Pence könnte helfen, innerparteiliche Kritiker umzustimmen

Trump will sich Gouverneur Pence an die Seite holen

Donnerstag, 14. Juli 2016 | 20:25 Uhr

Die Entscheidung des US-Republikaners Donald Trump über seinen Kandidaten für das Vizepräsidentenamt läuft nach übereinstimmenden Medienberichten offenbar auf den Gouverneur von Indiana, Mike Pence, hinaus. Entsprechende Signale habe der Immobilienmilliardär an Parteikollegen ausgesandt, meldeten am Donnerstag mehrere US-Medien unter Berufung auf Parteikreise.

Allerdings steht Trumps Entscheidung womöglich noch nicht hundertprozentig fest. Der Fernsehsender CNN zitierte einen Berater Trumps mit den Worten, dass es sich der Milliardär auch noch anders überlegen könne.

Auch Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort bestätigte die Gerüchte nicht. Er schrieb zeitgleich zu den Berichten, Trump werde in der “nahen Zukunft” eine Entscheidung treffen. Das Ergebnis solle am Freitag bekannt gegeben werden. Trump will seinen Kandidaten für das Vizepräsidentenamt um 17.00 Uhr MESZ in New York vorstellen.

Der 57-jährige Pence war bereits in den vergangenen Tagen von den US-Medien als einer der Topfavoriten für die Vizekandidatur gehandelt worden. Auch genannt worden waren der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, und der frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich.

Die Wahl eines geeigneten Stellvertreters ist sehr wichtig für den 70-Jährigen. Sein “Running Mate” muss all jene Eigenschaften erfüllen, die er selbst als politischer Quereinsteiger nicht mitbringt. Trump und Pence hätten sich auf dem Golfplatz in New Jersey und in Indiana getroffen, berichtete das Politikportal “Roll Call”. Trump sei von der ruhigen Art des ehemaligen Kongressabgeordneten beeindruckt, hieß es.

Pence ist beliebt bei Evangelikalen und Sozialkonservativen. Seine Nominierung wäre ein Signal an den rechten Block der Republikaner und all jene, die Zweifel an Trumps ideologischer Standfestigkeit haben. Aus seiner Zeit in der Parteiführung ist er gut vernetzt.

Pence führt als Gouverneur Indianas zudem einen umkämpften Staat im “Rust Belt” (Rostgürtel) – einer Region im Nordosten des Landes, die durch die Schwerindustrie und deren Verfall geprägt ist. Er hatte früher mehrmals selbst erwogen, sich um die Kandidatur als US-Präsident zu bewerben. Im Vorwahlkampf unterstützte der 57-Jährige allerdings Trumps Kontrahenten Ted Cruz.

Am Montag beginnt der Parteitag in Cleveland im Bundesstaat Ohio, auf dem die Republikaner Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten nominieren sollen. Eine Woche später wollen die Demokraten Hillary Clinton zur Kandidatin küren. Wer an der Seite der Ex-Außenministerin bei der Wahl am 08. November antritt, ist noch nicht bekannt.

Unterdessen hat eine am Donnerstag veröffentliche Erhebung von “New York Times” und CBS News gezeigt, dass die US-Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Donald Trump derzeit gleichauf liegen. Die Demokratin und der Republikaner lägen beide bei 40 Prozent, hieß es. Im Juni hatte Clinton noch mit sechs Prozentpunkten geführt.

Die Umfrage entspricht im Tenor einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung der Universität Quinnipiac, die Trump in den wichtigen Bundesstaaten Florida und Pennsylvania in Führung sieht. Eine am Dienstag veröffentlichte Reuters/Ipsos-Erhebung hatte dagegen einen Vorsprung von 13 Prozentpunkten für Clinton ausgemacht.

Der “New York Times” zufolge hat der Ruf der ehemaligen Außenministerin durch die E-Mail-Affäre gelitten. In der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage erklärten 67 Prozent der Befragten, Clinton sei nicht vertrauenswürdig, ein Anstieg von fünf Punkten innerhalb eines Monats. Demzufolge misstrauen Trump 62 Prozent. Der Nominierungsparteitag der Republikaner beginnt am Montag.

An der “New York Times”/CBS-Umfrage nahmen vom 08. bis 12. Juli 1.600 Menschen teil.

Von: apa