Wie lange kann Trump jr. noch lachen?

Trumps ältester Sohn wegen Russlandaffäre befragt

Donnerstag, 07. September 2017 | 22:54 Uhr

Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump ist am Donnerstag wegen der Russland-Affäre von einem Senatsausschuss befragt worden. In einer Stellungnahme für die Sitzung, die der “New York Times” vorlag, ging Donald Trump Jr. ausführlich auf ein umstrittenes Treffen mit einer russischen Anwältin ein. Er sei interessiert gewesen sei, welche Infos die Anwältin über Hillary Clinton habe,

US-Geheimdienste beschuldigen Moskau seit längerer Zeit, sich mit Hackerangriffen in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und dessen Konkurrentin Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler prüft, ob es dabei Absprachen mit Trumps Wahlkampflager gab. Auch mehrere Kongressausschüsse, darunter das Justizkomitee, arbeiten die Geschehnisse auf.

Trump Jr. hatte dem Gespräch im Juni 2016 zugestimmt, nachdem ihm belastendes Material über Clinton versprochen worden war. In einer E-Mail an ihn war von einem Versuch der russischen Regierung die Rede, dem älteren Trump zu helfen. Dies gilt als bisher deutlichstes Indiz, dass Mitglieder aus Trumps Wahlkampflager bereit gewesen sein könnten, mit Russland zusammenzuarbeiten.

In der vorbereiteten Stellungnahme erklärte Trump Jr., er habe sich anhören wollen, welche Informationen die Anwältin über die “Eignung, den Charakter oder die Qualifikation” der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin habe. Der Präsidentensohn betonte laut “New York Times” erneut, dass das Treffen letztendlich ergebnislos verlaufen sei. Er wies zudem die Darstellung zurück, er habe mit der russischen Regierung konspiriert, um die Wahl zu beeinflussen.

In der Russland-Affäre hat das FBI unterdessen die Washingtoner Regierung in einem Punkt in Schutz genommen. Der neue Chef der Bundespolizei, Christopher Wray, sagte am Donnerstag bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seiner Bestätigung im Amt, es gebe keinerlei Hinweise auf Eingriffe der US-Regierung in die laufenden Ermittlungen.

Er habe “nicht einen Hauch von Einmischung” festgestellt. Wray ist der Nachfolger von James Comey, den Trump im Mai entlassen hatte. Der Präsident hat sich damit dem Vorwurf der Vertuschung ausgesetzt. Führende Demokraten äußerten den Verdacht, Trump seien die FBI-Ermittlungen unter Comey zu mutmaßlichen Verstrickungen mit Russland während des Wahlkampfs zu heiß geworden.

Der neue Chef der Bundespolizei sagte weiter, er habe volles Vertrauen in den vom Justizministerium eingesetzten Sonderermittler Robert Mueller. Neben mehreren Kongress-Ausschüssen untersucht auch Mueller, ob Trumps Wahlkampfteam mit russischen Stellen zusammengearbeitet hat. Trump hat die Vorwürfe zurückgewiesen und die Ermittlungen als “Hexenjagd” bezeichnet. Anlass der Untersuchungen ist der Verdacht, dass Russland Einfluss auf die Präsidentenwahl 2016 genommen hat. Russland weist die Anschuldigungen zurück.

Von: APA/dpa