Trump hat seine Rhetorik gegen Einwanderer massiv verschärft

Trump will Änderung bei Asylverfahren für illegale Migranten

Freitag, 02. November 2018 | 09:07 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat eine harte Linie gegenüber Migranten angekündigt, die die USA illegal betreten und Asyl beantragen. Zu den Details seiner Pläne blieb er am Donnerstag aber vage. Trump sagte, Migranten, die Asyl beantragen wollten, müssten dies an einem der Grenzübergänge tun.

“Diejenigen, die sich dafür entscheiden, unsere Gesetze zu brechen und illegal hereinkommen, werden nicht mehr länger in der Lage sein, mit haltlosen Forderungen automatisch Eintritt in unser Land zu bekommen.”

Trump kündigte bei seiner Rede im Weißen Haus in Washington an, in der kommenden Woche einen Erlass zu unterzeichnen. Auf die Frage, was dieser beinhalten werde, blieb der Republikaner vage. Ob seine Pläne mit geltendem Recht vereinbar wären, blieb ebenfalls zunächst unklar. Laut dem “Immigration and Nationality Act” kann jeder in den USA Asyl ersuchen, egal, ob er an einem der Grenzübergänge ins Land gekommen ist oder nicht.

Derzeit sind Tausende Menschen aus Mittelamerika in mehreren Gruppen auf dem Weg durch Mexiko in Richtung der US-Grenze. Sie befanden sich am Donnerstag jedoch noch etwa 1.300 Kilometer Luftlinie von den USA entfernt.

Trump hat das Pentagon wegen der Migranten angewiesen, das Militär an die Grenze zu schicken. Bis zum Ende der Woche sollen rund 5.200 Soldaten dort stationiert sein. Trump hat erklärt, dass die Zahl noch deutlich höher werden könnte. Die Soldaten sollen den Grenzschutz bei logistischen Aufgaben unterstützen. Migranten festnehmen dürfen sie nicht. Die Soldaten sind bewaffnet.

Sollten die Migranten gewalttätig werden und Steine schmeißen, würden die Soldaten “zurückschlagen”, so Trump. Er habe dem Militär gesagt, dass sie Steinwürfe so behandeln sollten, als würden die Migranten Waffen tragen. Er deutete damit an, dass die Soldaten das Feuer auf die Menschen eröffnen könnten, sagte dies aber nicht explizit.

Ein Sprecher des Pentagons wollte sich auf Anfrage nicht zu Details über die Anwendung von Gewalt äußern. Die Soldaten seien “ausgebildete Fachleute”, die das Recht hätten, sich zu verteidigen, erklärte er. Er unterstrich, dass die Truppen zur Unterstützung des Grenzschutzes an der Grenze seien, und dass es die Aufgabe der Grenzschützer sei, die Rechtsvorschriften durchzusetzen.

Die Migranten fliehen vor der Gewalt durch Jugendbanden und der schlechten wirtschaftlichen Lage in der Region. Trump macht mit ihnen massiv Wahlkampf für die Kongresswahlen am kommenden Dienstag. Er bedient sich dabei einer aufwieglerischen Rhetorik und überzeichnet die Lage stark. Der US-Präsident spricht von einer “Invasion” und einer Gefahr für die nationale Sicherheit der USA. Er behauptete, unter den Migranten seien auch Menschen aus dem Nahen Osten und insinuierte damit unlautere Motive für deren Marsch in Richtung USA. Belege dafür lieferte er nicht.

Trump sagte außerdem, dass die Menschen offensichtlich keine legitimen Gründe hätten, Asyl zu beantragen, weil sie ein Angebot der mexikanischen Regierung auf Asyl ausgeschlagen hätten. “Sie suchen keinen Schutz, denn wenn sie das täten, könnten sie das von Mexiko bekommen”, erklärte er. “Mexiko hat eingewilligt, sie aufzunehmen, und sie ermutigt, zu bleiben, aber sie wollen nicht bleiben, sie wollen in die USA kommen. Es geht also nicht länger um Sicherheit – und beim Asyl geht es um Sicherheit.”

Die Migranten können Asyl in Mexiko beantragen. Eine Garantie, dass ihr Gesuch bewilligt wird, gibt es nicht. Nach Angaben der mexikanischen Organisation “Pueblo Sin Fronteras” werden Asylanträge von Menschen aus Mittelamerika in Mexiko zu 80 Prozent abgelehnt.

Trump erklärte erneut, er werde die Menschen an der Einreise hindern. Er wiederholte, dass sie in Zeltstädten festgesetzt werden sollten und kündigte an, dass Eltern und Kinder dort zusammen bleiben sollten. Nach geltendem Recht dürfen Kinder nicht länger als 20 Tage festgehalten werden.

Unterdessen änderte eine der Migranten-Gruppe in Mexiko ihre Route. In einer Abstimmung sei beschlossen worden, in Richtung des Bundesstaats Veracruz weiterzuziehen, berichtete die Organisation “Pueblo Sin Fronteras” in der Nacht zu Donnerstag (Ortszeit) auf Facebook. Die Gruppe von geschätzt 3.500 bis 5.000 Menschen wollte ursprünglich von der Stadt Juchitán in Richtung der Hauptstadt des Bundesstaats Oaxaca laufen.

Die schlechte Infrastruktur auf der Strecke habe aber zu der Routenänderung geführt, hieß es in einer Mitteilung. Das nächste Ziel der Gruppe ist die Stadt Matías Romero, noch im Bundesstaat Oaxaca. Mit der nächsten Etappe würden die Migranten dann die Grenze zu Veracruz überqueren.

Der Bundesstaat an der Ostküste gilt als sehr gefährlich, besonders für die oft schutzlosen Migranten. In dem Bundesstaat liefern sich verfeindete Drogenbanden regelmäßig bewaffnete Auseinandersetzungen. Die Menschen aus Mittelamerika sind für sie ein leichtes Ziel für Überfälle oder auch Entführungen.

Von: APA/ag.

Kommentare

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7 Kommentare auf "Trump will Änderung bei Asylverfahren für illegale Migranten"


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andr
andr
Superredner
15 Tage 19 h

Lächerlich 5000 menschen und so ein auflauf

gwin
gwin
Tratscher
15 Tage 17 h

praktisch für den wahlkampf. mit dem thema wird die menschen die nächsten jahre in geiselhaft nehmen und sie lassen sich das auch.

FC.Bayern
FC.Bayern
Tratscher
15 Tage 16 h

Lächerlich 🤨
5.000 sind 5.000 und wenn Sie illegal ins Land wollen , haben Sie dort nichts verloren !!
Harte Linien braucht es absolut , nicht jeder kann machen und tun was man will !!
Es braucht wieder etwas regeln und richtlinien!!

Staenkerer
15 Tage 15 h

do isch der rede das mehrere gruppen unterwegs sein und de oane, de kurs gewechselt hot, ca 5000 menschen umfosst, also sein viel mehr unterwegs!
tramh hot a recht wenn er sog das flüchtlinge, de angebote zum asylantrag oblehnen weil se ins wunschlond wolln, den status “schutzsuchende flüchtlinge” verliern!
er hot a recht wenn er der invasion holt gebietet, wenns grod merkel a getun hat!
wer flüchtn muaß soll hilfe dazua kriegn, wer auswondern will soll des planen, nit a lond stürmen, des dagegn isch!

yeah
yeah
Tratscher
15 Tage 14 h

@FC.Bayern und? olle sterben lossen? mittel u südamerika geat awian a onderer wind für de infoll… des isch wieder lei fuater für die tummen wähler

aristoteles
aristoteles
Superredner
15 Tage 16 h

der mocht des schun richtig

zombie1969
zombie1969
Superredner
15 Tage 5 h

Was ist eigentlich absonderlich, wenn gewalttätige Eindringlinge mit Waffengewalt abgewehrt werden? Zudem geht es dann auch gleichzeitig um den Schutz der Soldaten und ihren Anspruch auf Gesundheit und Leben.

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