Trump spielte den Ball der Vorwürfe an kritische Medien weiter

Trump will Annäherungskurs gegenüber Putin fortsetzen

Donnerstag, 19. Juli 2018 | 17:40 Uhr

US-Präsident Donald Trump will sich von der geballten Kritik an seinem Auftritt mit Wladimir Putin in Helsinki nicht von seinem Annäherungskurs gegenüber dem russischen Staatschef abbringen lassen. Trump beharrte am Donnerstag darauf, sich erneut mit Putin treffen zu wollen. Bereits zuvor hatte er beteuert, den russischen Präsidenten durchaus vor Einmischungen in US-Wahlen gewarnt zu haben.

Trumps Auftritt mit Putin sorgt in den USA vor allem deshalb für Entrüstung, weil er es trotz Aufforderung durch einen Reporter vermieden hatte, die mutmaßlichen russischen Cyberattacken auf die US-Demokraten während des Wahlkampfs 2016 zu verurteilen. Stattdessen bewertete er Putins Beteuerung, Russland habe nichts mit diesen Hackerangriffen zu tun gehabt, als “extrem stark und kraftvoll”.

Seit seiner Rückkehr nach Washington bemüht sich Trump in einer Serie von Beteuerungen und Klarstellungsversuchen um Schadensbegrenzung. So bekannte er sich zu den eigenen Geheimdiensten, für die eindeutig Russland hinter den Hackerangriffen im Wahlkampf steckt. Und er führte ins Feld, sich bei der Pressekonferenz mit Putin lediglich versprochen zu haben.

In einem Fernsehinterview versicherte der US-Präsident am Mittwoch zudem, er habe Putin bei ihrem zweistündigen Vier-Augen-Gespräch wissen lassen, dass eine russische Einmischung in US-Wahlen nicht hinnehmbar sei. Er sei “sehr deutlich” darin gewesen, dass “wir keine Einmischung haben können, dass wir nichts dergleichen haben können”, sagte Trump im Sender CBS News.

Auf die Frage, ob er Putin persönlich für die Hackerangriffe verantwortlich machen würde, antwortete Trump: “Das würde ich, weil er für das Land verantwortlich ist, genau wie ich mich für die Dinge, die in diesem Land geschehen, für verantwortlich halte.”

Die Schuld an dem Wirbel um seinen Helsinki-Auftritt schrieb der US-Präsident erneut den Medien zu. Der Gipfel sei ein “großer Erfolg” gewesen, nur die “wahren Feinde des Volkes, die Falschnachrichtenmedien”, sähen dies nicht so, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Allerdings kritisiert selbst eine Reihe von prominenten Trump-Unterstützern sein Verhalten gegenüber Putin, darunter Moderatoren des rechtsgerichteten Fernsehsenders Fox News. Umfragen zeigen indessen, dass an der republikanischen Parteibasis die vorherrschende Beurteilung von Trumps Gipfelauftritt positiv ist. Laut einer Erhebung von CBS News heißen 68 Prozent der Republikaner sein Auftreten gegenüber Putin gut. In der gesamten Wählerschaft sind es demnach jedoch nur 32 Prozent.

Trump kündigte nun an, er freue sich auf einen zweiten Gipfel mit Putin, um mit der Umsetzung einiger der “vielen bereits besprochenen Dinge zu beginnen”. Als Themen nannte er unter anderem den Kampf gegen den Terrorismus und gegen Cyberattacken, die Lage im Nahen Osten und in der Ukraine, Handelsfragen und die Eindämmung der Verbreitung von Atomwaffen.

Putin beschuldigte seinerseits von ihm nicht näher beschriebene “Kräfte” in den USA, sie wollten “die russisch-amerikanischen Beziehungen opfern”. Er verwies auf die Bedeutung des Vertrags zum Rückbau der Atomwaffen zwischen Russland und den USA, der 2021 ausläuft.

Die “Kräfte” in den USA seien “bereit, die Interessen ihrer Verbündeten und gleichzeitig die Garantien für ihre eigene Sicherheit zu opfern”, sagte Putin bei einem Treffen mit russischen Botschaftern in Moskau. Wenn die Arbeit an der Verlängerung des Vertrages nicht bald aufgenommen werde, “wird er einfach auslaufen, er wird nicht mehr weiterbestehen”.

In den USA setzen die oppositionellen Demokraten derweil darauf, dass ihnen der Wirbel um Helsinki bei den Kongresswahlen im November hilft. Sie fordern unter anderem, Trumps Übersetzerin zu einer Parlamentsanhörung vorzuladen. Sie solle über das Vier-Augen-Gespräch mit Putin berichten.

Von: APA/dpa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

11 Kommentare auf "Trump will Annäherungskurs gegenüber Putin fortsetzen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
m69
m69
Universalgelehrter
29 Tage 19 h

Trump ist ein Immobilienmakler aber kein President, er ist zwar gewaehlt ist es aber nicht im Herzen!

ivo815
ivo815
Kinig
29 Tage 16 h

Trump ist ein Pleitier und Großmaul

p.181
p.181
Grünschnabel
29 Tage 18 h

Die Gleichscholtung der Mainstreammedien nimmt schun DDR Charakter un. Zum Glück gibs no a poor guate unobhängige Nochrichtenportale im Internet. Wer woaß wie long.

ivo815
ivo815
Kinig
29 Tage 16 h

Dann nenn uns mal deine glaubwürdigen Quellen

Goldstandard
Goldstandard
Grünschnabel
29 Tage 18 h

Das spiel das zur zeit läuft heißt washington (federal reserve)
gegen den rest der welt und trump ist auf der falschen seite, 
und das ist gut so!!
Mit obama oder hilary hätten wir schon lange wieder krieg!!

gwin
gwin
Tratscher
29 Tage 16 h

dann gehst mal ins internet und fragst folgendes ab: 1. militärausgaben usa und russland. es wird keinen krieg geben.
2. trump und drohnen: er führt den krieg weiter, den obama begonnen hat.

gwin
gwin
Tratscher
28 Tage 16 h

@Mistermah sag ich ja: es wird keinen krieg zwischen amerika oder der nato und russland geben. es werden kriege an anderen orten geführt, nicht als stellvertreterkriege, sondern aus geopolitischen interessen. amerika ist das militärische imperium, an das sich europa nach dem krieg eng gebunden hat. russland hat das nicht getan. deshalb hat trump die europäer wie lakaien (“lakai zahl deine seit jahrzehnten ausgemachten 2%, was der jetzt auch macht) behandelt und putin umschmeichelt. hast du auch die drohnen gegoogelt? stimmt oder?

Pork
Pork
Tratscher
29 Tage 1 h

“Es ist eine gute Sache, sich mit Rußland zu verstehen, und keine schlechte Sache.”
Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

gwin
gwin
Tratscher
28 Tage 8 h

stimmt “es ist eine gute sache”wäre nur mehr zu klären auf welchen ebenen man sich verstehen sollt: militärische abrüstung, kooperation mit der nato, friedeninitiativen im arabischen raum, faire handesabkommen – da gäbe es wahrscheinlich vieles. sich anzugrinsen, von präsident zu präsident fußbälle zuzuwerfen oder die eigene grandiosität zu inszenieren ist etwas mager. vielleicht sollte er so schnell wie möglich inhaltlich werden. kann er das oder sind es die medien, die uns mit kindergartensätze füttern?

Pork
Pork
Tratscher
28 Tage 4 h

@gwin,
ich denke schon, daß die beiden Staatsoberhäupter hinter verschlossenen Türen inhaltlich wurden, wenn dann wird man davon erst später erfahren.
Trump hat explizit die Abrüstung der Nuklearsprengköpfe angesprochen, ich finde das unterstützendswert.
Die Medien füttern uns schon länger mit Kindergartensätzen, auch in diesem Punkt hat Trump recht.

wpDiscuz