Donald Trump wiederholte seine unbelegten Wahlbetrugsbehauptungen

Trump wehrt sich gegen Vorwürfe wegen Sturms auf US-Kapitol

Dienstag, 14. Juni 2022 | 17:47 Uhr

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat Vorwürfe des Untersuchungsausschusses zur Erstürmung des Kapitols barsch zurückgewiesen. In einer zwölfseitigen Erklärung, die am Montagabend (Ortszeit) veröffentlicht wurde, warf der Republikaner dem Ausschuss vor, die amerikanische Justiz zum “Gespött” zu machen und entlastende Zeugen ausgeschlossen zu haben.

Zudem wiederholte Trump länglich seine völlig unbelegte Behauptung, durch Wahlbetrug um eine zweite Amtszeit gebracht worden zu sein. Seinen Nachfolger Joe Biden und die Demokraten beschuldigte er, die USA zu zerstören.

“Die Demokraten (…) tun alles in ihrer Macht Stehende, um mich zu stoppen – aber wir können nicht aufgehalten werden”, heißt es in Trumps Erklärung. Ausführlich wettert der Ex-Präsident darin gegen die Biden-Regierung, die Demokraten insgesamt und gegen das von ihnen geführte Untersuchungsgremium im Kongress: Das Land habe mit allen möglichen Problemen zu kämpfen – mit Inflation, explodierenden Spritpreisen, Mangel an Babynahrung, illegaler Migration – doch die Demokraten beschäftigten sich nur mit ihrem Ausschuss. “Anstatt Probleme zu lösen, wärmen die Demokraten die Geschichte auf, in der Hoffnung, das Narrativ zu ändern”, beklagte Trump.

Einmal mehr breitete er in dem Dokument seine Wahlbetrugsbehauptungen aus – mit Fußnoten, was für den Mann der knappen, markigen Botschaften eher ungewöhnlich ist.

Trump behauptet bis heute ohne Belege, er sei durch Wahlbetrug um den Sieg bei der Präsidentenwahl 2020 gebracht worden. Über Wochen versuchte er damals mit fragwürdigsten Methoden, den Wahlsieg seines demokratischen Herausforderers Biden nachträglich zu kippen. Sein Lager scheiterte mit Dutzenden Klagen gegen die Wahlergebnisse. Der Widerstand gegen den Wahlausgang gipfelte in der Attacke am 6. Jänner 2021 auf das Kapitol, die der Untersuchungsausschuss im Kongress aufarbeitet.

Anhänger Trumps hatten gewaltsam den Parlamentssitz in Washington gestürmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um Bidens Wahlsieg zu zertifizieren. Am Rande der Krawalle kamen fünf Menschen ums Leben. Trump hatte seine Anhänger kurz zuvor bei einer Kundgebung damit aufgewiegelt, dass ihm der Wahlsieg gestohlen worden sei. Er musste sich danach einem Amtsenthebungsverfahren stellen, an dessen Ende er allerdings freigesprochen wurde.

Über Monate hatte der Untersuchungsausschuss hinter verschlossenen Türen Hunderte Zeugen befragt und große Mengen an Dokumenten und Beweismaterial gesichtet. In der vergangenen Woche hatte das Gremium mit öffentlichen Anhörungen begonnen, um seine Erkenntnisse vor den Augen der Nation offenzulegen. Der Ausschuss will nachweisen, dass der Gewaltausbruch das direkte Resultat einer ausgeklügelten Kampagne Trumps war. Trump reagierte mit seinem Papier auf diese Sitzungen, die live im US-Fernsehen übertragen werden und einmal mehr ein schlechtes Licht auf ihn werfen.

In den ersten beiden öffentlichen Anhörungen hatten mehrere hochrangige Mitglieder aus Trumps Umfeld dessen Wahlbetrugsbehauptungen widersprochen. Frühere Regierungsmitglieder und Wahlkampfberater distanzierten sich von seinem Vorgehen. Ex-Justizminister William Barr und andere bezeichneten die Betrugsvorwürfe als “verrückt”. Trump habe wohl zunehmend “den Kontakt zur Realität verloren”, sagte Barr.

Die nächste öffentliche Anhörung des Ausschusses war ursprünglich für diesen Mittwoch geplant. Die Sitzung wurde am Dienstag jedoch kurzfristig abgesagt, wie mehrere US-Medien, darunter die Sender NBC und CNN, berichteten. Das Gremium wolle am Donnerstag erneut öffentlich tagen. Einen Abschlussbericht will der Ausschuss im September veröffentlichen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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11 Kommentare auf "Trump wehrt sich gegen Vorwürfe wegen Sturms auf US-Kapitol"


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Doolin
Doolin
Kinig
11 Tage 21 h

…der Trumpel gehört in den Knast…

pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
11 Tage 51 Min

Schon damals hat man die Mafia in Amerika  nie drangekriegt in den 50er und 60er und70er Jahren,aber mit Steuerhinterziehung gelang es dann dem FBI und Co solche Gangster in den Knast zu bekommen,so sollte es auch Trump passieren,mit soviel DRECK am Stecken!😡

Paula
Paula
Tratscher
11 Tage 21 h

Der wird die Niederlage nie im Leben einsehen werden. Ebenso, wie er nie zugeben wird, dass er den Sturm aufs Capitol angezettelt hat.
Wie ein kleines Kind “i wars ned”

Offline1
Offline1
Kinig
11 Tage 19 h

Das politisch intellektuelle Niveau der Durchschnitts-Nordamerikaner wird es möglich machen, dass der 🏀 ein politisches Comeback gibt🙈😡.

pfaelzerwald
11 Tage 17 Min

@offline1
Deutsche sollten sich besser nicht über politisch intellektuelles Niveau anderer Nationen kümmern.

Hustinettenbaer
10 Tage 20 h

@pfaelzerwald
Immerhin reichte (bisher) der Intellekt, Bernd-das-Brot-Höcke nicht zu wählen.
Den verorte ich im Trumpschen Genie-Klub.
Faschisten müssen nicht automatisch blöd sein, siehe Putin. Aber es erleichtert den Zustand ungemein.
“»Heil unserem Volk! Sieg Heil!« Mit diesen Worten beendete der in den USA als Rechtsextremer bekannte Richard Spencer am 19. November 2016 eine Rede zum Wahlsieg Donald Trumps in der amerikanischen Hauptstadt Washington, D.C. Jubelnde Anhänger antworteten mit »Heil Trump!«”

https://www.frankfurter-hefte.de/artikel/heil-trump-2306/

pfaelzerwald
10 Tage 17 h

@hustinettenbaer
Und was sagt uns das?
Ich bin halt nur grundsätzlich der Meinung, dass sich Deutsche nicht über den Intellekt anderer Nationen auslassen sollten. Und ,ganz nebenbei, man könnte hin und wieder auch daran denken, ob und was man den USA verdankt.

Hustinettenbaer
10 Tage 14 h

@pfaelzerwald
Ich denke, dass man Verwandtschaft (viele deutsch-, italienisch-… Auswanderer) davor bewahren muss, auch einen Faschisten zu wählen.
Es war verdammt knapp. Das zweite Mal geht nicht so “glimpflich” aus.

Der Appell “seid dankbar, glaubt uns und zahlt” hat lange funktioniert. Die Monarchenzeiten sind seit dem nackten Kaiser Bush vorbei.

Offline1
Offline1
Kinig
9 Tage 17 h

@pfaelzerwald…WARUM ?? Gilt für Deutsche keine Meinungsfreiheit ?

anonymous
anonymous
Kinig
11 Tage 16 h

Ein wahrer trampel

Faktenchecker
11 Tage 22 h

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