies “schrecklich”. Er betonte: “Es gibt keine geheime Absprache zwischen mir, meiner Kampagne und den Russen.”
Weil Trump aber bis jetzt immer offen und ehrlich war, glauben wir ihm das natürlich 😂😉

Ninni
Ninni
Universalgelehrter
11 Tage 10 h

Wo wird das wohl enden ???

speckbrot
speckbrot
Tratscher
11 Tage 1 h

Wenn ich von gezielten Kampagnen gegen Trump spreche, beschreibe ich das Bild. Ich schreibe nichts vom gefeuerten FBI- Direktor.Trump wird seinen Grund gehabt haben.

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
8 Tage 9 h

… passt schon, troll nur schön weiter, mittlerweile glaubt dir diese Trump-Propaganda sowiso keiner mehr. 

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