Trump sprach im Beisein von Abe über ein Treffen mit Kim

Trump will Kim treffen – Nordkorea will atomar abrüsten

Donnerstag, 19. April 2018 | 11:40 Uhr

In den Nordkorea-Konflikt kommt zunehmend Bewegung. US-Präsident Donald Trump kündigte nach Gesprächen mit Japans Regierungschef Shinzo Abe in Florida an, in den kommenden Wochen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un zu treffen. Wenig später gab der südkoreanische Präsident Moon Jae-in bekannt, dass der Norden eine komplett atomwaffenfreie koreanische Halbinsel anstrebe – und zwar ohne Bedingungen.

Trump hingegen knüpfte Bedingungen an die Begegnung mit Kim. Zwar gehe er von einem “sehr erfolgreichen” Treffen aus. “Wenn ich denke, dass das Treffen nicht ergiebig sein wird, werden wir nicht teilnehmen. Wenn das Treffen, wenn ich dabei bin, nicht ergiebig ist, werde ich es respektvoll verlassen.” Er bleibe “gerne flexibel”.

Trump bekräftigte zugleich seine Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden zwischen Nord- und Südkorea. “Wir hoffen, den Tag zu sehen, an dem die gesamte Koreanische Halbinsel zusammen in Sicherheit, Wohlstand und Frieden leben kann”, sagte Trump.

Wenn Nordkorea die atomare Abrüstung “in vollständiger und nachprüfbarer und unumkehrbarer Weise” vornehme, stehe dem Land eine gute Zukunft bevor, zeigte sich der US-Präsident überzeugt. “Es wird ein großartiger Tag für sie und ein großartiger Tag für die Welt sein.” Er hoffe, dass “alles klappt”, betonte Trump. “Wir werden es sehr versuchen.”

Weiteren Anlass zur Hoffnung geben Meldungen aus Südkorea. Dort gab Präsident Moon bekannt, dass das Regime im Norden “den Willen zu einer völligen atomaren Abrüstung” auf der koreanischen Halbinsel geäußert habe. Es stelle dafür auch keine Bedingungen wie beispielsweise den Abzug der US-Soldaten, sagte Moon. Alles, worauf Pjöngjang Wert legte, sei ein Ende der feindseligen Politik gegen Nordkorea, gefolgt von Sicherheitsgarantien.

Es sollte daher nicht schwierig sein, auf den geplanten Gipfeltreffen Vereinbarungen über eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Staaten und den USA zu erreichen.

Tschechische Medien spekulieren bereits, dass Prag zum Ort des geplanten Treffens werden könnte. Eine Rolle könnte dabei spielen, dass der nordkoreanische Botschafter in Prag Kim Pjong-il Onkel von Kim Jong-un ist, heißt es. Außerdem hat Milos Zeman gestern den US-Botschafter in Prag Stephen King empfangen.

Die Gerüchte in Prag habe eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg befeuert. Demnach sei die tschechische Hauptstadt einer der neun möglichen Orte des Gipfels USA-Nordkorea. Bloomberg beruft sich dabei auf eine nicht genannte Person, die in das Treffen von Trump mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe in Florida involviert gewesen sei. Als weitere mögliche Orte des Treffens Trump-Kim nennt die Agentur Oslo, Helsinki, Stockholm, Genf, Warschau, Ulaanbaatar und Singapur. Demgegenüber kämen Peking, Pjöngjang, Seoul und Panmunjom nicht in Frage.

Von: APA/dpa/ag.