Donald Trump telefonierte mit Angela Merkel

Trump will G20-Gipfel erfolgreich gestalten

Dienstag, 04. Juli 2017 | 06:36 Uhr

Trotz kontroverser Ansichten zu Themen wie Klimaschutz oder Handelspolitik hat US-Präsident Donald Trump der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel seine Unterstützung beim G20-Gipfel in Hamburg zugesagt. In einem Telefonat der beiden am Montag (Ortszeit) habe Trump gesagt, er freue sich darauf, Kanzlerin Merkel zu helfen, den Gipfel zu einem Erfolg zu machen, teilte das Weiße Haus mit.

Die beiden hätten in einem ausführlichen Gespräch Themen wie Klima, eine Initiative zu Förderung von Unternehmerinnen sowie Handel angesprochen, darunter die weltweite Überkapazität von Stahl.

Es wird damit gerechnet, dass Trump wegen seiner nationalistischen Handels- und Wirtschaftspolitik sowie der kontroversen US-Klimapolitik für Streit bei dem Treffen am 7. und 8. Juli sorgen könnte. Merkel hatte Trumps Klima- und Handelspolitik bereits mehrfach deutlich kritisiert, ohne seinen Namen zu nennen.

Merkel richtet ihren ersten G20-Gipfel im eigenen Land aus. Sie hatte die Erwartungen an die Gespräche mit Trump bereits am Montag gedämpft: “Wir kennen ja bestimmte Positionierungen der amerikanischen Regierung, und da erwarte ich nicht, dass wegen einer zweitägigen Reise nach Hamburg diese Positionierungen ausgesetzt werden und sich im Kommuniqué plötzlich wiederfinden”, hatte sie gesagt.

Trump sprach auch mit dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni über den Gipfel. Er habe seine Anerkennung für die Bemühungen Italiens unterstrichen, die große libysche Flüchtlingskrise in Angriff zu nehmen, teilte das Weiße Haus mit.

Russland geht unterdessen kurz vor dem Hamburger G20-Gipfel in der Klima- und Handelspolitik auf Distanz zu den USA. “Russland hat nicht vor, den Pariser Klimavertrag zu verlassen oder in irgendeiner Weise die Verpflichtungen infrage zu stellen, die wir übernommen haben. Der Vertrag ist unterschrieben, er ist in Kraft”, sagte G20-Chefunterhändlerin Swetlana Lukasch der Funke Mediengruppe (Dienstag).

“Wir sind überzeugt, dass Russland zu den Führern des Klimaschutzes gehört, weil wir schon unsere Vorgaben im Rahmen des Kyoto-Protokolls übererfüllen”, betonte Lukasch. Unter Präsident Donald Trump hatten die USA – nach China weltweit der zweitgrößte CO2-Verursacher – ihren Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. Lukasch nannte dies “bedauerlich”. Mit dem Regelwerk will die Weltgemeinschaft die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad halten im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter.

Kritische Worte fand Lukasch auch für die Handelspolitik der US-Regierung. “Wir sind überzeugt, dass Protektionismus am Ende nur die Bereiche und Entwicklungen hemmt, zu deren Schutz solche Maßnahmen getroffen werden”, sagte sie. “Ich denke, auch die amerikanische Regierung wird auf den Weg zum freien internationalen Handel zurückkehren.”

Die deutsche Bundeskanzlerin und Gipfel-Gastgeberin Angela Merkel hatte Trumps Klima- und Handelspolitik ebenfalls mehrfach deutlich kritisiert, ohne seinen Namen zu nennen.

Von: APA/dpa